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Offenes Training der Schwanengarde
Ereignis vom 25. Feb 2019, 20:00 bis zum 25. Feb 2019, 22:01
Autor: Alynia Antworten: 0

Offenes Kampfraining für alle Interessierten und Zuschauer:

Im 2-wöchentlchen Turnus

Location ist in Sturmwind und naher Umgebung (wie Elwynnwald) und wird jedesmal am Trainingsabend bekanntgegeben
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Eine Schwester im Schatten oder auch das Orakel
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Autor Nachricht
Oderike
Forscherliga







Beiträge: 723

[ Charakterinfo ]
Titel: Eine Schwester im Schatten oder auch das Orakel
Thema Beschreibung: Geschichten um ihre Person
Verfasst am: 30. Jul 2018, 13:32 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein Tag wie zahllose andere begann in dem abgelegenen Dorf, in dem nur eine Person lebte und dessen Häuser mit blinden Fenstern von jener Verlassenheit zeugten die das ganze Tal schon seit langem erfasst hatte.
Doch bald schon würde Er kommen, so flüsterte es unhörbar für die meisten Ohren an allen Ecken und eine Frau schritt über den Friedhof die unsichtbaren Geister nicht beachtend so wirklich. Eine seltsame Frau war es, bekleidet mit einer dunklen Robe und einer Kopfbedeckung die absolut nichts von ihrem Gesicht erkennen ließ, denn trotz des hellem Sonnenstrahl lag dieses im Schatten und ein Tuch hing davor, ja selbst die Hände waren verhüllt. Eine Sense und ein Beutel an Gurt vervollständigten das Bild was ebenso seltsam einem erschien vermutlich, wie die Tatsache das sie aus den Tiefen einer Katakombe kam und sich vor den Gräbern zu ihrer Linken verneigte bevor sie weiter schritt langsam.

Hinter ihr wallte Nebel auf, dicht über dem Boden und ein sehendes Auge würde wohl jene erkennen können die vorher geflüstert hatten und nun ihr nachsahen ohne auch nur sie zu berühren oder sie zu rufen. Tote Augen die dennoch voller Schmerz und Schuld waren sahen ihr nach und ein kollektives stöhnen war der Abschluss als die Frau diesen Ort verließ und ins Dorf ging.

Nicht bewegte sich mehr bis zur Mittagsstunde als zwei Personen eintrafen und der Nebel von einer Unruhe erfasst wurde, die von jenen Seelen ausging.

Er war da!

Er war wirklich erschienen und die Frau an seiner Seite strahlte ebenso hell und voller Leben wie diese Seele Verlorenheit und Schuld ausstrahlten.
Licht kam an diesen Ort, der Zeugnis von Düsternis, Verzweiflung und Gewalt geworden war. Mit Ihm würde das Warten und Leid vielleicht zu Ende gehen. Doch erst galt es zu warten, warten ob er wirklich es tun würde, wie die Frau es gesagt hatte.

Hunderte von Augen beobachteten das Paar, welches nur kurz innehielt und sich zu den Gräbern dann begab und niederkniete.

Seht nur, da. Er tut es ...sie bewacht und hilft ihm ... die alte Schwester da ist sie wirklich ... “
in heller Aufregung waren jene Seelen nun, währen die Seele der alten Schwester sich vor dem Abt verneigte in ihrem Schweigen dennoch etwas von jener Güte und Demut erkennen ließ die dem Anlass angemessen waren.

Dankbarkeit und ein Lächeln begleiteten das Gebet der beiden und den Segen bevor sie ihn mit einem Wink eher auf die Unglücklichen in dem Nebel hinwies. Eine Aufgabe wartete dort auf den Abt und seine wachende Schwester, die Kraft kosten würde. All jene brauchten ihn um ins Licht zu können befreit von jenen Fesseln der Magie und Schuld.

Vergebung zu schaffen war deren Hoffnung und mit jeder Minute fühlten beide Lichtgestalten wohl all das Leid was diese mit sich trugen deutlicher.
Die Schwester war verschwunden ins Licht eingetreten und eine Stimme glasklar schwebte über den Friedhof, die jene Seelen verstummen ließ und zurückweichen.

