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Megann Derrington
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Megann Derrington
Forscherliga







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Titel: Verfasst am: 24. Jan 2018, 14:31 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Der Abend tauchte das Magierviertel in atmosphärisches Licht. Man hörte leise die Geräusche der Nachtschwärmer. Studenten zumeist, die auch das kältere Wetter im Winter nicht scheuen konnte nach draussen zu gehen und das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich zu nehmen.

Manches Mal beobachtete Megann sie von ihrem Dachstudio aus, wie sie, gerade in den lauen Sommernächten am Brunnenplatz vor ihrem Hause saßen, lachten und über die Professoren herzogen oder sich gegenseitig zeigten, was sie gelernt hatte. Mitunter konnte das sehr amüsant werden.

Heute jedoch war Megann nicht interessiert nachzusehen, was unten vor ging. Sie lass konzentriert die Botschaft, die ihr über ihren geheimen Briefkasten zu gekommen war. Ein Brief an die Füchsin, verbunden mit einem Auftrag, der durchaus das Einkommen des ganzen Jahren bedeuten würde.

Aber wollte sie das wirklich?
Wollte sie wirklich nach ... Gilneas?

Meg blickte von dem Brief auf und auf die Landkarte, die vor ihr an der Wand hing. Gilneas ... Kriegsgebiet ... Untote ... Heimat. Erneut blickte sie auf die Zeilen ihres Auftraggebers.

Nach Gilneas zu kommen wäre das geringste Problem ... alles andere stellte eine gewisse Herausforderung dar. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
Sie liebte Herausforderungen.

Mit einer geschmeidigen Bewegung stand sie auf und ging zum prasselnden Kaminfeuer. Der Brief segelte schon fast anmutig in die Flammen und es dauerte nicht lange, da war er nur noch ein Häufchen Asche.

Meg band sich die Haare im Nacken zusammen. Es galt zu planen.
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Nur wer auch in der Dunkelheit wandert, wird das Licht erkennen!
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 5. Feb 2018, 20:17 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Als Mistress Hilde mit den anderen Haushälterinnen aus ihrem Viertel auf dem Marktplatz stand, jede einen Einkaufskorb am Arm, war das Hauptgesprächsthema das Witwenstift in der Nachbarschaft.

Am Sonntag Nachmittag hatte Hilde beobachtet, was dort alles passiert war und das gab sie natürlich den anderen weiter. Schließlich war man sich einig, ein Witwenstift konnte nur bedeuten, dass es Ärger gab. Zwar waren die meisten der Frauen selbst Witwen, aber sie hatten es aus eigenen Stücken geschafft. Was da also kam konnte ja nur Kroppzeug sein. Da war man sich einig.

Am späteren Nachmittag, als Megann Äpfel für ihre Mitarbeiter kaufte, hörte sie die Gerüchteküche. Mittlerweile war die Draenei um die 4 Meter hoch und hatten Abt Aedan, den lieben und hübschen Mann mit dem freundlichen Lächeln, einfach hochgehoben und ihm seinen Hammer entrissen.

Sie wusste das dem nicht so wahr. Aber wie sich Tratsch verbreitete und mutierte war jedes Mal eine höchst amüsante Angelegenheit und so berichtigte sie den Erzähler nicht.

Dabei hatte sie das Geschehen am gestrigen Tage selbst aus ihrem Atelier beobachtet. Abt Aedan hatte bei der Draenei Wache seinen Hammer abgeben müssen und dies traf auch auf die Schwester zu, die einige Zeit später mit einer schweren Box auf den Arm angehastet kam. Es war höchst interessant gewesen zu sehen, wie die Draenei in ihrer Rüstung und mit ihrer Waffe gewichtig vor der Türe des Hauses gestanden hatte. Die Nachbarschaft war nicht gerade amüsiert darüber gewesen.

