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Offenes Training der Schwanengarde
Ereignis vom 25. Feb 2019, 20:00 bis zum 25. Feb 2019, 22:01
Autor: Alynia Antworten: 0

Offenes Kampfraining für alle Interessierten und Zuschauer:

Im 2-wöchentlchen Turnus

Location ist in Sturmwind und naher Umgebung (wie Elwynnwald) und wird jedesmal am Trainingsabend bekanntgegeben
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Fr 22 Feb 2019
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Megann Derrington
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 269

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 3. Jul 2012, 15:40 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Irgendwie waren die Tage wie im Fluge vergangen, dachte Megann sich und gähnte herzhaft.

Die Sonne knallte auf das Fleckchen an dem sie sich für ihre Mittagspause hingesetzt hatte. Die Schuhe lagen auf der Wiese, wie auch ihre Weste. Die Beine der Hose waren hochgekrempelt und so genoß Megann die herrlichen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut.

An dem kleinen Teich saßen noch ein paar andere Sonnenhungrige, die sich ebenfalls eine Auszeit vom Trubel der Stadt genommen hatten.

Ein paar Wappenröcke erblickte Megann ebenfalls, die verstreut am Seeufer saßen, oder aber eilig vorbei gingen.
Welch ein Trubel, ging es ihr durch den Kopf als sie in die Pastete biss, welche sie sich zuvor bei einem Verkäufer ihres Vertrauens in der Altstadt gekauft hatte.

Es waren viele Menschen in der Stadt heute. Das Sonnenwendfest endete und in den Gassen und auf den Plätzen herrschte reger Betrieb und ausgelassene Stimmung. Die Taschendiebe hatten sicherlich einen hervorragenden Tag. Megann hatte auf ihrer Morgenrunde mehrere Langfinger gesehen, die mit dick gefüllten Börsen davon huschten.

So einfach, hatte sie sich mehrfach gedacht, bei einigen sehr unvorsichtigen Besuchern. Innerlich kopfschüttelnd war sie durch die Gassen gegangen, hatte ihre Augen wandern lassen und beobachtet.

Ein Pferd wäre fast mit seinem Reiter durchgegangen gewesen, einem hochnäsigen Plattenträger, der sich zu fein war abzusteigen und sein Pferd durch die Menge zu führen. Zum Glück für ein paar Passanten hatte ein Mann im Wappenrock der Erbauer, beherzt nach den Zügeln des Tieres gegriffen, ihm einen Schlag gegen das Maul versetzt, um es zu beruhigen und hatte sehr unmissverständlich den Mann aufgefordert sofort abzusteigen.

Megann hatte, wie ein paar andere Leute beifällig genickt und war dann aber weitergegangen. In der Altstadt hatte sie neue Aufträge bekommen und Tabetha, die Besitzerin des Hurenhauses in der Näherinnengasse, hatte ihr kurz zugenickt und sich mit der verabredeten Geste über die Brust gestrichen.

Heute Nacht hatte sie also Wachdienst über der Gasse. Megann leckte sich die Finger ab und rieb dann mit der Hand über das Gras, um den letzten Rest von der Pastete abzuwischen. Sicherlich wird viel los sein heute Nacht, ging es ihr durch den Kopf.

Es würde gefeiert werden und das bedeutete, dass die Männer nur zu willig waren ein wenig mehr Geld für weitere Annehmlichkeiten auszugeben. Leider würde es auch bedeuten, dass es mehr Betrunkene und somit wohl auch Randalierer geben würde. Vorsichtshalber nehm ich auch die zwei Pistolen mit, beschloss sie im Geiste und blickte über das Wasser des Teiches.

Heute war auch Vollmond, noch ein Grund ein wenig aufmerksamer zu sein als üblich. Vollmond und Abschluss der Feierlichkeiten. Ein Garant für erheblich Ärger. Sicherlich fluchen die Kollegen der Wache schon, dachte Megann und wickelte einen Grashalm um ihren schlanken Zeigefinger. Kollegen, sind doch gar nicht mehr Kollegen, schoß es ihr dann in den Sinn und grübelnd blickte sie weiter ins Nichts.

Die Gedanken kreisten in ihr seit einiger Zeit und immer mehr fühlte sie sich unwohl damit, wie sich ihr Dienst für die Krone entwickelt hatte, nachdem Gilneas gefallen war. Viermal hatte sie morden müssen und jedes Mal hatte sie es gehasst. Sie befolgte die Befehle, doch in ihr krampfte sich alles zusammen. Jedes Mal hatte sie eine Auszeit gebraucht und es wurde immer schlimmer.
Was würdest Du davon halten?, fragte sie sich innerlich und blickte in den Himmel.

Sie lauschte, doch wie immer bekam sie keine Antwort. Vor ihrem Auge sah sie grüne Augen, die im Licht funkelten. Ein Lächeln das halb war und dann doch nicht, schwarze Haare, wie die ihren, die Hände schmal und flink und dann ein Hauch von Meerluft, der alles versprach. Leise seufzte Megann auf, schüttelte ihren Kopf leicht, um diese Vision zu vertreiben.

"Na, Spätzchen? Machst du Pause?" drang eine männliche gar zu überzeugte Stimme an ihr Ohr.
Megann wendete den Kopf langsam und blickte auf den Mann, der seitlich im Schatten des Baumes stand und lässig sich an den Baumstamm lehnte.

Mitte Zwanzig war er wohl, nicht unansehnlich aber mit jenem Funkeln in den Augen, dass darauf schließen lies, dass er meinte er wäre der Beste unter allen und man könne froh sein, wenn was von einem wolle.

Eine fein geschwungene Augenbraue über einem dunkelblauen Auge zog sich leicht in die Höhe.
"Redest du mit dem Baum oder galten die Worte mir?" fragte sie leise und ruhig.

Er nahm den Grashalm aus seinem Mundwinkel, ließ langsam den Blick über sie schweifen und sprach dann in einem versucht lasziven Ton, der in Meganns Ohren nur dumm klang, "Mit dir, Zuckerschnute. Aber wenn du gerne in den Schatten magst, ich kenn da ein nettes Plätzchen."

Megann setzte ein Lächeln auf und klimperte mit den langen, dichten Wimpern. Der Mann blinzelte, darauf war er wohl nicht gefasst gewesen.
Sie erhob sich geschmeidig, schlüpfte in ihre Stiefel, nahm die Tasche und Weste und ging auf ihn, mit einem geübten Hüftschwung, zu.

"Verlockend, mein Hengst" gurrte sie leise und beschenkte ihn mit einem besonderen Augenaufschlag.
Der Mann blickte sie an und sie konnte genau in seinen Augen sehen, dass er meinte er hätte einen Glücksgriff getan. Sie lächelte lieblich.

Er bot ihr galant den Arm an und von hinten hörte sie ein Pfeifen und leichtes Gröhlen. Es war so klar gewesen, dass er noch irgendwo Freunde hatte. Sicherlich hat er gewettet, dachte sie und in ihr kochte leicht die Wut aber auch das Amüsement.

"Kommst du von hier?", fragte sie ihn und strich ihm dabei über den Arm.
"Nee, ausm Rotkamm. Bin hier mit Freunden", sagte er und irgendwie hatte Megann das Gefühl, dass er unsicher wurde.

Sicherlich ein großes Maul und nichts dahinter. Und jetzt bekommt er Schiss, dachte sie sich und schüttelte innerlich den Kopf.

Er hatte sie zu einer ruhige Ecke geführt, im Schatten nicht wirklich einsehbar und Megann wusste, dass die Ecke öfters mal von Paaren genutzt wurde, um sich zu treffen. So fremd kann er auch nicht sein, schoß es ihr durch den Kopf.

Kaum hatte sie ausgedacht, wollte er sie an die Mauer pressen und seine Hände auf ihre Brüste legen. Sie legte ihm die Hand auf die Brust und keuchte auf, "Du bist aber ein Schneller", sagte sie gespielt entsetzt, mit einem Lächeln auf den Lippen.
"Komm schon, Püppchen. Ich hab nicht ewig Zeit", raunte er und war schon dabei sich die Hose aufzufummeln.

"Ich helf dir dabei", sagte sie und griff beherzt in seinen Schritt. Sein Stöhnen wurde kurze Zeit darauf schmerzvoller und er krümmte sich leicht. "Scheiße, du tust mir weh", fluchte er mit zusammengepressten Zähnen.
"Wirklich?", fragte sie unschuldig und drückte noch ein wenig stärker zu.
"Dirne", fluchte er, worauf er zwar den Griff um seine Kronjuwelen los wurde, darauf aber eine Hand an der Gurgel hatte.

Mit einer Kraft, die er der kleinen Person nicht zugetraut hätte, so sah man auch in seinem Blick, hatte sie ihn an die Mauer gedrückt und blickte zu ihm hoch.
"Niemand nennt mich so", sagte sie ruhig und blickte ihn starr an.
Irgendwas in ihren Augen, ließ den Mann sehr blass werden und er versuchte leicht zu nicken.

"Hör mir gut zu Bursche! Wenn ich dich noch einmal unschuldige Frauen ansprechen sehe und ich werde dich sehen ... dann kann dir selbst der Bischof nicht mehr gnaden. Hast ... du ... mich ... ver.stan.den?" fragte sie dann ruhig, ernst und mit einer unterschwelligen Drohung in der Stimme.

"Ja, Ma'am", krächzte er.

Megann blickte ihn forschend an, nickte dann und lies die Hand von ihm ab. Kaum hatte sie die Hand weggenommen, wollte er seine Faust schwingen, um sie zu treffen. Megann blockte die Faust ab und versetzte ihm einen Kantenschlag in den Nacken.

Kopfschüttelnd hob sie ihre Tasche und die Weste vom Boden auf und blickte auf den bewußtlosen Mann am Boden.

"Hormongesteuerter Vollidiot", murmelte sie als sie aus dem Schatten trat und sich die Weste zu knöpfte.

Kurz darauf ging sie mit einem eigentümlichen Lächeln auf den Lippen durch die Gassen, gen Kanalviertel. Ihr Laune war jetzt viel besser und irgendwie hatte ihr das gut getan. Summend machte sie sich auf in die Nachmittagsschicht des Tages.
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 269

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 5. Jul 2012, 15:32 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Die Türe klackte hinter ihr ins Schloss und ließ sie im Dunkeln des Ganges zurück. Leise huschte sie die Stufen hoch, ging an ihrem Zimmer vorbei, zog die Lucke vom Dachboden runter, kletterte hoch und zog sich um.

Wieso hatte sie ihm begegnen müssen? Jetzt musste sie sich eilen, um ihren Nachtdienst aufzunehmen. Eigentlich hatte Megann nur noch zum "Geschlachteten Lamm" gehen wollen, um zu sehen, ob Tabetha ihre eine Nachricht hatte zu kommen lassen. So war die Vereinbarung, sollte sich was ändern, fand der Kontakt übers Lamm statt.

Es war keine Vereinbarung da gewesen, dafür war Megann's Laune in den Keller gesunken. Es gab zu viele Betrunkene auf den Gassen und das bedeutete für sie, dumme Sprüche und Hände, die versuchten sie anzugrabschen. In der Regel kam sie damit ganz gut zurecht, dafür war ihr Dolch oder eine flinke Bewegung mit der Hand. Doch heute war es wirklich unmöglich für sie und so wand sie sich durch die Menge, schob und quetschte sich über den Marktplatz, ging an Pärchen vorbei, denen es egal war, ob sie gesehen wurden oder nicht und ihre Laune sank immer tiefer gen Nullpunkt.

"Der ganze Weg umsonst", fluchte sie innerlich als sie mit der gekauften Portweinflasche auf die Plattform im Magierviertel trat und über das Meer blickte. Unten im Hafen konne sie die Masten der Schiffe wahrnehmen und hier und da Feuer. Kleine Gestalten, die dort unten ebenfalls feierten. "Sicher ist er da unten", dachte sie sich und puhlte den Wachsverschluss der Flasche ab.

"Ja, das musst Du sein. Heute ganz in Schwarz?", drang eine nur allzu bekannte männliche Stimme an ihr Ohr. Megann wendete den Blick und sah ihn, an einer Zinner gelehnt im Mondlicht sitzen.
Ihr Herz tat einen Sprung bei dem Anblick und das gefiehl ihr gar nicht, darum fiel die Antwort die sie ihm gab auch harscher aus, als eigentlich üblich.