Man kannte sich und trotz der Gegensätzlichkeit, die weit größer war als nur die Trennlinie von Leben und Tod, kam es zu einem Gespräch. Nicht das man es hätte freundlich nennen können doch kam es zu keinem Kampf. Zu sehr war die Frau auf den Katakomben nur ein geisterhaftes Abbild von etwas anderem und der Abt wusste vermutlich sehr genau das es sinnlos sein würde sie anzugreifen für diesen Moment. Das Ziel, die Aufgabe war eine andere für diesen Tag zumindest.

Erst als diese verschwand mit einem lasterhaften Gruß wagten sich die Seelen wieder näher und der Nebel mit ihnen. Das Gespräch begann und nun hing alles am Abt und jener Schwester die ihn aufmerksam beschützte

Würden sie die verhüllte Frau erweichen können?

Jene Frau schritt in dieser Zeit langsam fast schleppend zum Friedhof wieder und blieb dann stehen am Rande, jenen Mann ansehend der ihr Schicksal sein würde und sie wusste es gab keine wirkliche Wahl. Briefe hatten über Monate sich auf den Weg gemacht und eine Brücke geschaffen auf der man sich begegnen konnte vorerst ja sogar vertraute in engen Grenzen.

Die Schattenschwester verneigte sich vor dem Abt und der Schwester respektvoll und trotz ihrer inneren Dunkelheit war sie nicht verloren so schien es. Eine Ecke hatte sie bewahrt stets in der Hoffnung auf den einen Tag der kommen würde. Sie hatte das Licht verloren, den Glauben verraten und doch besaß sie noch einen winzigen Rest von dem was einst ihr eigen gewesen war so hell und stark.

Es spielte keine Rolle das Sie, jenen half die nur Leid für andere brachten und auch nicht, dass sie im Gesicht, welches verhüllt war einer Untoten eher glich. Alles was zählte war, er verstand und sie nicht verurteilte in dem Moment, eher im Gegenteil so erschien es ihr fast.

Er reichte ihr die Hand symbolisch als Möglichkeit die es vielleicht geben würde und allein dafür hätte sie ihm die Welt geschenkt, wenn sie es vermocht hätte. Die Entschuldigung jener Seelen anzunehmen war da „nichts“ gegen, auch wenn sie ihnen noch nicht vergeben konnte wirklich.
Es reichte zumindest um jene Seelen zu befreien endlich und genau das tat der Abt mit Hilfe der jungen Schwester dann auch in wahrhaft beeindruckender Weise. Es brannte in ihren Augen, es schmerzte auf der Haut und als etwas davon sie nur kurz berührte war es als würde ein Dolch in ihr Herz gestochen.

Licht, ein Kanal, ein Tor für all jene die nun endlich Frieden fanden und im Licht wohl auch Vergebung. Danach herrschte Stille vor einen Augenblick, der Nebel war fort und drei Lebende wankten aus unterschiedlichen Gründen. Zwei um jene Kraft wieder zu sammeln die sie verbraucht hatten bei diesem Gebet und die dritte, weil jenes Licht ihr so vertraut war und doch wie Feuer brannte.

Trauer und eine bittersüße Erinnerung vermengten sich in der Seele der Frau, bevor sie dem Abt dankte für jene Hilfe. Sie wusste sie konnte nicht mit, vielleicht nie denn an jedem anderen Ort würde der Tod nur auf sie warten.
Dennoch, dieser Tag brachte etwas Licht und was wichtiger für jene Frau war ein bisschen Frieden und Kraft weiterzugehen bis zum Ende auf diesem schmalen so schattenhaften Weg zwischen Licht und Verderbnis.
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Aedan of Iona
Forscherliga



"Abt"