Meg hatte die neuen Nachbarn beobachtet und da sie selbst eine Meisterin in Täuschung und Vorspielung war und durch ihre Ausbildung als Spionin des Königshauses etliches gelernt hatte, wusste sie, dass dort etwas nicht stimmte. Die Frauen waren zu glatt. Das passte einfach nicht.

Es passte auch nicht, dass Mobiliar,welches von einigen Tagen erst ins Haus geschafft wurde, entsorgt wurde nachdem der Abt dagewesen war. Handwerker kamen und gingen.
Höchst interessant war das. Megann hatte sich innerlich einige Notizen gemacht. Man konnte ja nie wissen für was man es benötigen konnte.

Sie kannte jedes noch so kleine Geheimnis ihrer Nachbarn. Das war ihre Nachbarschaft ... ihr Vorgarten und sie mochte es nicht, wenn man in ihren Vorgarten pinkelte.

Der Tratsch am Obststand hatte eine Wendung genommen und es ging nun um das unmögliche Kleid irgendeiner Frau, die nicht von großer Wichtigkeit war.
Megann bezahlte ihre Äpfel und ging weiter.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 14. Feb 2018, 15:47 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Eingehend begutachtete Megann die Tasche, die sie von der Magistra geschickt bekommen hatte. Sie wirkte wie eine gewöhnliche Tasche. Zumindest von aussen.

Megann legte die Tasche auf den Boden und öffnete sie, dann holte sie einen Stuhl, stellte ihn ab und blickte grübelnd auf die Tasche.
"Stell ich den Stuhl jetzt rein, oder stülp ich das drüber?" fragte sie sich halblaut und wuschelte sich durchs Haar.

"Gut, ausprobieren und dann lamentieren", brummte sie mit einem Nicken und stellte den Fuss des Stuhl auf den Stoff, dann nahm sie den Beutel und zog daran.

Sie blickte fasziniert auf den Stoff, der sich unter ihren Fingern ausdehnte. Kurze Zeit später hatte sie den Stuhl in der Tasche und die Tasche schrumpfte wieder auf normale Größe.
"Da hol mich doch der Klabusterteufel!" rief Megann aus und lachte.

Sie hob die Tasche hoch und grinste breit. Leicht wie zuvor.
"Haha! Oh, das ist jede Münze wert" sagte sie grinsend und hopste vor Freude ein wenig auf der Stelle.
Was sich damit für Möglichkeiten offenbarten. Herrlich!

"Gut, dann will ich mal versuchen, ob ich das auch über was Größeres stülpen kann".

Sie blickte sich um und ging zu der Truhe, die in der Ecke stand. Sie war schwer und gefüllt. Meg würde sie nicht einfach so verschieben können. Mal sehen, was der magische Sack so brachte.

Die Tasche wurde geöffnet und Meg legte an einer Ecke an. Auch jetzt weitete sich der Stoff soweit, bis er die komplette Truhe umspannte.
Meg zögerte. Gut, es schien zu gehen. Würde sie die volle Truhe da jetzt aber hineinstopfen, bekäme sie diese ja nicht alleine raus.

Cedric fragen wollte sie nicht. Er sollte nicht unbedingt von der Tasche erfahren. Noch nicht. Irgendwann würde sie ihn vielleicht einweihen müssen. Aber auch nur dann, wenn sie die Taschen für den Post-Express nutzen wollen würde.

Meg hmte. "Nee, lieber nicht ausprobieren", murmelte sie und nahm die Tasche wieder von der Truhe. Der Stoff schrumpfte nach kurzer Zeit auf normale Größe und Megann griff hinein, fühlte darin herum. "Stuhl, wo bist du?" murmelte sie und prompt hatte sie das Holz des Stuhles in der Hand.

Musste sie vielleicht an den Gegenstand denken und dann kam er aus der Tasche?
Sie runzelte die Stirn und zog den Stuhl höher, der Stoff weitete sich erneut und gab das Objekt preis.

