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Neujahrsmesse mit Rückschau und Ausblick
Ereignis vom 25. Jan 2018, 19:45 bis zum 25. Jan 2018, 22:30
Autor: Irena Antworten: 2

[i]Lichtes Segen mit Euch,

am 25. des ersten Monats laden Abt Aedan of Iona und Vikarin Irena Saggitarius zu einer Neujahrsmesse ein.

Gemeinsam wollen wir einen Rückblick auf das letzte Jahr geben, mit besonderen Ereignissen die sich dort heraus k
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Megann Derrington
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Rashmikael Morgenbringer
Forscherliga



"Lord"
Lichtbringer/Kommandant
<Fraternitas Lucis>

Beiträge: 635

[ Charakterinfo ]
Titel: Megann Derrington Verfasst am: 2. März 2012, 13:51 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann kam in Gilneas als einzige Tochter eines Gemüsehändlers und einer Wäscherin zur Welt. Ihr großer Bruder Jack Derrington war ein bekannter "Händler" aus Gilneas. Sie wuchs im Gewusel der Stadt auf lernte lesen und schreiben, denn wer was werden will, der muss Bildung haben, hieß es immer von ihren Eltern. Sahen sie doch in ihrer kleinen Prinzessin etwas Besseres als Gemüsehändlerin oder Wäscherin.

Megann dachte auch nicht an Gemüse oder Wäscherei, sondern liebte es mehr, nach der Schule durch die Gassen zu streifen oder am Marktplatz die Leute zu beobachten.

Am liebsten war ihr der Münz-Trickser, der die Leute durch seine Kunststücke in Faszination zog und sie ab und an noch um ihre Börse erleichterte. Megann schaute fasziniert zu und eignete sich so manche Fertigkeit an in den Jahren ihrer Beobachtungen.

Als Gilneas von den wilden Worgen überrannt wurde, befand sie sich gerade bei ihrer Tante in Sturmsiel. Dort auf dem Land, bekam man von den schrecklichen Ereignissen nichts mit. Bis ein Flüchtling aus Gilneas in Sturmsiel eintraf. Er war verwundet gewesen und kam taumelnd ins Gasthaus, japste etwas von Angriff und brach zusammen. Ein paar Stunden später brach die Hölle los in Sturmsiel ... es war grauenvoll. Doch der Sohn des Viscount schaffte soviele Leute wie möglich zu den kleineren Booten unten an den Klippen, die auch schon mal zum Schmuggeln sonst genutzt wurden. Megann hatte sich mit ihrer Tante und ihrer Cousine in der kleinen Kapelle verschanzt und hieb mit allem was ihr in die Finger kam auf einen Worgen ein, der sie packen wollte. Der beherzte Schlag des neuen Paters Edward, auf den Kopf des Ungetiers, schickte ihn in die Bewusstlosigkeit.

Just in dem Augenblick kam der Sohn des Viscount, blass und zitternd in die Kapelle gestolpert und blickte um sich. "Raus hier! Raus ... die Untoten sind hier" keuchte er.

Die kleine Gruppe scharte sich um den Sohn des Viscount und Fragen prasselten auf ihn ein. Der Pater hatte sein Holzstück noch fester umklammert und schaut so, als würde er jedem Einzelnen liebend gerne das Holz quer durch den Kopf rammen.

"Das letzte Boot und an der Bucht" sagte der Sohn des Viscount und schubste sie aus der Kapelle.

Megann zog ihre Cousine hinter sich her, die nur noch haltlose Schluchzen konnte. Ihre Mutter hielt sich die Schulter die leicht blutete. Als sie zum Abstieg kamen, drehten sie sich um, als ein komisches Geräusch zu hören war.

Spinnen ... Spinnen strömten in den Ort.

"Lauft!" schrie der Pater und schob die Frauen hinter sich. Megann zögerte nicht lange und legte einen Zahn zu. Spinnen! Sie war schon ein gutes Stück weiter unten als ihre Cousine, als sie deren Schrei hörte. Megann's Kopf sauste nach oben und erblickte, wie ihre Cousine von einem Worgen geschnappt wurde und dann war sie verschwunden.