<Fraternitas Lucis>

Beiträge: 2487

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 2. Aug 2018, 15:15 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein Montag gegen Ende des siebten Monats brach an. Der Morgen hätte erfüllt sein sollen von Vogelgezwitscher, dem schläfrigen Brummen der Hummeln, die sich den Schlaf aus den Flügeln schüttelten und dem ersten Sonennschein, der sich morgenmilchig den Weg vom Himmel bahnte.
Doch hier war alles anders. Aedan straffte die Schultern, als er vom Greifen stieg und die Umgebung betrachtete. Ein fahler Himmel, der immer noch diesig vom Hauch der Geißelseuche erschien. Absolute Stille, bis auf den Wind, der ab und an in den unnatürlich gefärbten Bäumen und Sträuchern raschelte.
Er atmete durch. Die Erinnerungen waren noch seltsam frisch, und objektiv betrachtet war es noch gar nicht so lange her, dass die Geißel über Lordaeron hergefallen war und sich mit tödlicher Stetigkeit ausgebreitet hatte. Die leblosen Gesichter von Kameraden, Freunden, erstanden kurz vor seinem inneren Auge. Immer noch vertraut, immer noch im Wappen...und doch beraubt jeglichen eigenen Willens, mit verzerrtem Grinsen auf ihn zudonnernd, die Waffen erhoben. Zu Beginn die kleinsten Sekundenbruchteile des Zögerns, schließlich schauten ihn hier noch seine Kameraden an. Doch mit jedem, der ein zweites Mal fiel, wurde es leichter, sie mit Hilfe des Lichts und der Waffe zu fällen. Bis er schließlich emotionslos, aber hocheffizient, an der Seite seiner Mitstreiter einen um den anderen niedermähte, Bekannte wie Unbekannte. Ein jeder, den sie vorbeigelassen hätten, hätte einen weiteren toten Kameraden bedeuten können, eine weitere willfährige Hülle für die Geißel.

Aedan schüttelte den Kopf und strich sich seine störende Locke aus der Stirn. Das heilige Licht hatte manchmal seltsame Wege, durch ihn zu wirken. Und nicht immer war er sich sicher, ob er alle davon mochte. Unwillkürlich fuhr seine Hand zu dem Inquisitorenring, der an einer Kette um seinen Hals hing, wohl versteckt unter seiner Robe. Er wurde gewahr, dass Eileen ihn von der Seite her still beobachtete und nickte ihr zu.
Die beiden schritten voran, auf das Dorf zu. Oder vielmehr auf das, was davon übrig war. Verlassene Häuser, von denen einzelne Fensterläden melancholisch im Wind klapperten. Türen, die offen standen und sich sacht bewegten. Menschenleer stand der Ort, dem Verfall preisgegeben. Doch wenn er die Augen schloß, konnte er es beinahe fühlen, das Leben, das hier einmal geherrscht hatte. Kinderlachen in den wenigen Gassen, Frauen, die mit ihren Einkäufen im Korb auf dem Marktplatz standen und miteinander sprachen, hier und da geliebte Haustiere umhertollend, geschäftiges Hämmern aus der Hütte des Schmiedes. Einige Ordensschwestern, die alte oder kranke Menschen begleiteten und ihnen das Leben so gut es ging erleichterten. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, so deutlich und warm war dieses Bild. Als er die Augen wieder öffnete, erschreckte es ihn fast, das Dorf so ausgestorben zu sehen.
Eileen blickte sich schweigend und wachsam um, die Hand stets leicht an den Hammer gelegt. Einige Sekunden standen sie einfach nur so da, drei schwarze Flecken in der Mitte des Dorfplatzes betrachtend, wo zweifellos Scheiterhaufen gebrannt hatten. Ein synchrones, konzentriertes Ein- und Ausatmen, als sich beide gegen die verbliebenen Restenergien abschirmten, dann ging es zielstrebig weiter zum Friedhof.

Auch dieser hatte eindeutig bessere Tage gesehen. Zum Teil waren noch Reste davon zu erkennen, wie liebevoll gepflegt die Gräber einmal waren. Dazwischen lagen achtlos liegengelassene Werkzeuge und die neueren Gräber waren offenbar recht hastig angelegt worden. Zumindest ohne viel Ruhe und Achtsamkeit. Die Energie, welche die Begräbnisstätte ausstrahlte, war geradezu schaurig und griff nach ihrer beider Seelen. Trauer, Schuld, Leid und tiefe Gram. Es flimmerte sacht in der Luft, als sie sich wieder so gut wie synchron dagegen abschirmten. Aedan blickte auf das Mausoleum und überlegte kurz, es zu inspizieren, verwarf den Gedanken jedoch, als das Raunen, das zuvor eher als im Wind verlorenes Hintergrundrauschen kaum wahrnehmbar war, anschwoll und deutlicher wurde.