"Nicht in Schwarz, nein" sprach sie und trat nun ebenfalls ins Mondlicht. Seine Augen glitten über ihren Körper und sie hatte das Gefühl, als würden sie eine brennende Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Megann setzt sich an der Rand der Brüstung und ließ die Beine in die Leere baumeln.

"Grün, ich sehe schon", sagte er mit einem Schmunzeln. Megann nahm einen Schluck vom Portwein und reichte ihm die Flasche. Er nahm sie dankend an und genehmigte sich ebenfalls einen erheblich kräftigeren Schluck.

Es folgte eine Konversation über belanglose Dinge, wie der Tag gewesen sei. "Eigentlich hätte er ganz gut werden können", dachte sie sich, legte sich auf den Rücken und blickte in den Sternenhimmel.
Ihre Antwort fiel bescheidener aus. Er lachte leise und sein Lachen hinterließ ein Kribbeln in ihrer Magengegend. Erneut antwortete sie ihm ein wenig harscher, doch es schien ihn nicht zu kümmern. Sie blickte ihn an und er lächelte, dann stand er auf, schaute zu ihr herunter und streckte den Arm aus.

Megann stellte ihre Füße auf den Stein und reichte ihre Hand nach oben. Seine starken, aber feinen Hände, die eher für feine Arbeit geschaffen waren, denn schwere Güter zu schleppen, zogen sie auf die Beine. Ein Hauch von Meeresduft, frisch und verlockend stieg ihr in die Nase und in ihr Herz. "Wieso musst du so duften?" fragte sie sich innerlich zum zigsten Male, als seine Hand die ihre umschloss und sie so durch die Gassen gingen.

Sie erzählte ihm von den Sprüchen und den Grabschern und er lachte nur leise, "Es ist nicht immer gut so hübsch zu sein", meinte er und gluckste erneut. Aus irgendeinem Grund wurmte Megann seine Reaktion. Sicherlich sie könnte sich wehren, doch wusste er das?

Als sie so durch die Gassen gingen erzählt Megann ihm von Lara, der Tochter des Obsthändlers in der Altstadt. Lara war gerade erst 16 Jahre alt und hatte mit ihrem leicht zurückgebliebenen Vater und der bettkranken Mutter wirklich schon genug am Bein, doch heute wäre sie von so betrunkenen Idioten auch noch fast vergewaltigt worden.

Megann hatte sich gerade umgezogen gehabt, zum zweiten Mal an diesem Tage, und wollte sich einen Apfel am Stand holen gehen. Da saß das Mädchen total aufgelöst auf einer der Kisten und der Vater blickte ein wenig hilflos auf sie.
"Was ist denn hier passiert?", wollte Megann wissen und der Anblick von Lara's zerrissenem Rock und dem angerissenen Oberteil brachten ihre inneren Alarmglocken zum schrillen. Lara stammelte und wischte sich die Tränen vom Gesicht. "Cuthbert", rief Megann zum angrenzenden Gemüseverkäufer hinüber. "Yah, Miss?" fragte er höflich und versuchte nicht auf die Haut zu blicken, die Lara durch ihre Aufmachung nun zeigte. "Kümmert Euch doch mal bitte kurz mit um den Stand, während ich mit Lara mal kurz weg bin, ja?"
Cuthbert, ein schmächtiges Kerlchen mit beginnender Glatze, aber einem sehr netten Gesicht, nickte. "Sicher, Miss."
Megann lächelte ihm dankend zu, zog Lara mit sich und hielt sie dann im Arm, während sie durch die Gassen zu ihrem Zimmer gingen.

Oben angekommen, hatte Megann ihr einen Schluck Bourbon eingeschenkt und ihr den Becher in die Hand gedrückt. "Trink das, Mädchen" hatte sie ihr mit warmer Stimme befohlen. Nachdem das Husten aufgehört hatte, begann Lara ihr zu erzählen was vorgefallen war. Megann hörte sich alles ruhig an und war erleichtert, dass dem Mädchen nicht ernsthaft etwas geschehen war. Ruhig reichte Megann ihr ein Kleid, "Hier zieh das an und wenn es dir passt, kannst du es behalten", sagte sie und Lara befühlte den Stoff des Kleides ehrfürchtig. "Aber, Miss Derrington", hauchte sie und schüttelte den Kopf. "Mach schon, Mädchen" sagte Megann und nickte ihr aufmunternd zu. "Es hat mir eh nie gepasst", schloss sie dann und drehte sich leicht weg, als Lara begann sich umzukleiden.

Dennoch blickte Megann auf die Figur des Mädchens. Keine Blessuren, nur an den Handgelenken zeichneten sich blaue Male ab. "Du hast richtig gehandelt, als du ihm das Knie in die Weichteile gehauen hast", sagte Megann nun zu ihr und lächelte ihr zu.
Lara strich sich über das Kleid, welches ihr zwar bis über die Knöchel ging, aber sonst hervorragend passte. "Danke, Miss" hauchte das Mädchen und ihr Blick zeigte Megann, dass sie ihr in vielerlei Hinsicht dankte. Megann lächelte und nickte, "Dann wollen wir dich mal wieder zu deinem Vater bringen", sagte sie, stand vom Stuhl auf und ging zur Türe.

Lara blickte sich in der kleinen Kammer um und sagte dann im hinaus gehen, "Schön haben sie es hier nicht grade, es fehlen die Blumen und es wirkt so leer". Megann schaute kurz ins Zimmer, als sie die Türe zu zog. "Ich mag es so, Lara."

"Unfassbar", brummelte er und schaute sie an. Sie hatte ihm natürlich nicht alles erzählt, aber immerhin soweit, dass dem Mädchen nichts ernstes geschehen sei.
Mittlerweile waren sie auch vor ihrer Behausung angekommen und Megann hatte sich nun genötigt gesehen, ihm etwas vorzuflunkern. Somit gähnte sie herzhaft und erzählte ihm von Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Er war zu ihr getreten, hatte sie zärtlich geküsst und ihr eine gute Nacht gewünscht. Megann lächelt hinter ihrer Maske als sie an den Kuss dachte und blickte auf die Gasse zu ihren Füßen hinab. In der Ecke vergnügte sich ein Freier mit einer der Straßendirnen, da er wohl kein Geld für ein Zimmer mehr erübrigen konnte.

Megann saß auf ihrem üblichen Platz, uneinsehbar von unten und auch nicht von etwaigen Fenstern, höherer Häuser und passte auf, dass den Dirnen nichts geschah. Ein kleiner Schrei, ließ ihren Kopf wieder zu der Stelle wandern, an der das Paar sich vergnügte. Megann's Augen fixierten das Paar. "Er scheint seine Sache gut zu machen", dachte sie sich nur und beobachtete die Liebenden eine Weile, bevor sie wieder ihren Kopf abwandte.

Der Rest der Nacht sollte für Megann ruhig und ohne große Zwischenfälle verlaufen. Sie beobachtete, wie einem Freier, der vor die Tür gesetzt wurde, noch die Fresse poliert wurde und dann weggeschubst wurde. Mehrere Liebschaften in der Gasse gingen noch von statten, doch auch hier gab es keine Zwischenfälle. Einmal war sie kurz davor gewesen einzugreifen, als eine der Dirnen, ihren Freier zu schlagen begann und lauter meinte "Nein, nein ...", doch als Megann sich über dem Paar befand, sah und hörte sie, dass er auf dem Boden kniete und sie anbettelte ihn zu bestrafen.

Megann hatte darufhin leise den Rückzug beschlossen und das Gesicht angewidert verzogen.

Als die Dämmerung kam, trat jemand aus der Tür des Hurenhauses, machte ein Zeichen mit der Hand und Megann nahm die Abkürzung über die Dächer nach Hause.
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 269

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 10. Jul 2012, 17:46 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Die letzten Tage waren vollbepackt mit Arbeit gewesen. Das war einerseits gut, denn so wurde die Börse gefüllt, doch andererseits bedeutete es früh aufstehen und spät ins Bett fallen.

Heute jedoch schien es ruhiger zu sein. So kam es, dass Megann am Tisch ihrer Freundin Liz saß und ein wahrhaftiges und reichhaltiges Mittagessen vor ihr prangte.
"Iss! Und zwar auf!", brummte Liz und stand kopfschüttlend neben dem Tisch und blickte auf die zierliche Person, die ihre beste Freundin war.

"Wasn?" fragte Megann und griff zur Gabel.

"Du bist dünn! Schau dich doch mal an. So findest du keinen Mann!", schimpfte Liz und setzte sich.

Megann grinste und schob sich die Gabel mit Stampfkartoffeln, Erbsen und Soße in den Mund.

"Sag nicht, du triffst dich immer noch mit ... ihm?", fragte Liz und musterte ihre Freundin mit leicht zusammengekniffenen Augen.

Megann deutete auf ihren vollen Mund und wackelte ein wenig mit den Brauen.

"Beim heiligen Licht! Megann Derrington! Das kann doch nicht gut sein für dich", kam es aus Liz Mund gesprudelt und ihre braunen Augen funkelten.
Nachdem sie geschluckt hatte, setzte Megann zu einer Erwiderung an, doch sie kam gar nicht zu Wort.

"Ich bitte dich. Was für ein Kerl soll das schon sein, hm? Sicherlich irgend so ein Nichtsnutz. Ein Rumtreiber! Er ist doch kein Rumtreiber?", Liz Augenbrauen schossen fragend in die Höhe und Megann antwortet mit einem Kopfschütteln und blickte sie mit vollen Wangen an.

"Immerhin! So ein Zigeuner ist er auch nicht, oder?"
Kopfschütteln.
"Spielmann?"
Kopfschütteln und eine neue Ladung an Kartoffeln, Fleisch und Gemüse fand den Weg in ihren Mund.
"Jetzt sag doch schon!", murrte Liz und bekam nur mit der Gabel die vollen Wangen gezeigt.

"Aaaah, du treibst mich noch in den Wahnsinn mit deiner Geheimniskrämerei! Er ist doch wohl kein reicher Adliger mit einer Frau", maulte Liz und wurde dann blass als Megann mit den Brauen wackelte.

"Heiliges Licht sei mir gnädig!" keuchte die hochschwangere Frau und schlug die Hände vor dem Mund zusammen.
"Bist du denn des Wahnes? Ein Adliger?!" kam es leise gepresst raus und Liz neigte sich nach vorne.

"Das ... Megann... du ... er wird dir doch nie einen Antrag machen."

Megann schluckte und schaute ihre Freundin ruhig an.

"Hör mal Liz. Ich liebe dich als meine Freundin, aber mit wem ich was und wie mache, das ist meine Sache", konterte Megann ruhig und blickte dann ihre Freundin an, als sie einen Schluck vom Mondbeerensaft nahm.

Ein tiefes Seufzen füllte die Küche.

"Ach, du machst doch eh was du willst", winkte Liz ab und fummelte sich an ihrem eh schon leicht wirren Haarknoten rum.
"Genau", sagte Megann leise und schob sich noch einen Bissen in den Mund.

"Aber ein Adliger ... "
"Was ist mit einem Adligen?", fragte Liz Mann, ein großer, bärtiger Hüne, der gerade zur Küche herein kam.

Megann beobachtete, wie ihre Freundin rote Wangen bekam und sich über die Schürze strich. Schnell schluckte Megann den letzten Bissen runter und richtete ihre Aufmerksamkeit auf Stephen.

"Ein Adliger hat sich gestern mit einem Mädchen in der Gasse vergnügt, durch die ich ging", sagte Megann ganz ruhig und legte einen leicht geschockten Blick auf.
"Meine Güte", brummte Liz' Mann und schüttelte den Kopf. "So etwas solltest du meiner Elizabeth nicht sagen, Megann. Sie ist doch so sensibel", Stephen ging zu seiner hochschwangeren Frau und nahm diese in den Arm.

Megann nickte dem bärtigen Hünen zu und schaute dabei ihre Freundin an, die ihr zu zwinkerte und dann theatralisch seufzte.