"CLAIRIIIIIICE" brüllte Megann und wollte ihr hinterher laufen. Doch von oben kam der Pater den Weg runter geeilt und packte sie mit erstaunlich festen Armen über die Schulter. "Kein guter Gedanke, Mädchen" keuchte er und mit wippendem Kopf schaute Megann, über die Schulter geworfen nach oben, wo der Horror tobte. "Wo ist meine Tante? Clairiiiiiice" brüllte sie noch einmal nach der geliebten Cousine. "Verloren" keuchte der Pater, der schnell über die Steine sprang und rannte.

de Gabaston hatte unten das letzte Boot vom Tau genommen und wartete schon ungeduldig. "Schneller" brüllte er und der Pater schien noch eine Spur zu zulegen.
Schließlich fühlte sich Megann in das Boot geworfen und die Männer drückten das kleine Segelboot in die Wellen. Keine Sekunde zu spät sprangen sie hinein und begannen heftig zu rudern.

Am Uferweg konnten sie zwei Worgen ausmachen, die nach unten hetzten. "Rudert, Mann, rudert!" brüllte Megann und klammerte sich an der Reling fest.

Die Männer strengten sich noch mehr an und das Ufer entfernte sich. Der Sohn des Viscount zog das Segel hoch und sofort erfasste der Wind das Tuch und immer kleiner und kleiner wurde der Strand und die Worgen die zu einem schrecklichen Geheul anstimmten.

"Das Licht beschütze uns!" murmelte der Pater.


TEIL 1 - ENDE


OOC:
Bei der erwähnten Clairice - handelt es sich NICHT um die hier bekannte. Sondern es ist einfach ein Name.
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Megann Derrington
Forscherliga







Beiträge: 248

[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 3. Jun 2012, 16:41 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Gut 4 Jahre später ...

Megann bürstet sich ihr volles, rabenschwarzes Haar während sie auf dem Bett in der kleinen, angemieteten Kammer sitzt. Leise fluchend kämmt sie sich einige Gräser aus dem Haar. Überbleibsel der Nacht. Nach meheren Strichen mit der Bürste, legt sie diese ordentlich auf die kleine Holzkommode zurück. Die schmalen, feingliedrigen Finger langen nach dem kleinen Handspiegel, der neben der Bürste bereit liegt.

Ein kritischer Blick in den Spiegel zeigt ihr, die gewohnten dunkelblauen Augen, die im fahlen Licht des Zimmers wieder einmal fast violett wirken. Die gerade Nase passt perfekt in das hübsche, herzförmige Gesicht, welches ohne Makel ist. Megann nickt zufrieden, bevor sie den Spiegel wieder weg legt.

"So kann man gehen", murmelt sie leise zu sich selbst. Mit schnellen geübten Bewegungen steigt sie in eines ihrer Arbeitskleider und mit ebenso flinken Handgriffen, hat sie die Verschnürung angebracht, so dass das Kleid perfekt an ihrem schmalen Körper sitzt.

Der Saum des Kleides wird gehoben und in den Schaft der weichen Lederschuhe, wird ein kleiner, tödlicher Dolch geschoben. Der Rock des Kleides fällt wieder raschelnd zu Boden, nachdem sie ihre übliche Vorkehrung getroffen hat.

Mit raschen Schritten verlässt sie das Zimmer, zieht die Türe hinter sich zu, schließt ab und verstaut den Schlüssel an seinem üblichen Platz im Almosenbeutel, welcher ihr quer über die Brust geschultert hängt.

Mit gelupftem Saum hastet sie eilig die Stufen der Treppe hinunter, welche in eine kleinen Hausflur führt, der immer spärlich beleuchtet ist. Rasch durchquert sie auch diesen Raum. Leise hört man die Gespräche im Waffenladen neben an. Mit einer energischen Bewegung öffnet sie die Türe. Heller Sonnenschein heißt Megann willkommen als sie auf die Straßen von Sturmwind tritt.

An ihr vorbei rattert ein Handkarren, gezogen von einem leicht buckligen Mann. Das übliche Treiben der Altstadt an einem sonnigen Werktag. Der Tag ist erst wenige Stunden alt und wirklich viel hat Megann die letzte Nacht nicht geschlafen gehabt, dennoch wirkt sie ausgeruht, erholt und beschwingt, als sie sich durch die Gassen schlängelt und mit direktem, ausholenden Gang einer kleinen Person sich ihren Weg sucht.