Meg stellte den Stuhl vor dem Schreibtisch ab und stupste ihn testend an. Schien noch genau der Selbe zu sein wie vorher. Vorsichtig nahm sie Platz und wippte probeweise darauf. Alles noch genau so.

Ihr Blick fiel auf die magische Tasche. Sie würde die Magistra wohl doch noch einmal kontaktieren müssen. Sie wollte die genaue Handhabung erklärt bekommen.

Meg hob die Tasche auf, faltete sie und schloss sie dann weg. Als die geschehen war, setzte sie sich hinter ihren Schreibtisch und begann zwei Brief aufzusetzen. Der erste ging an ihren Auftraggeber und der zweite an die Magistra.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 25. Feb 2018, 19:33 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Schwummerig hielt Megann sich an einem Mann fest, der sich als einer der Magier herausstellte, die im Portalraum des Magierturms Dienst hatte. Der Mann hielt ihr vorsichtshalber einen Kotzkump hin, den sie aber beiseite schob.

"Alles gut", meinte sie und richtete sich auf. Das Schwanken unter ihn hatte aufgehört und die Schwummrigkeit war vergangen. Portale waren nie ihr bevorzugtes Reisemittel, aber sie waren schnell und wenn der Kunde das bezahlte, auch in Ordnung.

Der Magier, ein junger Mann von ungefähr Zwanzig, schaute sie an und strich ihr über den Rücken. "Wirklich, Miss?"
Sie drehte den Kopf leicht und blickte den Burschen an.
"Wirklich", sagte sie trocken und mit einem Ausdruck, der jegliche Annäherung unterband.
Sie war nicht in Stimmung auf Spielchen und auf Jüngelchen schon gar nicht.

Meg schwang sich den Sack über die Schulter und der Magier musste einen Schritt zurück gehen, um nicht getroffen zu werden.
Dann ging sie davon und kehrte dem Magierturm den Rücken zu.

Ihr erster Gang führte sie in den Post-Express, wo sie den Sack ablieferte und kurz die Lage sondierte. Die Post war ausgeliefert und Cedric hatte alles ordnungsgemäß verschlossen.
Sie löschte das Licht und ging dann wieder nach draussen. Ein Blick nach oben zeigte ihr, dass Miss Silora zu Hause war. Zumindest brannte ein Licht in der kleinen Wohnung.

Cedric würde ihr morgen berichten, wie sie sich in der Woche gemacht hatte. Jetzt freute sich sich auf ihr Zuhause, ein heißes Bad und dann auf ihr Bett. Aber zu erst etwas Essen.

Beschwingt schritt sie durch die Gassen der belebten Stadt, erklomm den Anstieg zu ihrem Haus im Magiervierteil und blickte freudig auf die erleuchteten Fenster ihres Stadthauses.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 2. Jan 2019, 13:16 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Der Wind peitschte über die See und stieb Gischt die Klippen hinauf, wo hoch oben eine zierliche Gestalt stand, die Haare im Wind zersaust, den Mantel knatternd.
"Für so ne Festländerin bist Du ganz schön standsicher!" brummte der bärtige Mann, der aus den Schatten einer Fichte trat.
Die Angesprochene drehte sich um und grinste breit.
"Ich bin Gilneerin, das hier ist doch nur ein Lüftchen" sagte sie lachend als sie sich dem Mann näherte. Der bärtige Hühne betrachtete das kleine Persönchen und lachte dann schallend aus.
"Täschen Tee?" fragte ein etwas dünnerer Mann aus dem Schutz der Fichte und wedelte mit der gußeisernen Kanne.
Megann nickte und gesellte sich zu den beiden Personen unter der Fichte hinzu. Der große, breite hieß Hans und der Dünne Lasse, das Mädchen war meist eher von der stillen Sorte, hieß aber Frauke. Sie war jetzt seit zwei Tagen mit den Dreien unterwegs und so ganz trauten sie sich alle nicht über den Weg.