"Regt es dich sehr auf, mein Elfchen?" fragte er die nicht grad zierliche und hochschwangere Liz besorgt.
"Ach ... es muss ja", sagte diese ein wenig bekümmert, worauf er sie anblickte.

"Ich sag dir, was wir jetzt tun, ja? Ich werde die Kinder heute zu meiner Mutter stecken und du ruhst dich schön aus. Später massiere ich dir die Füße wie du es so gerne hast und ich werde uns was zu Essen holen gehen, ja?" fragte er und blickte seine Frau mit liebevollen Augen an.

Megann schob sich eine weitere Gabel voll in den Mund und beobachtete das Ganze fasziniert.

"Oh aber ..." kam es zaghaft von Liz und ihre Lider plinkerten leicht.
"Kein aber, mein Liebling", sagte Stephen fester und nickte ihr dann zu.

Liz senkte die Augen leichte und nickte dann.
"So ist es richtig. Nun setz dich und beruhig dich wieder", mit den Worten schob er ihr den Stuhl richtig, neigte sich dann runter und küsste sie auf den Scheitel.

"Und du red nicht mehr über solche Sachen mit ihr. Es ist ja schon schlimm, dass eine unschuldige, junge Frau, wie du so etwas sehen musste", brummte er zu Megann und sie nickte ihm nur schuldbewusst zu.

"Eine Schande ist das ..." brummte er und ging aus der Küche. Man hörte ihn noch eine Weile rumoren und die zwei Mädchen einsammeln, die kreischend und johlend im Hinterhof tobten.

Megann blickte fasziniert zu ihrer Freundin und zeigte mit der Gabel auf sie.
"Du ... durchtriebenes Luder", brummte sie grinsend.
Liz grinste frech zurück und strich sich über den dicken Babybauch.
"Die Waffen der Frau, Meg. Die Waffen der Frau", sagte sie dann und hob ihr Kinn an.

Kurz darauf lachten die beiden Freundinnen herzhaft.
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 269

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 11. Jul 2012, 15:34 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Die Türe wurde leise zugezogen und Megann öffnete ihre Lider. Draussen begann es langsam zu dämmern und das fahle Licht, tauchte ihr Zimmer in Schatten und Grautöne.

Mit einem Gähnen setzte sie sich auf und streckte sich genüsslich. Sie ließ ihren Nacken kreisen und dabei fiel ihr Blick wieder auf die leere Kiste, welche am Boden lag. Die Kiste, welche gestern noch den Betrag von 80 Silberlingen und 74 Kupfer enthalten hatte.

Sie hasste es Geld in ihrer Kammer zu haben, aber die letzten Tage war sie nicht zur Bank gekommen, wenn diese noch offen hatte und nun hatte das Schicksal sie bestraft.

Die Einnahmen der letzten 3 Tage, weg. Gestohlen!

Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass gerade ihr das passiert war.

Megann streckte sich und griff nach der Bürste auf der Kommode und begann sich die Haare auszubürsten.

80 Silberlinge waren für die meisten Leute viel Geld und es war auch viel Geld für sie, beziehungsweise für jene Menschen, die sie hauptsächlich mit dem Geld unterstützte, welches sie verdiente.

Zwei alleinstehende Witwen, mit ihren Kindern, die mehr schlecht als recht über die Runden kamen und ihre Freundin Liz, deren Mann sie immer wieder gut bezahlte Aufträge zu kommen liess in unregelmäßigen Abständen, damit genug zum Leben rein kam.

Ihr Leben selber war zunächst gesichert, darüber machte sie sich keine Sorgen. Die Bezahlungen für ihre andere Tätigkeit waren mehr als nur üppig. Jedoch musste die Botin, Megann Derrington schließlich irgendwie über die Runden kommen und das hieß, einer Arbeit nachgehen, die es ihr ermöglichte die Maske zu wahren.

Der Diebstahl jedoch packte sie an ihrer Ehre und sie war wütend darüber. "Dreckiger kleiner Dieb", fluchte sich innerlich, legte die Holzbürste zur Seite und schälte sich aus dem Bett.

Sie lächelte als sie ein langes, braunes Haar von ihrem Kissen pflückte und es betrachtete.

"Ich liebe Dich", die Worte gingen ihr wieder durch den Kopf und sie erinnerte sich nur zu gut an die Situation.

Ihre beiden Körper glühten noch vom Liebesspiel nach, welches sie gerade beendet hatten und welches sie nun so da liegen liess, schwer atmend, die Glieder leicht und doch auch mit einer Schwere, die nur nach einem guten Liebesspiel entstand. Er hatte sich zu ihr umgedreht, sie angeblickt und ihr diese Worte zu gehaucht.

Megann schüttelte leicht den Kopf und lies das Haar, welches sie um einen Finger gewickelte hatte, dann achtlos zu Boden gleiten.

"Hat er wirklich nur einen Scherz gemacht?" ging es ihr erneut durch den Kopf, als sie sich wusch und danach anzog.

Er hatte es nach ihrem überraschten Blick, abgewiegelt und gemeint es wäre nur ein Scherz gewesen.

"Was wenn nicht?" fragte sie sich und stockte beim zunesteln ihrer Hose. "Was wenn er mich wirklich liebt?"
Megann blickte auf das zerwühlte Bett und schüttelte dann den Kopf.

"Nein", murmelte sie laut vor sich hin und schüttelte erneut den Kopf.

"Ganz sicher liebt er mich nicht", dachte sie erneut und ließ das weiße Hemd über ihre nackte Haut nach unten gleiten.

Megann schob sich das Hemd in die Hose und zog eine Weste darüber, welche sie sorgsam zu knöpfte.

"Ich liebe dich", hörte sie erneut und wieder sah sie ihn vor sich. Seine Augen die glänzten, sein Atem der schneller ging, die Haare noch leicht zersaut und die Lippen vom küssen leicht gerötet.

Sie schloß den letzten Knopf der Weste und griff nach ihrem Gürtel mit Gürtelmesser und Langdolch. Energisch befestigte sie den Gürtel und überprüfte dann den sicheren Halt.

"Er hat nicht den Anschein gemacht als würde er lügen", dachte sie und rief sich seine Augen in den Sinn, als er es gesagt hatte. Es hatte in dem Moment keine Lüge darin gelegen. Megann seufzte und blickte kurz zur Decke hoch.

"Kompliziert", murmelte sie dann leise vor sich hin und griff zu ihrer Ledertasche.

Die Liebe machte alles komplizierter, aber nicht unmöglich. Doch war sie dafür bereit? Nach all den Jahren? War sie wieder dafür bereit?

Sie wußte nur zu gut, was sie für ihn empfand und wollte es nicht wirklich sehen. Nicht zu lassen, denn dann würde es eine Gewißheit sein.

"Ich liebe dich", hatte sie ihm zugeflüstert nachdem sie sich eine lange Weile schlafend gestellt hatte, eng angeschmiegt an seinen Körper. Aber leider schien er wohl wirklich eingeschlafen zu sein, denn sie hatte keine Reaktion von ihm bemerkt. Kein Stocken im Atem, keine Regung seiner Muskeln. Sie hatte ihn ärgern wollen, wie er sie ... doch wenn sie wirklich ehrlich zu sich wäre, müsste sie feststellen, dass dies zumindest ein großer Teil der Wahrheit wäre, die sie zu verdrängen versuchte.

Doch Megann dachte nicht daran und ließ es auch nicht zu. Sie schüttelte die Gedanken mit einem neuerlichen Kopfschütteln weg, und legte sich ihre Posttasche um.

"Zeit, zum Arbeiten", dachte sie. "Und dann überlege ich mir, wie ich mein Geld zurück bekomme".

Der letzte Gedanke hinterließ ein Lächeln auf ihrem Gesicht, mit dem sie kurze Zeit später auch in den morgendlichen Dunst der Gassen von Sturmwind tauchte.
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 269

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 13. Jul 2012, 12:55 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Meganns Stiefel knirschten im Schnee. Sie hatte sich zum Schutz vor der Kälte eine Gugel mit Mundschutz über den Kopf gezogen und war auch sonst entsprechend wärmer angezogen.

Wie kamen die Leute hier nur mit dem Dauerschnee zurecht?, fragte sich Megann nicht zum ersten Mal.
"Ich hab nur Widder und dieses Gnomenzeug da", brummte der Zwerg und so weit hatte er gar nicht hoch zu sehen bei ihr.
"Das ist ein Scherz?", fragte Megann und blickte sich um.
"Seh ich aus als ob ich Scherze machen würde, Püppchen?" kam es erneut brummig von dem Zwerg, dessen Augen über die Gestalt von Megann ohne Hehl sehr langsam wanderten, während er sich über den prächtigen Bart strich.

Megann schaute auf den Zwerg. Schneekristalle hingen ihm im Bart, der statt schwarz eher grau wirkte, durch den vielen Schnee. Selbst an den Augenbrauen hatten sich ein paar kleine Schneehäufchen gebildet. Erstaunlicherweise war er nicht blau vor Kälte sondern hatte sehr rosige Wangen und eine ebenso gesunde Rötung der Nase.

"Nein", sagte sie nur knapp und seufzte dann mit einem ergebenen Nicken. "Dann nehm ich nen Widder", antwortete sie ihm und er grinste darauf breit.
"Gute Entscheidung, Mädchen. Bist ja kaum größer als ein Zwerg, da hast du keine Probleme mit, Schätzchen. Aber dürr bist du, beim Barte Broms", brummte er und stapfte dann zum Gehege seiner Widder davon.

Megann schaute sich um blickte auf die Tore Eisenschmiedes. Es war immer wieder ein gewaltiger Anblick, den sie jedes Mal genoß. Sie liebte es zu reisen, Neues zu entdecken und auch wenn sie schon einige wenige Male hier gewesen war, so erstaunte es sie immer wieder.

"Hier hätten wir ein nettes Bürschen für Euch. Haut ihm eine gegen die Schnauze, wenn er Mucken macht. Bei Eurem Fliegengewicht könnte er ja denken, da ist keiner mehr, nech?"
Mit den Worten reichte der Zwerg ihr die Zügel. Megann schaute dem Widder in die Augen, tief in die Augen, bis der Widder blinzelte und wegschaute.

"Ah ich seh schon, gar nicht so dumm das Menschending", grinste es unter dem Bartwuchs hervor und er klopfte sich auf die Hose, dass es klatschte.
"Danke sehr, Meister Stolzbart" erwiderte Megann höflich und begann ihre Taschen am Sattel des Widders festzumachen. Sie war sich durchaus bewußt, dass der Zwerg ihr die ganze Zeit dabei auf den Hintern starren würde.

Als sie sich umsah, blickte er sie tatsächlich noch mit einem leicht verklärten Blick an und hatte sie den Bart zu einem interessanten Skulptur gezwirbelt.

"Einen wirklichen herrlichen Bart habt ihr da, Meister Stolzbart", sagte sie ernst und zog sich dann in den Widdersattel hoch. Der Zwerg am Boden errötete ein klein wenig und streckte dann die vor Stolz ein wenig geschwollene Brust raus.
"Na, das gibt aber keinen Preisnachlass, Kindchen" brummte er, wenn auch mit einem Lächeln.

Megann lachte klar und hell und stupste dem Widder dann in die Flanken. Im typischen Widdergang ging es durch die Schneelandschaft Dun Moroghs.

Mit offenen Augen und zwei geladenen Pistolen, sowie Wurfmessern und zwei Dolchen hatte Megann nicht wirklich Furcht als sie durch das Land gen Pass ritt, um nach Loch Modan zu gelangen.

In der Ferne sah sie einmal einen Bären und auch einen Schneeleoparden glaubte sie im ewigen Weiß wahrzunehmen.
Der Widder zottelte vor sich hin und Megann hing ihren Gedanken nach.

"Erst die Post ausliefern und dann den Auftrag erledigen", dachte sie sich und ging im Geiste nochmal durch, wie die möglichen Szenarien aussehen konnten.

Klar war auf alle Fälle, dass sie das Lager erst einmal beobachten musste, um die Runden der Wachen herauszubekommen. Dann musste sie feststellen, wo der Anführer sein Lager hatte und wie sie dort schnell und ohne viel Aufhebens hin und wieder raus gelangen könnte.