Unterwegs zum Schloß kauft sie sich noch eine kleine Fleischpastete, welche sie genüsslich verspeist als sie die Stufen zum Schloss hoch hastet. Die Wachen schenken ihr keine besondere Aufmerksamkeit. Vor dem Dienstboteneingang macht sie kurz halt und kontrolliert, ob noch Krümel an ihr hängen. Zufrieden setzt sie ein Lächeln auf und geht durch die Türe.

Selbstsicher geht sie mit leisen Schritten durch die Gänge des Schlosses und wird von einige Dienstboten höflich gegrüßt. Ihre Schritte verharren vor einem Wandteppich, sie kniet sich runter, als ihr einige Diener entgegen kommen und fummelt an einem ihrer Schuhe herum. "Verflixte Schnallen" brummelt sie laut genug, dass die beiden Klatschweiber sie hören können.

Röcke rascheln an ihr vorbei. Als die etwas drallere Dienerin sich an der Ecke nochmals umdreht, ist die kleine, zierliche Person verschwunden, die zuvor noch im Gang gekniet hatte und sichtlich Malester mit einem ihrer Schuhe hatte. Während die dralle Frau sich noch wunderte, wo die Frau so schnell hin verschwunden war, hatte Megann schon fast ihr eigentliches Ziel erreicht.

Leise und ohne einen Laut zu verursachen, war sie in einen der Geheimgänge geschlüpft und hatte etliche Stufen hinter sich gebracht. An einem Guckloch blieb sie kurz stehen, als sie eine Bewegung und Geräusch wahrgenommen hatte. Durch die Fasern des Wandteppichs im Raum vor dem Geheimgang konnte sie ein Lustspiel ausmachen, welches wahrlich wohl nicht für alle Augen bestimmt war.

"Ach sieh einer an", dachte Megann als sie die beiden Personen im Raum erkannt hatte und einen Schritt zurück trat. Leise stieg sie weiter nach oben und zählte die Zimmer ab. Ein kurzer Blick ins Interieur zeigte ihr, dass der Raum leer war.
Geräuschlos schlüpfte sie in den Raum und näherte sich einer einfachen, jedoch sehr gut verarbeiteten Holztüre.

Ihr Klopfen hallt leise durch den Raum. "Herein", ertönt eine volle Männerstimme.
Megann schlüpft in den Raum und zieht die Türe hinter sich zu.

Ihr Blick fällt auf den grauhaarigen Mann, der ihr den Rücken zugewandt am Schreibtisch sitzt und schreibt.
Ruhig bleibt sie stehen, während der Mann den Brief zu Ende schreibt. Nach einiger Zeit legt er die Feder bei Seite und dreht sich um.

Megann versinkt in einen leichten Knicks.
"Ah, meine liebste Botin" sagt der Mann warm. "Tretet näher, Miss Derrington."
Megann erhebt sich aus dem Knicks und tritt wie geheißen näher.

Wache, klare Augen blicken sie direkt an.
"Ich hab einen Auftrag für Euch."
"Sire?", Megann blickt fragend.

"Diese Botschaft ist nach Eisenschmiede zu überbringen. Heute noch." Sein Blick gleitet über ihren Körper, bevor er weiter spricht. "Am besten kleidet ihr Euch entsprechend. Ich erwarte Diskretion und Unauffälligkeit, wie immer."
"Sicher, Sire" antwortet Megann mit einer leichter Verbeugung.

"Ebenso bin ich Kunde geworden, dass der Earl of Warwick in der Stadt weilen soll. Er war ein Freund meines Sohnes. Sucht ihn und ... greift ihm ein wenig unter die Arme wenn es sein muss."
Er reicht ihr ein Schreiben ohne Siegel.
"Sehr wohl, Sire." Megann nimmt das Schreiben entgegen und verstaut es.

Der Blick seiner grauen Augen weilt auf ihr. Als sie aufblickt schaut er sie immer noch sehr direkt an.
"Ihr seid sehr hübsch geworden, Miss Derrington" spricht er leise und warm.

In Megann's Magengegend krampft es sich leicht zusammen. "Oh Licht, bitte nicht" denkt sie aber lächelt den Mann vor sich leicht an.
"Sire ..." setzt sie an, doch er unterbricht sie mit einer Handbewegung. Gehorsam schließt sie den Mund.
"Ihr könnt gehen", langsam dreht er sich wieder gen Schreibtisch und nimmt die Feder auf.