Er ist hier! Wie sie es gesagt hat.
Dort. Seht.
Er ist da.
Seht, wie sie leuchten.


Eileen blickte sich suchend in den umherwallenden Nebeln um, während er auf drei Gräber zustrebte. Die Seele einer alten Ordensschwester, die sich neben ihnen materialisierte, bestätigte mit einem Nicken, dass er hier richtig war. Ohne auf das Raunen zu achten, konzentrierte er sich zunächst auf seine Aufgabe, für die er hergekommen war. Es galt, ein Versprechen einzulösen. Auch das dunklere Gefühl, das von einem übelkeiterregenden, verdorbenen Geruch begleitet wurde, ignorierte er zunächst. Er zog die Lichtinsignien der drei Ordensschwestern hervor und kniete vor den Gräbern nieder, als er sie zurückgab und die Ruhestätten einsegnete. Ein Gebet für die Seelen der Verstorbenen vollendete die Zeremonie, und als er sich erhob, blickte ihn der Schemen der alten Schwester dankbar an.
Im Hintergrund wogten so viele andere Seelen. Von ihnen ging all das Leid aus, die Schuld...aber auch Hoffnung. Die Dorfbewohner hatten sich irgendwann vor dem schwesterlichen Schweigeorden gefürchtet. Sie waren ihnen unheimlich, da sie sich um die letzten Wege der Menschen gekümmert hatten und somit immer mit dem Tod verbunden wurden. Waren es am Ende vielleicht nicht sie, die den Tod brachten? Und es war schon seltam genug dass sie nie redeten. Dann noch diese unheimliche Schwester mit ihren Visionen....Das konnte alles einfach nicht richtig sein. Und so hatten die Lichtdienerinnen ein schlimmes Ende gefunden, nachdem sie sich so lange um die Bewohner des Ortes gekümmert und ihnen den schwersten ihrer Wege erleichtert hatten. Die Erkenntnis ihrer Schuld lag schwer auf diesen Seelen. Aedan konnte sie fühlen, und es ließ ihn beinahe in die Knie gehen.

Er hatte nicht lange mit ihnen gesprochen, als sich schließlich der Grund der dunkleren Energie offenbarte. Oben, auf dem Dach des Mausoleums, stand die Nethermantin, in deren Tun oder besser in deren Abwehr er so plötzlich verwickelt worden war. Die Reden, die sie schwang, waren erwartungsgemäß lästerlich und voll von Hybris. So sicher war sie sich ihrer selbst. Und doch so schwach und feige. Sie brauchte Seelen als "Futter", um ihre eigene Existenz zu verlängern. Dass sie sich hier nur als Schemen, als astrale Projektion, blicken ließ, zeigte Aedan, dass sie für eine Konfrontation nicht bereit war. Vermutlich fehlte ihr noch Energie. Und der geeignete Körper. Sicher hätte er auch dieses astrale Bild verletzen können und damit letztlich ihr schaden, hätte er es darauf angelegt. Aber der Nutzen wäre im Vergleich zum Aufwand vergleichsweise gering gewesen und er brauchte seine Kraft für die Ansammlung von Seelen, die hier um Hilfe gebeten hatte.
Immerhin verriet sie ihm, nachdem sie sich noch über Eileens Eignung als Wirtskörper ausgelassen hatte, dass das "Orakel" und die Seelen durch Schuld aneinander gebunden waren. Aedan war stolz auf Eileens sachliche und kühle Reaktion und ziemlich froh, als die Erscheinung offenbar irgendwann genug von ihrem eigenen Gerede und dem verbalen Schlagabtausch hatte und verschwand. Keine Versuchung mehr, dem Ding ordentlich eins überzubraten.