Der Auftrag ihre Köngis war von gut einer Woche bei ihr eingegangen. Daraufhin hatte sie ihre reguläre Arbeit als Botin anders verlagern müssen, was dazu geführt hatte, dass sie sehr viel gearbeitet hatte.

Was wiederum dazu geführt hatte, dass sie die Einnahmen nicht auf die Bank hatte bringen können. Und dies wiederum muss die stinkige Ratte von Einbrecher erschnüffelt haben.

Megann schnaufte bei dem Gedanken daran. Es ging ihr ums Prinzip. Das Geld, welches sie erarbeitete war zum Teil nur für sie gedacht. Der meiste Anteil ging an jene Menschen, die sie unterstützte. Es war nicht viel und nicht regelmäßig, denn Megann vertrat die Ansicht, dass Regelmäßigkeit zu Faulheit führen würde. Sie wollte die Menschen nicht in der Sicherheit wiegen, dass immer was da wäre, sie wollte ihnen den Ansporn bieten, mehr zu tun.

In den letzten beiden Jahren hatte sie acht Frauen geholfen, die unschuldig in eine missliche Lage geraten waren. Sechs Frauen brauchten ihre Unterstützung nicht mehr und hatten ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Zwei war sie derzeit noch am unterstützen und es würde noch ein paar Monate dauern, bis auch jene aus ihrem Hilfsprogramm fallen würden.

Megann lächelte ein wenig und freute sich immer über die Fortschritte der Damen, die meist verwitet in die Schuld durch den Mann geraten waren, im Schuldenturm landeten und ihnen nichts mehr übrig blieb, als die Kleider die sie besaßen und die einzige Ware, die sie vielleicht feilbieten konnten, ihr Körper war.

Der Widder brummte und brachte Megann aus ihren Gedanken zurück. Vor ihr patroullierte eine Gebirgsjägertruppe, die sie mit scharfen Augen musterten.

"Ho! Wohin des Weges, Reisende?" fragte eine Zwergin laut.
"Thelsamar" antwortete Megann und fragte, "Sind die Straßen frei?"
"Aye. Nehmt am besten den Weg über das Tal der Könige. Am Nordtoraußenposten gabs nen Erdrutsch, da wird grade geräumt", kam es zurück und Megann hob dankend die Hand und zockelte weiter.

Billy, der Schmierer, so hieß der Schuft, der in ihre Kammer eingebrochen war und sie um gut 80 Silber erleichtert hatte. Sie hatte nicht sehr lange gebraucht, um das heraus zu finden. Ein paar Gespräche hier und ein paar Andeutungen da und sie wusste, dass er es gewesen sein musste. Schmächtig, um die 1.68m groß, wäßrige blaue Augen und strähniges hellblondes Haar.

Megann hätte den Mann durchaus selber finden können, doch saß ihr der Auftrag des Königs im Nacken und sie wollte es nicht auf die lange Bank schieben. So hatte sie zu einer Methode gegriffen, die sie äußerst selten anwendete ... sie hatte jemanden mit ins Boot genommen.

Ihre Gedanken wanderten zu der dunklen Gestalt des "Fuchses". Seine Figur war astrein und sein Benehmen amüsant. "Fuchs", dachte sie und tätschelte die Mähne des Widders. Welch Ironie des Schicksals. Eigentlich hatte sie von ihm nur wissen wollen, wo sie diesen Billy finden konnte, er jedoch meinte er würde ihn ihr ausliefern. Ganz glücklich war sie damit nicht gewesen, aber nun gut.

"Samstag um Mitternacht", ging es ihr durch den Kopf. Irgendwie erheiterte sie dieser Fuchs. Megann schmunzelte leicht und blickte dann wieder ernst. "Unterschätz ihn nicht", dachte sie und nickte dann zu sich selbst. Nein, ihn zu unterschätzen, wäre wohl wahrlich ein Fehler.

"Sei immer wachsam und wenn du meinst, dass einer nichts kann, sei noch wachsamer", hatte ihr Ausbilder immer gesagt und mit diesem Rat war sie bisher immer sehr gut gefahren. Sie dachte zwar nicht, dass der Fuchs nichts konnte, aber seine Art amüsierte sie und das war ein Zeichen für Vorsicht.

Das Wetter änderte sich und Megann tauchte erneut aus ihren Gedanken auf. Der Schnee wurde weniger und die Luft eindeutig milder, bald würde sie ihr Ziel erreicht haben und dann würde sie diesen Sturmlanze suchen, für den sie ein Paket dabei hatte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 16. Jul 2012, 16:04 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Die Nacht von Freitag auf Samstag


Die Stunde der Dämmerung gilt hinüber in das samtige Schwarz der Nacht. Mit einem leisen Geräusch steckte Megann den letzten Wurfdolch in eine Halterung.
“Licht, gib mir Kraft. Ahnen steht mir bei und stärkt mich”, betete sie leise und schlug dann das Zeichen des Lichts vor der Brust bevor sie sich aus dem Schutz des Dickichts erhob.

Die Nacht verschluckte die kleine, zierliche Gestalt, welche ganz in schwarz gekleidet war. Selbst die Haut war gerußt, damit kein noch so heller Schimmer Aufmerksamkeit erregen konnte.

Es war heikel. Sie wusste es und tief in ihr drinnen flatterten die Schmetterlinge der Nervosität. Es waren viele und sie konnte nur hoffen, dass alles so lief, wie sie es sich Stunde um Stunde überlegt hatte.

Getarnt hatte sie das Lager der Kultisten beobachtet und hatte mehrfach ihren Standort gewechselt, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Es waren viele und sie war alleine. Im Stillen hatte sie sich mehrfach gefragt, wie sie das alleine bewerkstelligen sollte. Wusste Graumähne nicht, wie viele das Lager tatsächlich fasste? War es ein Test? Sollte sie scheitern?

Megann hatte lange gegrübelt, als sie in ihrem Versteck die Positionen der einzelnen Wachen durchgegangen war und ein Szenario nach dem anderen überlegt hatte. Letzten Endes hatte sie sich für den Weg vom Staudamm her entschlossen.
Es galt am ersten Ring der Wachen vorbei zu kommen, beziehungsweise, jene zu beseitigen.

Leise und mit abgeflachter Atmung, lauerte Megann in der Bodensenke, an der, die Wache vorbei kommen musste. Während sie wartete, schraubte sie das Blasrohr zusammen, schob in aller Ruhe einen kleinen, vergifteten Dorn rein und legte sich dann in Lauerstellung.

Kette klapperte im Dunkeln und leise summte die Wache ein Liedchen vor sich hin. Megann schielte über die Kante der Senke und lächelte leicht. Ihren Mundschutz hatte sie runtergeschoben und ganz langsam legte sie das Blasrohr an die Lippen. Wie am Tage auch, so trug auch die Nachtwache keinen Schutzhelm. “Dumme Idioten”, dachte Megann sich, fixierte den Mann, der kurz stehen blieb und um sich schaute. Der kahlrasierte Kopf schimmerte leicht im fahlen Mondlicht, die Kettenrüstung klapperte ein wenig, als der Mann sich am Nacken kratzte. “Verfluchte Moskitos”, murrte er leise und drehte sich dann um, um wieder die Strecke zurück zu gehen. Just in dem Moment schoss Megann den Giftpfeil ab. Die Hand der Wache zuckte hoch in den Nacken, “Ver...” brummte jener bevor die plumpe Gestalt zusammen sackte und auf dem Boden aufschlug.

Megann wartete ein paar Sekunden und beobachtete das Zucken der Beine des Mannes. Als jene still lagen, kroch sie aus der Bodensenke und auf den Leichnam zu. Der Blick in sein Gesicht zeigte ihr überraschtes Erstaunen in den Augen und der Schaum um die Lippen, dass das Gift seine volle Wirkung getan hatte. Mit ein wenig Mühe zog Megann die Wache in die Bodensenke und breitete darüber einen Teppich aus Fichtenreisig.

Nachdem die Leiche gut versteckt war, kroch sie die Bodensenke hoch und blieb knapp über dem Boden geduckt. Bald würde der Boden verbrannt werden und es würde keine richtige Deckung mehr geben, außer die schützende Deckung der Nacht.
Während Megann weiterhuschte, schob sie einen neuen Giftdorn in das Blasrohr und betete, dass die Wolkendecke nicht aufreißen würde.

Aus dem Dunkeln formten sich die ersten Umrisse des Lagers und der Wache, welche starr vor dem Lager stand. Würde sie die Wache beseitigen, könnte dies auffallen und Alarm geschlagen werden. Megann wollte jedoch jeglichen Alarm vermeiden, denn die Kultisten im Lager waren viele und sie nur alleine. Außerdem hatten sie Magier und das war schon ein Gefahrenpotential, welches sie nicht eingehen wollte. Leise schob sich Megann weiter, sie war nun flach auf den Boden gesunken und schob sich wie eine Krabbe voran.

Gleich war sie am Zelt, gleich musste die Wache erscheinen. “Gleich”, dachte sie sich und kaum hatte sie den Gedanken gesponnen, erkannte sie die Konturen einer Wache. Auch dieser Wachmann trug keinen Helm, doch blickte er weit aufmerksamer. Er stand vor einem Pfosten des Zeltes, welches von innen nicht beleuchtet war. Als sie ums Lager gekrochen war, hatte sie einen Blick auf die Wachen vor dem Zelt erhaschen können, sie waren im angeregten Gespräch vertieft und das deutete immer darauf hin, dass sich niemand im Zelt befinden konnten.

Ein kleiner Stein der Erleichterung war von Megann's Herz gefallen, als sie dies gesehen hatte. Die Ahnen waren auf ihrer Seite. Flop machte das Blasrohr leise, als sie den Schuß abfeuerte und auch dieses Mal traf der Dorn sofort die gewünschte Stelle. Als der Wachmann gen Boden fiel, rannte Megann auf ihn zu und fing ihn auf. Sie konnte keine Geräusche der Ketten gebrauchen. Es wäre ein Gefahrenpotential. Der Mann sackte schwer gegen sie und zappelte leicht, Megann schloß die Augen und brachte mit einer ruckartigen Bewegung der einen Hand, sein Genick zum brechen. Still lag der Mann in ihren Armen als sie ihn ganz sanft auf den Boden bettete.

Er war jung gewesen, vielleicht gerade mal Anfang 20, so zeigte das Gesicht. “Ein Kultist”, dachte sich Megann hob die Plane des Zeltes an. Ein Blick ins Zelt bestätigte ihr die Vermutung, dass niemand drinnen war. Megann zog den Kopf zurück und hievte den Mann wieder nach oben, lehnte ihn an den Pfosten des Zeltes und begann ihn zu stabilisieren. Nachdem sie fertig war, stand der Mann wieder aufrecht, festgebunden da und blickte mit toten Augen ins Nichts. Würde drinnen die Kerzen entzündet werden, so würde man den Schatten der Wache sehen, wie sie ordnungsgemäß Wache hielt.

Megann könnte sich keine Zufriedenheit, sondern bückte sich schnell und schob sich unter der Plane hindurch ins Innere des Zeltes.

Ein Lager befand sich hier, Karten lagen auf dem Tisch und ein Waffenständer stand in der Ecke. Megann schaute sich um und sah einen Krug mit Bechern auf einem weiteren Tisch stehen. Leise ging sie zu dem Krug und roch daran. “Roter Andorhal”, schoss es ihr durch den Kopf als sie bereits eine Phiole zückte, diese entkorkte und den gesamten Inhalt in die Flüssigkeit goss.

Es war ein schnell wirkendes Gift, welches, sie auch für die Giftpfeile verwendete. Das Gift ging sofort in die Blutbahn und Nervenbahnen über und lähmte das Opfer, bevor es zum Herzstillstand führte.
Megann verkorkte die Phiole wieder und steckte sie weg, als sie draußen vor dem Zelt Bewegung wahrnahm. Die Rüstungen der Wachen klirrten und Schritte näherten sich. Mit schnellen Schritten huschte Megann hinter die Kleidertruhe, die in der Nähe des Lagers stand und kauerte sich dahinter.