Megann war schon fast an der Seitentüre des prunkvollen Gemachs, als sie hinter sich noch einmal seine Worte vernahm.
"Geht Varian aus dem Weg. Ihr wäret genau sein Fall"
"Ja, Sire" antwortet sie ernst und dreht sich nochmals um.

Genn Graumähne saß immer noch mit dem Rücken zu ihr und tunkte die Feder in das Tintenglas. Leise verschwand sie durch die Seitentüre seines Privatgemachs. Als die Türe ins Schloß klickte, lehnte sich Megann für einen kurzen Augenblick an das Holz und schloß die Augen.

Für einen Schreckmoment hatte sie befürchtet gehabt, der König wolle ihr Avancen machen. Dem Licht sei Dank war es nicht so.
Langsam öffnet sie wieder die Augen und fasste sich. Megann nahm dieses Mal den direkten Weg durch die Geheimgänge nach draussen. Keiner würde die junge Frau aus dem Schloß gehen sehen.
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Megann Derrington
Forscherliga







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[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 4. Jun 2012, 17:24 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann schlendert gemächlich durch die Gassen der Altstadt und nickt ein paar bekannten Gesichtern zu. Der Obstverkäufer am Platz zur Wachkaserne wirft ihr einen Apfel zu und wackelt mit den Brauen. Das glockenhelle Lachen von Megann lässt ein paar Köpfe herum wandern. Megann beißt in den Apfel, kaut und schluckt nach einer Weile, dann spricht sie lauter zu dem Obsthändler, "Da muss schon mehr kommen als ein Apfel, Guntram." Sie zwinkert ihm keck zu und geht dann Apfel essend weiter.

Grüne Augen verfolgen den Weggang der kleinen Person, die so selbst sicher durch die Strasse geht, als würde sie ihr gehören. Ein Schmunzeln breitet sich auf dem durchaus attraktiven Männergesicht aus. Megann bleibt an einem Stand für Haarbänder stehen und zeigt Interesse an ein paar Bändern. Kurz bevor sie geht, dreht sie leicht forschend den Blick, hatte sie doch das Gefühl gehabt, dass Augen auf ihr ruhen würden.

Niemand der sie wirklich anblickte und auch niemand der auf eine Art auffällig wirkte. Sie wendet sich der jungen Verkäuferin zu und bezahlt das Haarband, welches sie sich ausgesucht hatte. Während sie darauf wartet, dass ihr Band eingepackt wird, verspeist sie weiter ihren Apfel und schaut sich, wie jeder Marktgänger interessiert um.

"Ma'am. Darf es noch was sein? Ein Tuch vielleicht für die kühleren Abende?" Megann dreht sich wieder zu der Verkäuferin um und lächelt sie freundlich an. "Nein, danke. Dieses Mal wirklich nur das Band. Gehts den Eltern denn schon besser, Sigrun?"
"Mal so, mal so, Ma'am. Leider scheint Papa's ... Krankheit weiter fortzuschreiten."
Dunkelblaue Augen huschen über das junge Mädchen, welches vielleicht gerade mal 15 ist. Ein kleiner blauer Fleck am Hals erregt Meganns Aufmerksamkeit, jedoch gibt sie nicht zu erkennen, das sie gesehen hat, was sie gesehen hat.

"Ich verstehe. Nun, dann grüß mir deine liebe Frau Mama nocheinmal von mir."
"Sehr wohl, Ma'am", sagt das junge Mädchen höflich.
Megann nickt und reicht dem Mädchen 1 Silberstück. "Hier dafür kaufst du dir mal was ordentliches zum Essen. Und glaub mir, ich bekomme heraus, wenn es dein Vater bekommt." Sie schenkt dem Mädchen einen Blick der keine Widerrede duldet und wirkt erst dann zufrieden, als das Mädchen lächelt und sich das Silberstück einsteckt.
"Gewiß nicht, Ma'am. Danke, vielen Dank."

Megann nimmt sich ihr Band und geht dann weiter. Ihre leisen Schritte führen sie durch das Gewühl der engen Gassen. Mit wachen Augen nimmt sie wahr, wie einer der Bengel einem dicken Kaufmann die Börse aufschneidet und dann im Dunkeln der Gassen verschwindet.
Sie schnauft leise und wirft den Apfelkern in einen der Mülleimer. Sicherlich würde der Dicke gleich den Diebstahl bemerken. Megann wendet sich ab und schlendert auf die andere Seite der Gasse, wo sie kurz darauf an einem weiteren Stand stehen bleibt.