"Der Fährmann wird sicher bald wieder kommen", meinte Lasse zu dem Mädchen von etwa 13 Jahren. Frauke nickte, wirkte aber nicht so wirklich überzeugt von den Worten.

"Und ihr meint wirklich, dass es besser ist hier auf eine Fähre zu warten, als einfach weiter zu reisen?"
Alle Drei nickten und selbst Hans wirkte ein wenig blasser bei der Aussicht, doch die Straße nehmen zu müssen.
Megann blickte den Küstenweg entlang. Die Menschen hier waren vorsichtig mit Fremden und es waren eher stillere Konsorten. Das kannte Megann noch gut aus Teilen von Gilneas und wenn man viel reiste, wie sie, dann war Mißtrauen oftmals ein Begleiter, den man mit sich hatte.

Hier wirkte alles bedrohlich. Selbst ein Gestrüp ... sie hätte schwören können, dass sie gestern Äste angestarrt hatten. Äste. Und dann hingen überall solche komischen Symbole herum. Auf die Frage, was das sei, sind die Drei nicht näher darauf eingegangen und Lasse hatte nur was in seinen nicht vorhandenen Bart gemurmelt.

"Hochmut, kleine Mauerechse" hörte sie mit dem inneren Ohr und sie wusste genau welchen Blick er ihr zuwerfen würde bei diesen Worten. Ja, sie war hochmütig gewesen, als sie abgelehnt hatte, dass ein weiterer Gilneer sie begleiten sollte ... aber immerhin wollte sie ja den Postexpress nutzen, um Kontakte zu knüpfen und etwas von dem Land zu lernen und so ihrem König Bericht erstatten zu können.

Gut, bisher war die Taktik nicht so ganz aufgegangen. Meg schnippte ein paar Fichtennadeln vom gewachsten Ärmel ihres Mantels und mit dem Schwung der Hand kippte sie ausversehen den Kump Tee aus.
"Ach herrje, was bin ich ungeschickt" entschuldigte sie sich hastig und wirkte aufs Äußerste geknickt.
"Meeensch, Deern. Du hast es nicht so mit dem Geschick, waaas?"
"Und das war der letzte Rest", brummte Lasse und warf Hans einen Blick zu.
"Das tut mir wirklich leid", meinte Meg entschuldigend und blickte die Männer geknickt an.

Hans, in dessen Augen sich Bedauern zeigte, wandte den Blick ab und tätschelte ihr Knie.
"Schon gut, meen Deern, war ja keine Absicht, nech?"
Meg schüttelt den Kopf und fröstelte leicht, als Hans sie berührte. Dieses Frösteln hatte sie ständig, wenn einer der Drei ihr zu nahe kam oder sie berührte.

"Das Wetter ist wie verhext", meinte Lasse und blickte aus dem Schutz des Fichtenkreises hinaus. Nebel war wieder aufgezogen und der Wind heulte um ihren Schutz. So ging es schon seit zwei Tagen. Und seit zwei Tagen kamen sie hier irgendwie nicht von der Stelle. Megann seufzte und starrte in den Nebel.

Sie hörte das leise Gesinge von Frauke, die ständig irgendwas vor sich hinsang, wenn sie nicht gerade schwieg und der Nebel schien noch dichter zu werden. Ein Schatten im Nebel ließ Megann wieder wach werden, war sie doch fast eingeschlafen. Der markerschütternden Heulgesang eines Wolfes drang an ihr Ohr und Megann hatte plötzlich Bilder von Worgen und kämpfenden Toten vor Augen, sie schüttelte sich.

"Wach auf!" bellte es aus der Ferne und Megann schaute um sich. Die anderen schienen nichts zu hören. Das konnte doch nicht sein ... das Geheule und Gerufe mussten sie doch hören.