„Stärke und Kraft“, grüßten die Wachen und dann schob sich die Plane des Zelteingangs schwer zur Seite und die Schritte kamen näher und blieben dann im Raum stehen. Megann presste die Lippen zusammen, schloss die Augen und kontrollierte ihren Atem.
Kurz darauf bewegte sich die Person wieder und einige Augenblicke später erhellte Kerzenlicht das Zelt.

Megann lauschte auf die Geräusche. Kleidung wurde abgelegt und der Mann schien sich dann zu waschen. Gründlich zu waschen. Sie machte sich noch kleiner als die Schritte zu der Truhe gingen und der Deckel nach oben geklappt wurde.
„Schafft mir eine der Neuen her!“ rief die Stimme dann lauter und der Klang der Stimme verlieh Megann eine Gänsehaut. Sie klang kalt, grausam und ohne Skrupel. „Gut“, dachte sich Megann, das machte das Ganze leicht.
Draussen ging eine Wache davon und es dauerte einige Minuten, bis sie wieder kam, sich die Zeltplane am Eingang hob, „Rein mit dir“ kam es blechern hinter einem Helm hervor und ein weibliches Keuchen, so wie ein Stolpern von Füßen folgte.

Die Schritte ihres Zieles entfernten sich ein wenig und Megann lugte um die Ecke. Eine junge Frau, von gerade mal 17 Jahren stand in einem Fetzen von Kleid vor einem breitschultrigen Kerl mit Glatze und nur bekleidet mit einem Tuch welches um die Hüften geschlungen war. „Schau mich an“, kam es ruhig aber dennoch kühl von dem Mann.
Das Mädchen zitterte und wagte nicht ihn anzusehen, da hob er mit zwei Fingern ihr Kinn an. „Ich sagte, Schau mich an“ kam es erneut leise. Die zitternde Person, welche nicht viel größer als Megann war blickte zu dem Mann hoch, die Pupillen vor Angst geweitet.

„Wie alt bist du?“, kam es kalt von den Lippen des Anführers und in Megann krampfte sich alles zusammen.
„Si...sie... siebzehn“ stammelte das Mädchen und blickte weiter starr vor Angst auf den Mann.
Der Mann nahm die Hand von ihrem Kinn und sprach dann ruhig und ein wenig sanfter, „Du wurdest auserwählt, um den Schatten zu dienen. Aufgesammelt von den Straßen der Stadt, wollen wir dir ein neues Zuhause bieten“.
„Aber meine Eltern ...“ setzte das Mädchen zitternd an als eine Hand in ihr Gesicht flog und sie ohrfeigte. Ihr Kopf flog zur Seite und die Lippe platzte leicht auf.
„Fall mir nicht ins Wort“, sagte der Mann ruhig und Megann hörte den Unterton des Verlangens aus seiner Stimme.

Das Mädchen schluchzte leise und mit ihren gefesselten Händen befühlte sie die aufgeplatzte Lippe.
„Wir bieten dir hier ein Heim und Schutz, jetzt wo du niemanden mehr hast, werden wir uns um dich kümmern“, sagte der Mann und trat dann von dem Mädchen weg und zu der Karaffe mit dem Wein hin.

Megann blickte zu, wie sich die samtige Flüssigkeit des vergifteten Weines in den Becher ergoss und er jenen dann in die Hand nahm. „Hast du Angst?“ fragte er dann ruhig und drehte sich wieder zu der jungen Frau um. Jene nickte leicht.
„Angst ist ein Zeichen von Schwäche. Doch wir werden dich stark machen“, kam es ruhig von ihm und dann hob er die Stimme, „Wachen!“
Megann duckte sich erneut und lauschte. „Sir?!“ kam es zackig von beiden Wachen. „Schafft sie fort. Lehrt ihr Gehorsam!“ sagte er und wandte sich dann an die junge Frau, „Gehorsam ist das oberste Gebot und sie werden dich heute Nacht den Gehorsam lehren, der wichtig ist“, brummte er und kurz darauf hörte sie die Wachen mit der jungen Frau verschwinden.

Schritte gingen nach rechts, auf den Tisch mit den Karten zu und Megann lugte vorsichtig um die Ecke der Truhe. Der breitschultrige Anführer lehnte über den Karten und blickte darauf, neben sich den Becher Wein.
„Verflucht sei die Allianz“, raunte er und leerte dann den Becher des Weins mit einem Zug. Megann grinste innerlich und schob sich aus den Schatten raus. Der Kopf des Mannes flog herum und Megann stockte. Er müsste doch fallen, verdammt … er müsste doch fallen, schoss es ihr durch den Kopf. Der Mund des Anführer wollte sich zu einem Schrei öffnen und er machte einen Schritt auf Megann zu, seine Hand streckte sich aus und dann fiel der Mann zu Boden. Schnell sprang Megann zu den Kerzen und pustete sie aus.

In der Dunkelheit hörte sie das Zappeln seiner Beine auf dem Boden und dann Stille. Megann nahm zog das Kurzschwert und kurz darauf, schob sie sich mit ihrer Beute in einem Spezialsack unter der Zeltplane hindurch. Sie lauschte und schob sich dann voran, als sie die Bahn für frei erachtete.
Leise huschte sie durch die Dunkelheit entlang des Lagers.

„MORD!“ schallte es plötzlich laut vom Lager her und es dauerte nur einen Bruchteil, bis das Lager in Alarm versetzt war. „Scheiße!“ dachte sich Meg. Es wurde Zeit für Plan B: Rennen!
Sie gab die Deckung auf, erhob sich und rannte was das Zeug hielt. Hinter ihr hörte sie Rufe, als ihre Schattengestalt entdeckt wurde und sie hörte das Surren der Pfeile, die durch die Nachtluft schnitten.
„Lauf, Füchsin! LAUF!“ hörte sie innerlich ihren Ausbilder brüllen und sie schlug Haken in der Nacht. „Immer in Bewegung bleiben! Lauf“, rief sie sich ins Gedächtnis und spürte einen Pfeil an ihr vorbeisausen. Hinter ihr erhellten magische Lichter die Nacht und sie hörte und spürte, wie einige Kultisten aufschlossen.

Erneut zuckte ein magischer Blitz durch die Nacht und knisterte durch die Luft. Megann schlug einen neuerlichen Haken. Immer näher und näher kamen die Verfolger und vorne grüßte die Schwärze des Abgrunds. Megann sprang den Hügel hinunter, rollte sich unter das Dickicht ihres Verstecks und griff nach dem Fallschirm der S.I.C.H.E.R AG, schnallte sich ihn auf den Rücken und schob sich durch die andere Seite des Dickichts. Kurz vor ihr hörte die Welt und fiel steil ab.

Die Verfolger schrien und riefen und Äste knackten. Megann zog zwei Wurfdolche und begann zu rennen, als sie sprang traten zwei Verfolger aus dem Dickicht. Megann warf die Dolche und sauste dann schneller in die Tiefe. Ein Verfolger, fiel getroffen zu Boden, der Dolch hatte sich ihm in den Kopf gebohrt. Der andere Verfolger, schoß einen magischen Blitz ab, der durch die Nacht zischte, der Dolch steckte in seiner linken Schulter.

Megann fiel durch die Nacht und die Luft schnitt ihr ins Gesicht, sie zog gerade die Reißleine des Fallschirms, als ein stechender Schmerz ihr rechtes Bein durchzuckte. Sie fiel, die Erde schoss auf sie zu und Megann schrie innerlich auf. Dann riss die Wucht des Fallschirms sie erneut ein Stück nach oben, als jener aufging und sie kurz darauf, durch die Nacht gen Sumpfland segelte.

Der Schmerz raubte ihr für kurze Zeit den Verstand und Atem und stöhnend hing sie in der Luft und segelte tiefer und tiefer. Als die Erde auf sie zukam, versuchte Megann den Sturz abzufangen und zu gehen. Ihr rechtes Bein knickte taub weg und sie schlug auf den Boden auf. Gnädige Schwärze umfing sie und der dunkle Stoff des Fallschirms legte sich schützend über sie.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 16. Jul 2012, 17:28 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Samstag Teil 1

Das Tuch des Fallschirms blähte sich im Wind leicht auf und fiel dann wieder zusammen. Leise knatterte es und dieses Geräusch brachte Megann wieder ins Hier und Jetzt. Sie stöhnte leise und öffnete die Augen.
„Wo …?“ schoss es ihr durch den Kopf, doch dann fiel ihr alles wieder ein. Der Sprung, der Fall, der Schmerz … sie tastete nach ihrem Bein. Kein Blut … aber auch kein Gefühl. Es war komplett taub. Megann wurde blass, drehte sich auf den Rücken und schlug das Tuch weg. Es war schon hell, sie musste hier Stunden gelegen haben.
„Scheiße“, fluchte sie, setzte sich auf und tastete ihr Bein ab. Nichts … gar nichts. „Verdammt“, fluchte sie und schlug leicht auf den Oberschenkel. Auch dies bewirkte nichts. Megann versuchte das Bein zu bewegen, aber es rührte sich nicht.
„Beim Licht und bei meinen Ahnen“, dachte sie und Tränen schossen ihr kurz in die Augen.

Megann schüttelte den Kopf, griff nach einem Dolch und schnitt sich den Fallschirm vom Leib. Dann schaute sie sich um und nickte. Sie musste ein wenig oberhalb von ihrem geplanten Landepunkt sein. „Ich muss hier weg“, dachte sie, tastete nach dem Beutel, der den Kopf des Anführers barg und zog sich dann zu der Steinwand, an der sich langsam hochzog, bis sie stand. Wieder versuchte Megann ihr Bein zu belasten, aber es knickte gleich seitlich weg. Sie schluckte und nickte dann, kniff die Lippen zusammen und schliff das taube Bein hinter sich her. Bald darauf, war sie vor Anstrengung naß geschwitzt. Das kommende Gefälle würde noch einmal eine arge Belastung darstellen, aber Meg kniff weiter die Lippen zusammen und schleppte sich weiter.

Der grasende, graue Widder hob den Kopf und blökte leise. Megann schnalzte dem Tier zu und hob die Hand so als ob sie was zum Fressen drin hätte. Der Widder, den sie dem Namen Hannibal gegeben hatte, legte den Kopf schräg. Langsam rutschte Megann das leichte Gefälle runter und wäre fast gefallen, als ihr Bein erneut wegknickte.

Der Widder trampelte ein wenig unruhig auf der Stelle, als die vermummte, kleine Gestalt so komisch gehend auf ihn zu kam. Er wurde ruhiger als er den Geruch der Reiterin erkannte, die mit ihm derzeit unterwegs war. Leicht empört blickte er auf die Person, die ihn über Nacht hier angebunden hatte und dann entschwunden war.

Megann hängte den Beutel an den Sattel des Widders und krallte sich dann daran fest. Sie schluchzte kurz und zog sich dann am Sattel nach oben, ließ ihren Oberkörper nach vorne fallen, so dass sie über dem Sattel hing, griff mit einem Arm nach dem tauben Bein und zog es über den Rücken des Widders. Als sie das geschafft hatte, stemmte sie sich hoch, schob das linke Bein in den Steigbügel, stellte das rechte mit Hilfe der Hand ebenso rein und zog dann die Zügel aus der Halterung.

„Eisenschmiede“, brummte sie zu dem Widder und trieb ihn zu einer schnellen Gangart an.

Schnell ritten sie und meist im Galopp. Eine Gruppe Gebirgsjäger schaute ihnen entgeistert nach, als sie knapp an ihnen vorbeistoben und schüttelte dann den Kopf. Megann war das alles egal. Sie wollte nur den Auftrag erledigen und zu einem Magier.

Der Widder wurde langsamer und Megann ließ ihn gewähren. Es würde nichts bringen, würde der Widder unter ihr zusammenklappen. Außerdem mochte sie das Tier. Hannibal trabte durch die Schneelandschaft Dun Moroghs und gönnte sich einige Minuten Luft, bis er dann wieder von selber zu galoppieren anfing.

Steil ging es nach oben und die mächtigen Tore von Eisenschmiede kamen immer näher. Schon wollte der Widder nach rechts zu seinem Pferch abbiegen, aber Megann zerrte am Zügel und lenkte ihn in die Stadt hinein. Sie nickte einigen Wachen zu und zügelte die Gangart des grauen Widders, bis er im Schritt trottete.