Als er sich umwandte, näherte sich eine Gestalt dem Friedhof und schritt auf sie zu. Verhüllt, Hände unter Handschuhen und das Gesicht hinter einer Maske verborgen, waren ihre Schritte mühsam wie die eines Verletzten. Es gab keinen Zweifel, dass sie das sogenannte "Orakel" war. Sie verneigten sich respektvoll voreinander und er konnte deutlich fühlen, dass sie nicht verloren war. Hinter all dem Schatten, unter all dem Schmerz und dem Leid, war Licht. Eine kleine Ecke Licht, tief in ihrer Seele vergraben. Er hatte es gehofft und war nun sehr erleichtert zu sehen, das es sie nicht verlassen hatte. Oder eher, dass sie es nicht verbannt hatte.
Sie waren in der Lage, respektvoll miteinander zu reden und durch ihre Korrerspondenz war es ein wenig so, als träfe man als alte Bekannte aufeinander. Ihre Verbrennungen und Entstellungen mussten schwer sein und das Leid, welches die Dörfler über ihren Orden gebracht hatten, war in keiner Weise vergessen. Konnte niemals vergessen werden. Aber konnte sie vergeben? Und damit sich selbst wie auch die ausharrenden Seelen aus den Fesseln der Schuld befreien? Immerhin konnte sie deren Entschuldigung annehmen und ein kleiner Teil der Last wurde spürbar leichter.

Es war so weit. Er bat Eileen um Unterstützung und zu zweit bauten sie eine Verbindung zum Licht auf, kanalisierten dessen Liebe und Vergebung zu den Seelen, welche einer nach dem anderen nun auf ihre letzte Reise gingen. Kalter Schweiß trat auf die Stirn des Abtes, als das kanalisierte Licht und das Leuchten der Seelen sich wie ein Tunnel nach oben schraubte. Er biß die Zähne aufeinander und bemühte sich, sich ganz dem Fluß hinzugeben, ohne die Konzentration zu verlieren und vor allem nicht zu viel von sich selbst zu geben. Als der letzte verschwunden war, ließen beide abrupt los und das Leuchten fiel in sich zusammen. Auch der Abt fiel in sich zusammen, während Eileen sich an einem Grabstein aufrecht hielt.
Gefühlte Ewigkeiten waren vergangen, bis er sich soweit berappelt hatte, einige Salzkekse aus seiner Tasche zu fischen. Die Tüte, welche er Eileen zuwarf, prallte zunächst mit einem dumpfen Plopp an ihrem Kopf ab. Beide aßen schweigend vor sich hin und regenerierten nach und nach, bis er auf die Beine kommen und Eileen ohne Hilfe stehen konnte.

Das Orakel stand abseits und schwieg eine Weile, bevor sie sich bedankte. Schließlich schritt sie auf das Mausoleum zu, Eileen und der Abt in Richtung ihrer Greifen. Ihre Wege würden sich nun trennen. Die Schwester würde ein paar Stunden bei der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichtes verbringen und er weiter nach Herdweiler reisen. Es gab noch etwas, das er für Sir Angus tun wollte.
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Oderike
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Titel: Verfasst am: 2. Aug 2018, 17:09 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Verlassenheit bekam eine neue Dimension für jene Frau, die zurückblieb in der Dunkelheit der Katakombe, dieses wurde ihr erst einige Stunden später bewusst so wirklich. Das endlose Gemurmel, die wortlos flehenden Bitten waren verschwunden und auch ihre Schwestern. Jene die trotz all dem immer für sie da gewesen waren im Geiste und fühlbar.

Stille herrschte nun dort unten bis auf ein leises rascheln von Mäusen in den Tiefen des Gewölbes, wenn diese über Särge huschten oder mit ihren kleinen Krallen über den Steinsims kletterten um in ihre Bauten zu gelangen.

Es gab nichts mehr was sie hätte tun können nun und doch wo sollte sie hin?

Ihre Gestalt ließ nichts anderes zu und ihre Gabe samt dem was sie getan hatte und was kommen würde bald machten jede Bewegung noch schwerer.

Sie wusste nur sie würde es überleben, doch was war schon Schmerz in diesem Fall?

Soviel schon hatte sie verloren und nur der Gedanke an die Worte des Abtes hielt sie in jenem Moment noch aufrecht.

Sie, jene würde kommen und Fragen stellen, deren Antworten kaum zu übersehen waren. Jede Seele war schließlich gegangen bis auf ihre. Hätte sie nicht einfach aufgeben sollen und den Abt oder jene Schwester um ein Ende ihres Leides zu bitten?