"Es geht um alles oder nichts. Wer möchte bieten? Wer hat die Nuss entdeckt?"
Sie blickt auf den Stand und erkennt, dass sie sich zum Hütchenspiel gestellt hat, was wie immer Schaulustige anzieht.
Ein blond bezopfter Mann erregt Megann's Aufmerksamkeit. Er lehnt an der Mauer des Hauses und beobachtet die Menschen, die vorbei gehen. Megann geht einen Schritt zurück und steht nun im schattigen Bereich des Daches, von dem Mann nicht zu sehen.

Sie jedoch konnte wunderbar verfolgen, wen der Mann taxierte.
Überrascht hob Megann eine Braue. Entweder war er ein Dieb oder aber er wollte was anderes von den Männern, die er ins Visier nahm ... und vielleicht auch beides, dachte Megann.

Ein Auge des Blonden zwinkerte und Megann schaute erneut, wen er dieses Mal im Blickfeld hatte. Groß, schlank, dunkelhaarig und wie die Kleidung und die Ringe schließen lassen, ein augenscheinlich wohlhabender Mann.

Megann jedoch seufzt als sie den Mann erkannt hat und schüttelt leicht den Kopf. Der Blonde scheint noch nicht lange in der Stadt zu sein. Leise verschwindet Megann in den Schatten und taucht einige Häuser weiter vorne wieder auf der Gasse auf. Sie schlendert offensichtlich gut gelaunt durch die Straßen, bis sie knapp vor dem Blonden ist und plötzlich von einem jungen Burschen angerempelt wird, der vor einem Gleichaltrigen davon rennt.

"Verdammt!" flucht sie als sie taumelt und rückwärts fällt. Starke, männliche Armen fangen sie auf und sie blickt verwirrt um sich.
"Elende Drecksbengel!" schimpft sie aufgebracht und blickt dann zu dem Mann hoch.
"Ach ihr?" ertönt es melodisch aus dem Mund des blonden Mannes.
Megann richtet sich auf und streicht sich die Bluse richtig.
"Das nenn ich aber Glück, dass ihr mich aufgefangen habt. Vielen lieben Dank."
Der Mann lächelt süffisant. "Hätte ich gewußt, dass es die Person ist, die mich beim Würfeln gut was gekostet hat, hätte ich es mir noch einmal überlegt."
"Na, ihr seid mir ein munteres Persönchen" sagt Megann leicht entrüstet.

"Man tut was man kann, Miss." Sein Blick wandert von ihr in die Gasse. Doch die Beute war verschwunden. Ein kleines Seufzen aus seinem Mund, dann blickt er wieder zu Megann. Die sich augenscheinlich wieder gefangen hatte.

"Vielen Dank nochmals und bei nächsten Mal geb ich Euch was zum Trinken aus."
"Das ist ein Wort", sagt der Mann und lächelt leicht.
"Sicher. Sogar mehrere wenn man es genau nimmt", kontert sie trocken.
Sein warmes Lachen lässt den Mann entspannter wirken als zuvor.
"So gerne ich noch plaudern würde, ich muss leider weiter", sagt Megann mit einem freundlichen Nicken.
"Nur zu."
"Gute Tag noch", sagt sie und wendet sich ab.

Leise vernimmt sie ein, "Das wäre zu wünschen" gemurmelt.
Mit einem Schmunzeln geht sie weiter und verschwindet in der Menge.

Einiges später, wenn er nach seinem Geldsack schauen würde, würde er feststellen, dass jener durch einen anderen ersetzt worden ist, der erheblich mehr Inhalt aufzuweisen hatte, als der vorige.

Megann schmunzelte noch eine ganze Weile vor sich als sie daran dachte, wie der dunkelhaarige Blender sich aufregen würde, wenn er feststellte, dass er seine Börse eingebüßt hatte und auch noch einen Rubinring, den er am kleinen Finger getragen hatte.
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Megann Derrington
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[ Charakterinfo ]
Titel: Verfasst am: 6. Jun 2012, 15:19 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Der Wind pfiff durch die Gassen Sturmwinds, am Horizont braute sich ein Gewitter zusammen, dunkel bauschten sich die Wolken am nächtlichen Himmel, Blitze zuckten in der Ferne und erhellten die Nacht für einen kurzen Moment.