Megann fragte eine Zwergin nach dem Weg zu einem Magier und lenkte dann den Widder gen Magierviertel, zu einem kleineren Steinhaus. Davor saß ein Gnom der gerade an einer Apparatur rumschraubte.
„Ich suche den Magus, der hier leben soll“, sagte Megann freundlich. Der Gnom musterte sie und grinste dann leicht.
„Ja, das glaub ich Euch gerne“, antwortete er und kam dann interessiert näher. Er ging ohne Scheu um den Widder rum und zu Megann's rechter Seite.

„Ja, … sehr interessant. Stümperische Arbeit und ein wenig … verdreht“, murmelt er vor sich hin und blickte dann nach oben.
„Habt ihr Geld?“ fragte er sie und kniff die Augen leicht zusammen. „Sicher“, sagte Megann. „Muss ich vom Widder oder könnt ihr auch hier arbeiten?“, fragt sie ihn leise.

„Ich bin mir sicher, dass ich auch hier arbeiten kann, wenn ihr mir …“ er blickte grübelnd, „32 Silber dafür gebt“.
Megann nickte und kramte in der Satteltasche nach ihrer Börse.
„Nehmt Euch was ihr braucht“ sagte sie und ließ den Lederbeutel in die Hand des Gnoms fallen.

Der Gnom nickte und zählte sich, zu Meganns Erstaunen, 32 Silber ab und gab ihr dann die Börse wieder. Megann sie an und steckte sie wieder weg.

„Ihr müsste wissen, auch wenn ich den Lähmungszauber entfernen werde, werdet ihr noch ein paar Tage immer wieder Nachwirkungen spüren“, sagte der Gnom und krempelte die Ärmel seiner Robe hoch.
„Was bedeutete das?“, fragte Meg argwöhnisch.

„Taubheitsmomente, Kribbeln und vielleicht das ein oder andere Reißen im Bein“, kam die Antwort, als der Gnom mit seinen Händen entlang des Beines fuhr, ohne jenes zu berühren.
„Kann ich es dann wieder normal bewegen? Nach den paar Tagen?“ fragte Megann und schaute kritisch herunter.
„Sicher! Aber ihr solltet Euch erneut unter Behandlung begeben, wenn es nach zwei Tagen immer noch Nachwirkungen gibt“.
Megann schluckte und nickte. „Gut. Fangt an!“ sagte sie und schaute argwöhnisch.
„Ich bin schon fertig“, sagte der Gnom dann mit einem Lächeln und blickte zu ihr hoch.

Megann runzelte die Stirn und wollte schon was erwidern, als sie ein Kribbeln durch ihr taubes Bein ziehen spürte.
„Ruhe ist wichtig und vielleicht solltet ihr Euch den Dreck mal abwaschen“, sagte der Magier, rümpfte leicht die Nase und wedelte mit der Hand gen ihrer Kleidung.

Erst jetzt wurde sich Megann bewußt, wie schrecklich sie aussehen musste. Sie nickte und drückte leicht ihr rechtes Bein. Ein Keuchen kam von ihren Lippen, als ein Schmerz sie durchzuckte. „Das brennt ja wie Feuer“, presste sie hervor und starrte den Gnom an.
Jener winkte ab. „Das ist normal. Das sind die Nerven. Vergeht bald wieder. Am besten schlaft ihr Euch aus und lasst mal einen Arzt schauen, ob nicht was verletzt ist“, der Gnom blickte interessiert zu der Frau.
„Darf ich fragen, wer Euch das angetan hat? Es ist wirklich eine stümperhafte Arbeit gewesen“, sagte er und zwirbelte sich am lila Bart.
„Nein“, antwortete sie, nickte dem Gnom zu und wendete den Widder.

Sie hörte den Gnom noch leise was von, „War ja nur eine Frage“ brummeln, bevor sie den Widder gen Dunkles Viertel lenkte. Dort gab es eine Unterkunft, wo keine Fragen gestellt wurden und wo sie sich waschen konnte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 16. Jul 2012, 18:03 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Samstag Teil 2

Megann hatte sich gewaschen und umgezogen. Nun, sah sie wieder wie eine vorzeigbare Botin aus. Sie trug ein Kleid und darunter eine Hose und eine Schiene am rechten Bein. Zwar hatte der Gnom ihr den Lähmungszauber entfernt und in den letzten Stunden war das Gefühl in ihn Bein immer mehr zurück gekehrt, doch hatte er ebenfalls betont, dass es zu Nebenwirkungen kommen könnte.

Sie wollte das Risiko nicht eingehen, dass sie unterwegs umkippte, weil ihr Bein nachgab, da humpelte sie lieber. In der Unterkunft hatte sie einen verschwiegenen Arzt kommen lassen, der ihr Bein abgetastet hatte. Doch außer ein paar schmerzhaften Prellungen hatte sie nochmal Glück gehabt.

Megann hatte den Arzt gebeten, ihr eine Schiene anzulegen. Würde sie einer fragen, hatte sie sich schon ausgemalt etwas von einem Sturz zu erzählen und dass sie ihr Bein schonen musste, da das Knie leicht verletzt war. Sie hatte sich ebenfalls vorsorglich eine Salbe für das Knie geben lassen.

Nun humpelte sie, mit dem Widder am langen Zügel durch Eisenschmiede. Sie hatte kurz zuvor das „Geschenk“ an die drei Clanoberhäupter in einer Box gepackt und mit dem versiegelten Schreiben von Genn Graumähne abgeliefert.

Ihr Auftrag war erfüllt und Megann trottete mit dem Widder gen Tiefenbahn. Sie hatte sich entschlossen, das Tier zu behalten. Irgendwie war ihr der Widder ans Herz gewachsen. Sie würde dem Zwerg einen Betrag schicken, der angemessen war. Immer mal wieder durchzuckte sie ein brennender Schmerz und ließ sie kurz innehalten. „Wie soll ich das nur heute Nacht schaffen?“, fragte sie sich im Stillen, als sie mit dem Widder im Frachtabteil der Bahn reiste.

Bald darauf trat sie in Sturmwind aus der Tiefenbahn und hinein in das Gewusel der Stadt. Zunächst brachte sie ihren Reitwidder zu einem Widderstall und schleppte sich dann zu ihrem Unterkunft. Müde fiel sie ins Bett und war kurz darauf eingeschlafen.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 16. Jul 2012, 19:47 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Sonntag

Tock, Tock, Tock … Megann murrte und verfluchte den Specht, der an den Baum hämmerte. Langsam tauchte sie aus dem Schlaf auf und wurde gewahr, dass sie nicht auf einer Wiese, in den Armen eines ihr nur zu bekannten Mannes lag, sondern in ihrem Bett, das Kissen an sich gedrückt und die Decke halb über ihr, wie zuvor die Arme des Mannes gelegen hatten.

Tock, Tock – ging es erneut und Megann hob den Kopf. Das fahle Licht des Morgens erhellte ihr Zimmer und mit einem Schlag war sie wach. „Scheiße!“ fluchte sie laut und rappelte sich aus dem Bett. Ihr rechtes Bein schmerzte bei der Belastung.

„Ich KOMME JA“, rief sie lauter und das Pochen an der Tür verstummte. Megann rubbelte sich über das Gesicht und humpelte zur Türe.
„Wer ist da?“, fragte sie vorsichtig und lauschte.
„Post“, kam es ruhig von der anderen Seite.

Megann öffnete die Türe und blickte auf einen Boten, der ihr bekannt vorkam. Er war ein Bote des Königs und er hielt ihr einen Umschlag entgegen.
„Gesegneten Sonntag“, sagte er mit einem Nicken und machte dann kehrt, als Megann den Umschlag entgegen nahm.
„Mh, ebenso“, murrte sie und schloss die Türe.

Sie lehnte sich an die Türe und brach das neutrale Siegel.

Mit Dank für die exzellente Arbeit und Ausührung der Lieferung, findet ihr die Bezahlung, wie abgemacht vor.

Megann legte das Schreiben auf das Bett.

„Sonntag“, ging es ihr durch den Kopf. Sie hatte den Termin mit Billy, dem Schmierer verpasst und den Fuchs versetzt. Leise fluchte sie vor sich hin.

Megann holte Schreibzeug von der Kiste unter dem Bett hervor und begann ein kurzes Schreiben zu schreiben, welches sie später durch einen Boten abliefern lassen würde. Immerhin hatte der Fuchs das Geld erhalten und somit dürfte für ihn das Thema erledigt sein. Sie würde sich ein anderes Mal um den lausigen Billy kümmern.

Einige Zeit später war Megann auf die Straße getreten. Humpelnd ging sie, mit einem großen Hut auf dem Kopf, welcher ihr Haar und die Hälfte des Gesichts im Dunkeln ließ durch die Gassen und fing einige Blicke von Leuten auf. Sie winkte einen der Straßenburschen zu sich. Ein halbes Silberstück wechselte den Besitzer und Megann drückte dem Burschen ein Schreiben in die Hand und erklärte ihm, wo und wie er es abliefern sollte. Dann sollte er ins Pfeifende Schwein kommen und dort würde ihm dann bei Ablieferung ein weiteres halbes Silberstück erwarten.

Nachdem der Bursche davon geeilt war, ging Megann ins Schwein und hinterlegte dort für einen Burschen, namens Simon ein halbes Silberstück in einem Umschlag.

Kurz darauf humpelte sie wieder zurück in ihre Behausung und legte sich bald darauf wieder hin. Das Bein brannte und zweimal wollte es ihr wegknicken. Sie dankte der Schiene, dass dies nicht geschehen konnte.

Morgen, so nahm sie sich vor, würde sie den Magier ihres Vertrauens aufsuchen und er sollte nochmal nach dem Bein sehen. Sie traute dem kleinen Gnom nicht richtig.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 26. Jul 2012, 08:26 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Es knarzte und knatterte in den Segeln über ihr, ihr Blick ging hinaus über die See. Megann löste ihren Pferdeschwanz und ließ ihr Haar im Wind fliegen. So stand sie eine Weile an der Reling und fing ab und an ein paar Blicke von weiteren Mitreisenden ein. Die Nachtelfen auf dem Schiff verrichteten ihre Arbeit und unterhielten sich in ihrer Sprache, der Singsang passte sich dem Meer an und rollte über sie hinweg.

Gestern bereits war sie losgesegelt und noch am heutigen Tage sollten sie ankommen. Dann war es nicht mehr weit bis Darnassus. Ganz überraschend hatte sie gestern eine Nachricht des Königs erreicht. Er benötigte einen Botengang nach Darnassus.

Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich dieses Mal wirklich nur um einen Botengang. Sie freute sich, endlich einmal wieder auf dem Meer sein. Das Rollen und Knarzen unter den Füßen spüren, welches sich durch den ganzen Körper zog. Megann liebte das Meer. Es war der Inbegriff von Freiheit.

Statt jedoch mit einem Magierportal zu reisen, hatte der König ihr angeordnet die übliche Route per Schiff zu nehmen. Er wollte unnötiges Gerede vermeiden und zog den üblichen Weg vor.

Dieses Mal trug sie das königliche Wappen am Revers. Sie war als offizielle Botin von Gilneas unterwegs. Ihr war durchaus bewußt, dass es ein Risiko barg als offizieller Bote unterwegs zu sein und so behielt sie die ganze Zeit über ihre Wachsamkeit bei.

Megann lächelte als sie einen Schwarm fliegender Fische beobachtete, die sich in sicherer Entfernung zum Boot tummelten. Bald jedoch waren sie vorübergeglitten und die Segel knatterten fröhlich im Wind.

Ihre Gedanken flogen dahin und sie dachte an ihn ... wie so oft in der letzten Zeit. Noch bevor sie an Bord gegangen war hatte sie ihn kurz von Weitem gesehen. Lachend und scherzend mit seinen Kumpanen vom Dock hatte er da gestanden und sich einen halben Eimer Frischwasser über den Kopf und den Körper gegossen, sich geschüttelt und dann gelacht. Sie hatte gelächelt als sie ihn beobachtet hatte und sie hatte sehr wohl das Kribbeln in ihrem Bauch bemerkt gehabt.