Nur unmerklich bewegte sie ihren verhüllten Kopf und richtete sich wieder auf ein wenig, das langsame Schaukeln endete und regungslos saß sie nun da, ihre Kette wieder am Fuß befestigt zur Sicherheit für sie selbst automatisch schon lange.

Sie bemerkte nicht mehr wie die Stunden verrannen denn ihr Blick war leer, die Augen weiß und es schien als atme sie nicht mehr bis ein Krampf sie schüttelte und sie auf den staubigen Steinboden warf. Keuchend lag sie dort mit Schweiß am ganzen Körper und ihr fehlte irgendein Halt, etwas das ihr geholfen hätte zu verstehen was sie so oft sah und nie verhindern konnte. Diese Lehre jedoch war verloren mit dem Tod der Schwestern und dahin auch die Chance zu helfen jemals irgendwem.

Der Abt ...

Eine Lichtgestalt als winziger Hoffnungsschimmer in dieser verfluchtem Katakombe war so irrsinnig wie zu glauben das man jemals sie nicht töten würde wollen. Die Vergangenheit war stets präsent für sie und sie Zukunft so grausam für viele.
Was zählte da ihr Schicksal schon und gab es nicht weit aus unschuldigere damit zu retten?

Krieg. Feuer ... überall erneut, ließen die mageren Schultern erbeben in einem erneuten Krampf wohl bevor sie sich mühsam erhob um die anderen Gäste zu begrüßen.
Sie wartete geduldig wie stets auf sie, denn ihre Fragen würden Antworten bekommen, der Fluch ihrer Gabe zu wissen manches und auch wen es treffen würde zuerst.

Es brauchte nicht lange und der Schmerz ergriff ihren Körper, das war die Strafe für den Verrat. Neue Narben in ihrer Seele und auf ihrem Körper der sich blutend auf dem Boden wand und erst später wieder fähig sein würde Nahrung zu sich zu nehmen.

Es gab niemanden der Schuld war daran außer ihr selbst und die Worte von jener Frau machten eines sehr deutlich:

Ein neues Gesicht würde sie so nie bekommen und jene vor ihr war doch die einzige die es ihr geben konnte. Leben war ein Geschäft wie andere auch und Verlierer bekamen nur eines den Tod oder schlimmeres ohne dass was ihr Feind geworden war, das Licht.

Alles was sie getan hatte schon schoss ihr durch den Kopf, während sie die Fragen beantwortete und damit ein Leben an einem anderen Ort beendete, ohne das es diese Person schon wusste.

Was hätte sie auch tun sollen anderes?

Retten konnte sie niemanden vor seinem Schicksal und auch nicht diese Frau vor ihr, welche eine Macht ausstrahlte die dunkler war als die Finsternis in den Katakomben. Alles was ihr blieb war zu antworten und wenigstens den Abt zu warnen stets. Dieser Druide war wohl nicht bereit ihr auch nur zuzuhören einen Moment.

Hass wallte kurz in ihrem Herzen auf darüber bis er erlosch wieder und zurück blieb der alte Schmerz, der Zorn über jene die leben durften und sie verurteilt hatten und noch nicht einmal sich die Mühe machten zu verstehen.

Es gab noch etwas zu tun und auch noch zu schützen, so schwer es ihr auch fallen würde in dieser Einsamkeit zu leben.
Diese Aufgabe galt es zu beenden ,vielleicht die einzig wichtige in dieser Einsamkeit und dafür würde sie leben noch eine Weile zumindest.
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Oderike
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Titel: Verfasst am: 18. Aug 2018, 16:09 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

In der Stille zu leben war leichter als sie angenommen hatte, zumal die ersten Tage in einem Dämmerzustand vergingen durch die Verletzungen, welche ihr Verrat nach sich gezogen hatte. Sich darüber zu beklagen kam ihr nicht einmal in den Sinn. Es war eh nur ein struppiger halb verhungerter Hund unten im Dorf noch und die Ratten und Spinnen, welche ihr Gesellschaft leisteten. Es gab niemand mehr dort außer ihr und als erste Tat nach dem verlassen der Katakombe pflückte sie einige verdorrte Sommerblumen um sie auf die Gräber ihrer Schwestern zu legen.