"WACH AUF!" knurrte es nun ganz nahe bei ihr und Megann spürte den Schlag einer Hand auf ihrer Wange, dass ihr Kopf zur Seite fiel. Doch auch jetzt reagierte keiner. Sie blickte sich um und sah nur Nebel und einen Schatten und hörte Fraukes einlullenden Gesang. Da hörte sie sich selber wie im Traum lallen "Hö ...uf", doch niemand reagierte. Wie in Zeitlupe konnte sie nur ihre Glieder bewegen und sie sagte nochmal und dieses Mal kam es klarer von den Lippen "Hör auf!", Frauke schaute hoch und das Gesicht des Mädchens wirkte alt und verzerrt, häßlich und voller Gier ... da erkannte Megann, dass neben Frauke zwei Leichen saßen und langsam drehte einer davon den Kopf.

"Hexe" keuchte Megann und das ehemalige Mädchen kicherte irre.
Jedes Körperteil schien Megann weh zu tun, als sie sich anstrengte zu reagieren. Sie fühlte sich gefesselt in sich selbst und stöhnte vor Schmerzen auf, als sie den Arm bewegte.
"Bald bist du mein!" lachte die Alte und gackerte wild.
"Nein" rief Megann, was in Wahrheit eher als Keuchen rüber kam und warf ihr mit der Anstrengung, als wäre es ein Zentner Stein, Dreck in die Augen.

Die Alte kreischte und hörte auf ihren Zauber zu weben. Ein Schatten sprang aus der Dunkelheit hervor und an die Gurgel der Hexe. Die Toten fielen in sich zusammen, als das Gekreische der Hexe verstummte und der haarige Schatten eines Worgen sich von ihr aufrichtete. Megann blickte schwankend auf ihren Retter und wurde ohnmächtig.

Der Worgen spukte das Blut der Hexe aus und wischte es sich vom Maul. Er starrte auf das kleine Persönchen herunter und schüttelte leicht den Kopf. Ohne zu Zögern schulterte der Megann und nahm ihre Wertsachen an sich. Für alle anderen konnte er nichts mehr tun. Er warf die Hexentalismane in das Feuer und stapfte dann mit Megann über der Schulter davon.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 3. Jan 2019, 13:49 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

In Sturmwind wehte der kühle Winterwind durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt. Cedric öffnete die Türe des Postexpress und drehte das Schild auf "Geöffnet".

Der Winterhauchkranz an der Türe wurde danach gerade gerückt, bevor die Türe wieder geschlossen wurde. Cedric drehte den Docht der Lampe ein wenig höher und blickte auf die Arbeit, die der Tag mit sich bringen würde.

Den Stapel mit Übersee-Sendungen galt es gleich zum Greifenmeister und zum Hafen zu bringen. Dann würde er sich einen Kaffee holen und ein Schwätzchen mit Madame Griselda führen, die sicherlich wieder an der Ecke stehen würde, um duftende Reisiggestecke für die Heimstatt zu verkaufen. Jeden Tag kaufte Cedric der alten Dame ein Reisiggesteck ab und plauschte ein wenig mit ihr. Und jeden Tag hatte er zufällig einen Kaffee dabei, den er dann der alten Damen geben würde.

Irgendwie war das seit einige Jahren zum Ritual geworden und er schätze dies. Wusste er doch, dass Madame Griselda jede Münze gut gebrauchen konnte. Vom heißen Getränk mal ganz abgesehen.

Cedric nahm die fellgefütterte Winterjacke vom Stuhl und zog sie sich über. Er stellte sicher, dass er adrett genug gekleidet war und seine Schuhe sauber glänzten.
"Wir sind das Aushängeschild", hörte er Miss Derrington innerlich sagen und er grinste beim Gedanken an seine Chefin.

Etwas mehr als sechs Jahre war er nun bei ihr und hatte ihr wirklich alles zu verdanken. Dank ihr hatten er und seine Mutter überlebt. Er hatte lesen und schreiben gelernt und war nicht auf die schiefe Bahn geraten. Er hatte eine große Verantwortung zu tragen und gelernt damit umzugehen.