Nachdenklich war sie mit den anderen Passagieren an Bord gegangen und hatte von oben erneut zu den Arbeitern geblickt.
Sie war nicht die Einzige gewesen, die zu den Arbeitern geblickt hatte. Boten sie doch einen ganz passablen Anblick. Zumindest aus der Ferne. Da leuchteten ein paar Frauenaugen und sogar ein paar Männeraugen funkelten über die Körper der halbnackten Arbeiter, die sich eine Pause gönnten.

Einmal hatte sie gemeint er hätte herüber geschaut. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung und sie lächelte. Ob er sie nun gesehen hatte oder nicht, für sie war es ein schönes Geschenk gewesen, vor ihrer Abreise und so ging sie die Reling entlang als das Schiff ablegte und behielt ihn im Auge, während sie langsam aus dem Hafen ausliefen und sie ihn bald nicht mehr sehen konnte. Noch ein Weile blieb sie dort stehen und schaute gen Festland.

Wenn alles gut lief dann hoffte sie ihn in ein paar Tagen wieder zu sehen.

Megann seufzte leise und das Seufzen wurde ihr vom Fahrtwind von den Lippen gerissen und übers Meer getragen.

"Laaaaaaaaaaaaand in Sicht!" schallte es über Bord und Megann drehte sich um. Dort am Horizont kam das Elfenreich in Sicht. Bald schon würden sie dort sein.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 30. Jul 2012, 13:31 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Leicht grünlich im Gesicht blinzelte Megann und versuchte sich zu orientieren.
"So hier entlang" kam eine schnarrende Stimme und sie wurde am Arm geführt und einige Schritte nach rechts geleitet. Dort befand sich eine Bank auf die sie sich setzen konnte und dem auch erst einmal nach kam.
Neben hier murmelte ein Mann vor sich hin "Verflixte Magie".

Megann blinzelte und holte tief Luft. Endlich nahm die Übelkeit und der Schwindel ab und auch die Sternchen hörten auf vor ihren Augen zu flimmern.
Sie blinzelte und schaute um sich. Holzvertäfelungen, ein paar Regale, zwei Magier in Roben, neben einem flirrenden grünlich Schimmernden Lichtkreis, sowei drei Holzbänke. Sie befand sich im Raum der Portalankünfte in Sturmwind. Sie seufzte, strich sich über die Hose und erhob sich langsam.

"Geht es wieder, Miss?" fragte eine junge, schwarzhaarige Magierin, die sie leicht besorgt musterte.
"Geht wieder. Danke", antwortete Megann, nickte ihr dann zu und schritt durch die schwere Holztüre nach draussen.

Kaum war sie vor die Türe des Turmes getreten, begrüßte sie Vogelzwitschern, Sonnenschein und das Gejohle von Kindern, die einem fliegenden Ballon hinterher rannten.

"Sturmwind", dachte sich Megann und dann lächelte sie leicht.

Sturmwind bedeutete, dass ER auch wieder in der Nähe war. Sie hatte ihn wirklich vermisst in den letzten Tagen und sehr häufig an ihn gedacht. Mittlerweile musste sie sich eingestehen, dass er für sie mehr bedeutete als nur ein amüsanter Zeitvertreib. Er war ihr ans Herz gewachsen und auch wenn sie nicht wusste, wo es hin führen sollte, so freute sie sich darauf ihn hoffentlich bald wieder zu sehen.

Beschwingten Schrittes ging sie durch die Stadt und grüßte die Personen, die sie vom sehen kannte.
Megann wollte gerade die Türe zum Durchgang aufschließen, als ihr Vermieter den Kopf aus der Ladentür streckte.

"Miss Derrington" lächelte er breit, "wieder in der Stadt. Wie schön!"
"Bryan. Ich dachte wir wären bei den Vornamen gewesen" antwortet Megann und lächelte ihm herzlich zu. Sie mochte ihren Vermieter.
"Ehm, richtig. Ja ... also ... hätten sie einen Augenblick?"
"Sicher" Megann nahm den Schlüssel wieder aus dem Schloß und folgte ihm. Er ging durch den Laden voraus und in das kleine Büro, welches angeschlossen war und durch welches eine Treppe nach oben in seine Räumlichkeiten führte.

"Se..setzt Euch doch", sagte er und räumte einen Stapel Papiere weg, streckte anbietend die Hand gen Stuhl aus und nickte ihr zu.
Megann runzelte leicht die Stirn und setzte sich dann.
"Nun, heraus mit der Sprache, was ist es?"

Die Röte schoß dem Mann in die Wange und er zupfte sich an der Weste herum.
"Ich ... also ...nun .. ich .. ja ... ich"
"Ja?" fragte sie und legte den Kopf leicht schräg.
"Nun" er räusperte sich und blickte sie dann direkt an. "Ich bin nicht umhin gekommen, dass ... nun ein Mann ist ab und an mit Euch hier gesehen worden und ... ich also...."
"Mh ...Ja?"
"Nun er geht ja wohl auch erst am Morgen wieder ... ich ... nun ...er ...ihr ..." erneut räusperte er sich "ihr vermietet ja wohl nicht unter und ...."
"Nein" sagte sie ruhig und amüsierte sich innerlich königlich.
"Ja ... hab ich mir gedacht" murmelt Bryan und räuspert sich erneut.
"Also ... ehm ... es ... wurde dann nochmal jemand gesehen der mit Euch nach oben gegangen ist ... so ein Mann ohne Haare und komischen Zeichen auf dem Kopf ..."
Megann hob eine Braue und ihr Vermieter errötete noch mehr.

"Also ... ich nehm an das war ein ... Freund?"

Megann richtete sich auf und das Lächeln war ihr aus dem Gesicht gewichen.
"Bryan" setzte sie an und ihre dunkelblauen Augen fixierten ihn.
"Ich hätte nicht vermutet, dass ihr einen Wert darauf legt, wer bei mir ein und aus geht. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Nase Eurer Mutter sich nicht in die Angelegenheiten Eurer Vermieterin steckt ..." sie hob die Hand, um ihn am Reden zu hindern.

"Der Mann ohne Haare ist ein Priester und zufällig ein Freund von mir und sollte er mich noch einmal besuchen wollen, dann werde ich ihn auch wieder zu mir hoch bitten, wenn mir danach ist."
"Ein ...P.. p... Priester?"
"Sagte ich" kam es ruhig von ihr und stand dann auf.

Ihr Vermieter schaute weiter auf sie herunter, was bei ihrer geringen Größe wahrlich nicht schwer war.
Megann blickte ihn ruhig an.
"Wisst ihr, Bryan. Wen ich empfange und wen nicht und in welchem Sinne, dürfte Euch egal sein und sagt Eurer Mutter, dass sie sich um ihre Angelegenheiten kümmern soll. Sonst könnte mir mal rausrutschen, wer Euch jeden Mittwoch spät in der Nacht besuchen kommt ..."

Bryan wurde erst blass und dann rot und öffnete den Mund.
"Mir ist es egal was ihr tut und mit wem ihr es tut, solange ihr glücklich seid und das ... Bryan solltet ihr auch mir zugestehen. Ansonsten werde ich mein Geld nehmen und mir woanders ein Zimmer anmieten, wo es diskreter zu geht."

Megann wartete keine Antwort ab, drehte sich um und ging durch den Laden nach draussen. Kurze Zeit darauf, hatte sie sich frisch gemacht, umgezogen und ging zu ihrer Poststelle.

Dort warteten bereits einige Lieferungen auf sie, die dringend auszuliefern waren.
"Gab es sonst noch was, Cedric?" fragte sie den Burschen, den sie immer einstellte, wenn sie außerhalb der Stadt unterwegs war und auch für ein paar Stunden am Vormittag, wenn sie die meisten Auslieferungen vornahm.
"Nee, Miss. Sonst gabs da nüscht", antwortete der rothaarige, sommersprossige, schlacksige Bengel und grinste sie an.
"Na gut. Du sortierst bitte noch die Briefe und Päckchen vor für meine späteren Runden."

Cedric nickte. Megann nahm sich den Vormittagsstapel und befüllte dann ihre Posttasche.
"Bis später, Cedric".
"... ach Miss.... da war doch noch ne Zwergin ... mit so ner Flügelkappe, die ... wollte sie sprechen"
Megann drehte sich um und schaute den Jungen an.
"Was wollte sie denn?"
"Wes ich nich" sagte er und zuckte mit den Schultern.

Sie seufzte leise und nickte dann.
"Darüber reden wir später noch" meinte sie mit einem Seufzen, drehte sich dann um und begann ihre Runde durch die Stadt.

Sie war überrascht gewesen, wieviel Post auf sie gewartet hatte. Cedric hatte zwar eilige Auslieferungen innerhalb der Stadt übernommen und er war ihr eine große Hilfe, aber es schien, als würde ihr Postdienst gut angenommen werden.
"Vielleicht brauch ich bald Hilfe..." grübelte Megann während sie durch die Stadt ging.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 20. Aug 2012, 17:04 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Es war schwül und drückend. Die Hitze hielt sich in den Gassen Sturmwinds hartnäckig fest, wie eine Klette in den Haaren. Auch heute hatte Megann wieder die leichte Sommerkleidung für ihre Postgänge gewählt. Dennoch hatte sie sich zum Mittag hin bereits umziehen müssen.

Jetzt saß sie im Schatten am kleinen Stadtteich und hielt die Füße ins Wasser. Eine Krähe saß auf einem Fels in der Mitte des Teichs und hatte ihren Schnabel weit geöffnet.

"Dir ist auch heiß, hm?" sagte Megann mitfühlend und blickte zu dem schönen Vogel.
Die Krähe legte den Kopf leicht schräg und blickte sie an.

Megann blickte zurück. Das Tier war recht groß und irgendwas an den Augen kam ihr bekannt vor.
Sie neigte den Kopf leicht schräg und auch der Vogel neigte den Kopf ein wenig schräg.

"Du hast gut schauen", sagte Megann und wedelte sich mit der Hand was Luft zu.
"Fünf schwere Pakete musste ich heute morgen schleppen. Fünf! Und wenn ich dir sage ... die waren wirklich schwer!"
Megann drückt kurz ihren Rücken durch und es knackt einmal leise.
Erleichtert seufzt sie ein wenig auf und blickt wieder zu dem Vogel, der interessiert ein wenig näher gehopst kam.

"Der Rücken schmerzt, die Füße glühen ... diese Hitze ist fürchterlich. So heiß war es in Gilneas nie, weißt du?!" sprach sie sanft zu dem Vogel, der ihr immer noch zu lauschen schien.

Erneut seufzte sie leise.
"Mir fehlt meine Heimat" murmelt sie und der Vogel hopste noch ein wenig näher. "Hast du Familie?" fragt Megann und lacht dann leise auf. Der Vogel legt den Kopf schief. "Bestimmt hast du Familie ... oder vielleicht bist du auch alleine wie ich?"

Megann wedelt leicht mit der Hand, der Vogel hopst ein wenig zur Seite.

"Ich wollte dich nicht erschrecken. Entschuldige" murmelt Megann und blickt erneut zum Vogel. Die Krähe blickt sie aus intelligenten Augen an und legt den Kopf ein wenig schräg.

"Ich bin alleine. Meine Familie ist wohl tot, denn bisher hab ich sie nicht gefunden und auch Lesther ... " Megann stockt und schluckt ein wenig, "Lesther ..." murmelt sie leise. Die Krähe krächzt und schlägt mit den Flügeln.

Megann blinzelt die aufsteigenden Tränen weg und lächelt dann ein wenig gezwungen.
"Schau mich an, jetzt sitz ich hier und red mit einem Vogel", sie lacht leise und schüttelt ein wenig ihr rabenschwarzes Haar.

"Du machst dir freilich über solche Dinge keine Gedanken, hm?"
Megann legt den Kopf auf den Knien ab und schaut die Krähe an, welche den Kopf erneut schräg hält und sie mustert.
Auch Megann legt den Kopf schräg und starrt die Krähe an. Die Krähe starrt zurück. Megann's Augen fixieren die Augen der Krähe und so starren sie sich eine Weile an, bis die Krähe blinzelt und weg sieht.