Schmerz war da keiner mehr und Zorn auch nicht, eher eine stille Trauer um das was verloren nun für immer für sie war vermutlich und so setzte sie sich hin um ihren Erinnerungen nachzuhängen bis der struppige Hund laut bellte und sie damit aus ihrer Versunkenheit riss.

Woher dieser gekommen war wusste sie nicht, doch immerhin er lebte auch hier und scherte sich nie um ihr Aussehen oder an dem was sie war oder auch nicht. Man ging sich meist aus dem Wege und doch er fraß was sie ihm hinlegte und wedelte sachte mit der buschigen Rute, wenn sie mit dem Futter kam.

Bei einer dieser Gelegenheiten war ihr das Päckchen von der Schwester aufgefallen und sie hatte es mitgenommen und den Inhalt verwundert angestarrt.

Wie konnte diese ihr fremde Frau helfen wollen nur?

Die Salben und Tinkturen waren mit der Grund warum sie sich besser fühlte und nicht so allein auf dieser Welt. Egal was sie getan hatte, diese Schwester war zu beschützen und dass sie zu diesem Abt gehörte erklärte nicht alles aber vermutlich manches. Die Bilder zu dieser Schwester waren seltsam gewesen, teils verworren und verflochten mit anderen die Fragen aufwarfen unwillkürlich.

Nur hatte sie jedes Recht verwirkt sie zu stellen und noch weniger sollte sie sich damit beschäftigen um sie nicht zu einem Ziel werden zu lassen. So gern Sie diese Schwester auch erneut gesprochen hätte so durfte sie das nie tun, denn dann wäre das Ende nahe und sie wollte den Abt nicht bekämpfen müssen.

Verdammt war sie dazu ihn wegzuhalten von sich und nur warnen konnte sie ihn weiter. Vielleicht gab es ja wirklich dieses winzige Licht noch in ihr von dem der Abt gesprochen hatte. Sie wusste es nicht und auch deswegen setzte sie sich in einem der verlassenen Häuser an einen Tisch und begann erneut diesem Abt zu schreiben in der vagen Hoffnung das er ihr erneut antworten würde.

Sie brauchte lange um zu schreiben, denn ein erneuter Anfall zwang sie dazu abzuwarten bis die Realität sie wiederhatte und sie damit die Kontrolle über ihren Geist und Körper.

Tod überall und es schien ihr als ersticke die Welt an der Welle der Gewalt zurzeit und dem was sie sah und nicht sehen wollte in ihrer Hilflosigkeit. Dennoch sie musste Ihn warnen vor dem Wolf und dieser träumenden Närrin klar machen, dass Sie ihr etwas schuldete immer noch.

Was nur sollte sie mit diesem Druiden tun?

Er wollte nicht hören und allein sie wusste wohin seine Ignoranz führen konnte. Hilflos auch da, es war wie immer und nur das Klappern der losen Fensterläden hinderte sie daran am Ende dort zu bleiben. Es war zu riskant und ihr Zuhause war jenes Grab schließlich geworden.

So passend auf viele Weisen inzwischen, das es einfach zu ihr gehörte genau wie der Schatten, der sie umgab in der Seele und dem Wissen über jene Kreatur, die andere bedrohte allein schon durch ihre Existenz.
Das Wissen darüber war nicht leicht zu tragen, das war es niemals gewesen. Doch erst mit dem Abt und dieser Schwester gab es plötzlich außer dieser noch Personen die sie nicht verdammten oder umbringen wollten.

Den Brief versiegelnd mit einem Rest einer Kerze nickte sie stumm wie so oft in früheren Zeiten zu sich selbst und schickte ihn fort bevor die Dämmerung hereinbrach erneut. Denn Sie würde bald erneut eintreffen und erneut Fragen haben. Fragen die andere ins Unglück stürzen würden, ohne dass sie je eine Chance erhielten.

Langsam schritt die vollkommen verhüllte Frau den staubigen Weg zurück in Gedanken den Ort voller Leben sehend wie so oft schon.
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Oderike
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Beiträge: 723

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Titel: Verfasst am: 12. Feb 2019, 13:32 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Im neuen Forum nun zu finden Smile
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