"Ich bringe das hier eben fort", sagte er zu der Angestellten, die hinter dem Tresen stand und die Post abwickeln würde, die ankam. "Ist gut, Ced" sagte die junge Frau.

Cedric nahm die zwei Postsäcke und warf sie sich links und rechts über die Schultern. Heutzutage stellten die Lieferungen keine Probleme mehr für ihn dar. Vor sechs Jahren hatte das alles ganz anders ausgesehen. Aber da hatte er ja auch noch anders ausgesehen. Aus dem pickligen, schlacksigen, jungen Burschen war ein stattlicher, gut gebauter und fescher junger Mann geworden. Ihm wurde die Türe geöffnet und er trat auf die noch schummrige Gasse hinaus.

Es war früh am Morgen und das Licht der Laternen beleuchtete die Gassen gerade ausreichend. Ein großer Mann, mit zwei Säcken auf den Schultern hatte im milchigen Licht der Gassen jedoch keinerlei Probleme. Alleine beim Schattenspiel der Gestalt schauten die frühen Passanten, dass sie die Seite wechselten. Man wusste ja nie ...

Cedric war sich seiner Wirkung nicht wirklich immer bewusst. Sicherlich bemerkte er schon mal Blicke. Aber die ließen ihn eher seine Kleidung korrigieren oder sich umschauen. Jetzt jedoch schaute kaum jemand. Die meisten Leute hatte die Hände in den Taschen vergraben, die Schulter hochgezogen und eilten über die Gassen und Brücken, zur Arbeit, zum Hafen oder gar erst nach Hause. Manch einer torkelte eher denn zu gehen und hier und da lehnte jemand auch nur schwankend an der Häuserwand.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 5. Jan 2019, 11:00 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Sonnenlicht kitzelte ihre Nase. Die Nasenspitze zuckte hin und her und ein Brummen kroch von ihren Lippen.
Flauschig und weich schmiegte sich ihre Bettwäsche an sie und mit einem Murmeln "noch ein wenig" drehte sie sich herum. Hilde würde sicher bald mit dem Frühstück klopfen.

"Naa? Wer regt sich denn daa? Wenn das mal ken Seebär ist?" erklang die leicht schnarrende Stimme einer älteren Frau. Das war nicht Hilde. Erneut ein Stöhnen und Meg öffnete vorsichtig ein Auge. Die Möbel waren einfach, aber ordentlich gezimmert. Ein Wandteppich mit Seemotiv hing an der Holzwand ... definitiv nicht Sturmwind. Bilder der Erinnerung schoßen ein und Megann stöhnte erneut auf.

"Ja, da hat wirklich wer zu tief ins Glas geschaut. Das muss ja ein Fest gewesen sein. Mann, Mann, Mann" erklang erneut die Stimme der Frau und Meg hörte leises Klappern und dann das Geräusch von Flüssigkeit, die in eine Tasse gekippt wurde.

Sie rappelte sich im Bett was auf und öffnet auch das zweite Auge.

"Na, da schau mal einer an. Ein Seebär ausm Winterschlaf erwacht. Hier Mädchen, trink mal schön. Ich bin Tante Käthe und dein Mann hat sich mit dir bei mir einquartiert. Er musste nur nochmal was erledigen. Hat dir aber eine Nachricht dagelassen, damit du nicht meinst er wäre gleich nach der Hochzeit davon" sagte die Frau mit dem wettergegerbten Gesicht einer alten Landkarte und schob ihr eine Tasse Tee vors Gesicht.

"Tee. Schwarz mit einem guten Schuss Milch, so wie du ihn magst ... sagt zumindest dein Mann" die Frau lächelte ein lückenhaftes, ehrliches Lächeln und Megann nahm automatisch die Tasse an sich. Sie roch daran und es war Tee, schwarz mit Milch, genauso, wie sie ihn mochte.
Meg räusperte sich, rappelte sich noch was auf und stellte die Tasse auf einen Schemel neben der Bettstatt. Immerhin trug sie Kleidung.