"Ha! Gewonnen!" stößt Megann lachend aus und die Krähe tappelt auf dem Stein hin und her.

"Ach jetzt gräm dich doch nicht. Warte ich hab hier was für dich ..."
Meg wühlt in ihrer Tasche und fördert ein Stück Apfel hervor, von dem sie ein gutes Stück abbeißt und dem Vogel hinwirft.
"Hier. Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich es im Mund hatte", sagt sie mit weicher, melodischer Stimme.

Der Vogel schnappt sich das Stück Apfel und beginnt es zu verspeisen.
"Wohl nicht" murmelt Meg und beobachtet das schöne Tier eine Weile.

"Jetzt muss ich aber wieder weiter. Die Post will ja ausgeliefert werden." Mit den Worten nimmt Megann die Füße aus dem Wasser und schlüpft in ihre Sandalen, bevor sie sich langsam erhebt.

"Es war mir eine Ehre" sagt sie und deutet eine Verbeugung an.
Die Krähe hüpft zwei Schritte nach vorne und krächzt heiser.

Ein Lächeln breitet sich auf Megann's Gesicht aus.

"Morgen Mittag bin ich wieder hier ... vielleicht seh ich dich ja ...", mit den Worten nimmt sie ihre schwere Posttasche auf und geht über die Wiese zurück gen Stadt.

Die Krähe schaut ihr noch eine Weile hinterher, bevor sie sich ebenfalls in die Lüfte schwingt.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 21. Aug 2012, 13:41 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann zog sich die Maske über den Kopf und fluchte leise vor sich hin.
"Eine Seuche ... bekommt man ja fast Heimatgefühle" brummte sie.

Bereits gestern Abend waren die ersten Kutschen aus der Burg gerollt und so ging es die halbe Nacht. Am frühen Morgen, er hatte noch geschlafen, hatte sie sich aus dem Zimmer geschlichen und war durch die Geheimgänge zur Burg gehuscht.

Der König selbst wollte vorerst noch bleiben, doch seine Frau und seine Tochter sollten zur Sicherheit nach Gilneas reisen.

"Ihr werdet hier Stellung halten und in der Stadt wie immer Aug und Ohr sein. Ich erwarte täglichen Bericht, habt ihr verstanden?"

Sicher hatte sie verstanden. Dahin war ihr Plan für ein paar Tage selber aus der Stadt zu verschwinden, bis diese komische Krankheit wieder im Griff war.

"Sicher, Sire" hatte sie gesagt und salutiert.

Dann durfte sie wieder gehen und trollte sich durch die Burgküche nach draussen, wo sie ein frisches Laib Brot und einen Rommel Käse mitgehen liess.

Somit hatte sie immerhin eine plausible Entschuldigung parat, als sie kurze Zeit später wieder zurück in ihre Kammer kam. Sie hätte sich jedoch nicht sorgen brauchen, er schlief immer noch selig und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

Leise stellte sie die Sachen auf dem Tischlein ab. Sie wollte sich gerade die Maske vom Kopf ziehen als er die Augen aufschlug und sie müde anblinzelte. Die Müdigkeit schien schlagartig aus seinen Augen zu verschwinden als er sie sah.

"Was ..." dachte sie sich und realisierte dann die dunkle Maske, die ihr Gesicht fast vollständig verbarg. Sie zog sie sich lachend vom Kopf, "Ich bins doch nur ..." meinte sie und legte die Maske auf den Tisch neben das duftende Brot.

Er schien sich von seiner Überraschung schnell wieder erholt zu haben und grinste sie an.
"Hat was ..." brummte er noch leicht müde und schlug die leichte Decke zurück.

Megann grinste, "Anscheinend ..." raunte sie und kurze Zeit später schlüpfte sie ebenfalls wieder unters Laken.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 26. Aug 2012, 19:08 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Essig war der durchdringendste Geruch der im Gebäude am Hafen herrschte in dem Megann sich seit dem Ausbruch der Seuche befand.

Am Schreibpult brannte eine Kerze und die Flamme flackerte vor sich hin. Malte Schatten an die Wände und hinterließ Irrspiele für die Augen. Eine weibliche Silhoutte stand am Fenster und blickte hinaus.

"Welch Irrsinn geht hier vor" dachte sie sich abermals und dunkelblaue Augen huschten über die Menschen, die entweder zum Hafen strömten oder von ihm kamen.

"Niemand ist sicher vor der Seuche, Hoheit. Ich rate Euch, verlasst den Ort des Wahnsinns, bevor auch ihr von der Seuche ereilt werdet."

So hatte ihr letzter Bericht an seine Majestät gelautet, den sie vor ein paar Stunden im Schloß auf den Schreibtisch von Graumähne gelegt hatte. Es war nicht leicht gewesen für sie unerkannt aus dem Schloß zu gelangen. Viele Wachen befanden sich um die Altstadt postiert. Sie hatte einen anderen Weg wählen müssen, den Weg durch die Gänge unterhalb der Stadt. Ein Weg den sie nicht gerne nahm, der jedoch schon manches Mal von großem Vorteil gewesen war.

Am liebsten wäre sie schon vor Tagen aus der Stadt verschwunden. Immerhin hatte sie ihre beste Freundin mit den Kindern und ihrem Mann aus der Stadt gebracht und auch Cedric mit seiner Mutter und die beiden anderen Frauen, die sie geheim unterstützte hatte sie aus der Stadt gebracht.

Nur der Auftrag hielt sie noch hier. Der Auftrag und er. Würde der König abreisen, so hoffte sie, könnte auch sie abreisen und ihn mitnehmen. Zu groß war die Gefahr der Ansteckung und des Todes der lauerte so lange kein Gegenmittel zu finden war.

Es klopfte an der Türe. Megann lauschte und hörte dann wie ein Schreiben durch den Schlitz geschoben wurde. Auf leisen Sohlen huschte sie im Halbdunkeln die Holzstufen hinunter und bückte sich zu dem Schreiben, welches kein Siegel barg.

"Das Schreiben des Königs", schoß es ihr durch den Kopf und sie zerbrach den Wachstropfen, faltete das Papier auseinander und begann zu lesen.

"Der Wolf verläßt den Bau, doch der Bau soll weiter geschützt bleiben durch die Treuen. Schließt Euch jenen an, die nach dem Gegenmittel suchen. Verkleidet Euch und uniformiert Euch in den Farben unseres Landes. Im Namen der Gemeinschaft und unseren Brüdern der Allianz heißt es das Gegenmittel zu finden und ich möchte, dass ihr Euren Teil dazu leistet. Im Namen Gilneas!"

Megann schloß die Augen und atmete tief durch. Kurz blieb sie so stehen, ergeben und geschlagen. Dann öffnete sie die Augen wieder und drückte ihre Schultern zurück.

Schnell eilte sie die Treppe hoch und verbrannte kurz darauf die Order ihres Königs. Jetzt galt es sich vorzubereiten.
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Titel: Verfasst am: 27. Aug 2012, 13:29 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann blickte in den Spiegel und seufzte leise. Fort war ihr sonst so rabenschwarzes Haar und es grüßte sie ein straßenköterblond. Ein Auge hatte sie mit einer Augenklappe verdeckt und die Haare waren nicht nur magisch gefärbt worden, sondern auch ein wenig verlängert.

"Wirklich ein gutes Händchen für Haare hat der Magus", dachte Megann sich erneut als sie ihre Uniform anzog. Gegen ihre dunkelblauen, oftmals violett wirkenden, Augen hatte sie leider noch kein Mittel gefunden, um auch diese farblich zu verändern. Eine Täuschung kam nicht in Frage, war es doch viel zu wahrscheinlich, dass ein Magier diese Täuschung durchschauen könnte.

Vorsichtig pinnte sich Megann noch ihr Abzeichen an und schaute dann erneut in den Spiegel. Sie nickte, Heather Marsh, Hauptmann der gilne'schen Armee war bereit für ihren Einsatz.

Nocheinmal richtete sich Megann den Schwertgurt und überprüfte die Halterung der Pistolen auf ihrem Rücken, dabei dachte sie an das erste Mal, als Heather Marsh auf den Plan gekommen war. Damals hatte sie jedoch die Haare wirklich färben müssen und die Prozedur mit dem Pferdeurin wollte sie wirklich nicht nocheinmal durchleben. Tagelang hatte sie das Gefühl gehabt zu stinken. Erst nach Pferdepisse und dann nach dieser unsäglichen Mischen an Kamille, Wildstahlblume, Felsendistel und Honig, um das Haar wieder geschmeidig und glänzend zu bekommen.

Lesther hatte immer wieder sein Lachen unterdrücken müssen, als er sie gesehen hatte, doch nach und nach hatte sie sich daran gewöhnt, wie auch an die anderen Gangart und ein wenig andere Sprechweise.

Monate lang hatte sie zwei Leben gehabt. Damit ihrer Familie nichts auffiel hatte sie eine Perücke getragen und einen modischen Tick entwickelt, sich die Haare oft unter einem Wickeltuch zu verstecken.

Megann schmunzelte als sie daran dachte, es war eine umtriebige Zeit gewesen und notwendig, um die Armee von innen heraus zu prüfen.

Lesther hatte ihr immer wieder den Ansatz nach gebleicht, wenn das Schwarz wieder zu sehen war. Megann zog die Türe ihrer Unterkunft am Hafen zu und band die braune Stute los, die sie sich geliehen hatte. Mit Hannibal, ihrem Reitwidder, konnte sie wohl schlecht aufkreuzen. Die Stute war rassig, geschult und nicht allzu groß, was der kleinen Person zu gute kam.

Am langen Zügel führte Megann das Pferd durch die Gassen zum Kathedralenplatz, dort hatten sich bereits einige Uniformierte gesammelt. Megann band die Stute fest, blickte sich um und ging die Stufen zur Kathedrale nach oben.

Im Inneren traf sie auf zwei der Scharlachroten und wie sie sehen konnte, war die Kommandantin von Ihnen eine davon. Innerlich war Megann ein wenig angespannt. Die Frau hatte sie schon öfters als Botin gesehen. Sie grüßte zackig und verlangte zu erfahren, wer für die Gegenmittelsuchaktion zuständig sein.

Befriedigt registrierte Megann, dass die Frau keinen Verdacht schöpfte als sie ihr das Schreiben des Königs überreichte. Kommandantin Shukov nickte und befahl ihr, sich vor der Kathedrale zu postieren, dort wäre der Sammelpunkt und es würde bald losgehen.

Megann salutierte und ging zackigen Schrittes wieder nach draussen. Es hatten sich noch ein paar gesammelt und gerade kam der Legat um die Ecke mit seinem Talbuk am Zügel führend.

"Ihm würde ich noch zutrauen, dass er alle anderen, die heute hätten mit sollen, was ins Getränk gegeben hat, dass ihnen sehr schlecht ist und sie so nicht teilnehmen könnten, nur damit er mal wieder raus kommt", dachte sich Meg als sie den kleineren, schwarzhaarigen Mann anblickte, der gerade seine Kettenrüstung unter der Reittunika am richten war.

Sie mocht den Legaten irgendwie. Er war zwar oftmals sehr verklärt, doch schlagkräftig und sehr subtil. Meg schmunzelte hinter ihrer Vermummung.

"ACHTUNG" schallte es über den Platz und alle drehten sich zur Treppe um, auf der die Kommandantin der Faust stand. Megann straffte ihre Haltung militärisch und blickt starr nach vorne.

Der Befehl zum aufsitzen wurde erteilt und dann ritten sie los. Megann hatte sich vorgenommen ein Auge auf den Legaten zu halten. Schließlich war er der Einzige seines Ordens. So blieb Megann die ganze Zeit über nah beim Legaten.



Das Wetter im Elwynn war ihnen wohlgesonnen und kurz nach Goldhain spornten sie die Reittiere zum Galopp an. Schnell wechselte die Landschaft um sie herum und bald kamen die ersten Ausläufer des Rotkamms in Sichtweite. Das Grün wechselte zum eisenhaltigen rotbraun des Rotkammgebirges und sie konnten ohne Probleme den Wall passieren, ritten dann auf die Brücke zu.

Ein Mann stand an der Brücke und hob die Hand.


... Fortsetzung folgt





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