"Mann?" fragte Megann und die Frau, deren Alter nicht ganz so leicht einzuschätzen war reichte ihr besagte Nachricht. "Hier, Deern."
Meg nahm das gefaltete Stück Papier und blickte auf die Handschrift. Das Gekritzel formte sich allmählich zu Worten vor ihren Augen.
"Mein Liebling! Ich musste noch einmal zurück zu deinem Onkel, da wir etwas Wichtiges vergessen haben. Ruh dich von deinem verhexten Kater aus und nimm die Medizin, die ich dir dagelassen habe. Tante Käthe passt gut auf dich auf damit du dich gut erholen kannst. Sie ist ein nette Frau der du sicherlich was unter die Arme greifen kannst. Ach ja, wir sind im Sturmsangtal, falls du das vergessen haben solltest. Ich komme wieder. Dein"

Sie faltete das Schreiben wieder zusammen und legte es weg. Meg hatte die Botschaft sehr gut verstanden und auch wenn sie einige Frage hatte, würde sie sich wohl gedulden müssen. Ihre Augen huschten durch die Hütte. Die Frau hatte nicht viel, aber was sie hatte war gepflegt und sauber.
"Danke für den Tee" sagte Megann zu der Frau, die am Feuer saß und Gemüse in einen Topf schnibbelte. "Keinen Grund dafür, Mädchen.Trink ihn, steh auf, wasch dich und dann setz dich zu mir, wenn du magst"

Und genau das tat Megann auch.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 6. Jan 2019, 21:23 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Cedric saß im Büro seiner Chefin, eine dampfende Tasse Tee mit Milch vor sich und ein angebissenes Sandwich. Er blickte auf das Berichtsheft für seine Chefin und tauchte die Feder in die Tinte. Der Kiel wurde am Glas abgestreift und dann begann er zu schreiben. Leise kratzte der Federkiel über das Papier.

Am heutigen Tage fand das Vorstellunggespräch wie geplant statt. Der Bewerber ist ein Treant, ein Baumwesen. Zunächst war ich sehr überrascht. Aber er spricht die Gemeinsprache, kann lesen und schreiben und bringt auch sonst alle Vorraussetzungen mit für die Arbeit.

Nach einem ausführlichen Gespräch lies ich mir seine Gesundheit bestätigen. Er verfügt über keinerlei Fäule und ist gut zu Fuß. Seine Füße sind eher Wurzeln. Aber nun gut. Ich lies ihn zur Probe die Briefkästen in der Altstadt entleeren. Er kann einen Schlüssel handhaben und versteht die Bedienung der Briefkästen. Zwar nimmt manches ein wenig mehr Zeit aber er geht gewissenhaft vor.

Wir haben uns auf eine Probezeit von zwei (2) Monaten geeinigt. Als Bezahlung bekommt er sauberes Wasser, 50 Briefe frei im Monat innerorts für Freunde von ihm, sowie ein (1) Päckchen oder Paket die Woche. Mehr wollte er nicht. Da er keine Kleidung trägt, war ich so frei und hab eine Plakette des Postexpress umfunktioniert als Anhänger um seinen Hals.

Arbeitsbeginn: Morgen früh um 7 Uhr.

Ich habe ihn erst einmal für die Leerung der Briefkästen eingeteilt und ihm heute bereits die Route gezeigt. Er ist gut zu Fuß und schätzt den Aufenthalt im Freien.


Cedric blickte über das Geschriebene, legte Löschpapier darauf und walzte es ab. Dann klappte er das Buch zu und verstaute es im Schreibtisch.

Er nippte am Tee und schüttelte leicht den Kopf. Ein Treant. Nun ja, eine Minderheit. Wahrhaftig. Der Blick auf die Uhr ließ ihn seinen Tee austrinken und sich dann für die Letzte Leerung des Tages fertig machen.
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