Eine zierliche, kleine, schwarz verhüllte Gestalt huschte über die Dächer der Altstadt, ohne einen Ziegel ins Rutschen zu bringen. Megann's Augen leuchteten im Dunklen. Sie hatte immer Freude an solchen Nächten. Der Wind sang ein Lied und manches Mal fühlte sie sich nach Gilneas zurückversetzt in solchen Nächten.

Eine Bewegung im Augenwinkel ließ Megann stutzen und sich hinter dem nächsten Schornstein verstecken.
Sie blickte hinter dem Schornstein hervor und über den Kanal in Richtung Zwergenviertel. Es schien als wäre sie nicht alleine über den Gassen unterwegs. Dort drüben bewegte sich, kaum sichtbar ein Schatten über die Dächer.
"Interessant", dachte Megann während ihre Augen den Schatten verfolgten. Plötzlich blieb jener stehen und schaut direkt in ihre Richtung. Geschwind duckte sich Megann wieder. "Er kann mich nicht sehen", grübelte sie in Gedanken vor sich hin und wagte erneut einen kleinen Blick über die Dächer.

Dach für Dach suchte sie ab, doch der Schatten auf der anderen Seite des Kanals blieb verschwunden. Megann wartete noch einige Minuten, bevor sie sich wieder hinter ihrem Schornstein hervorwagte, Anlauf nahm und auf ein neues Dach hopste. Schnell und zielgerichtet huschte sie weiter, bis sie ihren Einsatzort erreicht hatte. Unter ihr herrschte das Treiben der Näherinnengasse und sie erkannte einige Männer, die wohl ein wenig Zeitvertreib suchten.

Eine der Dirnen, eine etwas fülligere Person, schaute zu dem Platz an dem Megann sich befand und kniff leicht die Augen zusammen. Megann ließ sich für einen kurzen Augenblick im Schein der Laterne erkennen. Ein dunkler Schatten, verhüllt bis auf die Augen, und liess sich dann wieder in die Schatten der Nacht zurückfallen. Die Matrone nickte kurz und blickte dann wieder in die Gassen. Megann machte es sich auf dem Dach gemütlich und behielt die Gasse im Auge.

Ihre Nachtschicht für heute hatte begonnen und in der Ferne grollte der Donner über den Wald von Elwynn.

Die Nacht war recht ereignislos gewesen. Eine kleine Schlägerei unter Freiern, doch Waffen waren keine zum Zuge gekommen und Megann musste nicht eingreifen.

Sie hatte die Zeit genutzt ein wenig nachzudenken über den Mann, den sie kennengelernt hatte und den sie immer mal ab und an traf. Wer war er wirklich? War er wirklich der Hafenarbeiter, den er vorgab zu sein?
Eines Tages hatte Megann die Gunst der Stunde genutzt, als sie in Verkleidung eine Lieferung am Hafen erledigen musste und nach ihm geschaut. Tatsächlich hatte sie ihn gefunden, wie er Gegenstände von A nach B trug. In ihrer Verkleidung als schmächtiger Junge war sie nicht weiter aufgefallen und konnte ihn so eine Weile beobachten. Das Spiel seiner Muskeln, die Sonne auf seiner leicht gebräunten Haut und die Scherze mit den anderen Hafenarbeitern.

Gut eine Stunde hatte sie dort am Kai gesessen, einen Apfel gegessen und so getan, als würde sie sich einfach eine Auszeit gönnen. Ein schmächter, kleiner Bursche der eben ein wenig faulenzt.

Irgendwann zur Mittagsstunde fielen die Hüllen der Arbeiter bis auf die Hosen und Megann konnte ein wenig Vergleiche ziehen. Ihr Zielobjekt hatte mit Abstand den hübschesten Hintern von allen und sie mochte die Muskulatur seine Rückens. Kurz hatte sie bildlich vor Augen gehabt, wie er sie anblickte und ein kleiner Seufzer war ihr entwichen, welches einen der Männer hatte schauen lassen.

"Na, Kle'ner? Wenn du auch mal so Muckis willst, musste schleppen und was machen un nich faul inner Sonne sitzen. Keine Haare im Gesicht und am Sack aba faulenzen wie n Alter." schallte es zu ihr rüber. Einige Männer lachten leicht.
"Besser keene Haare am Sack als Läuse inner Tasch", feixte Megann im Gossenslang zurück, worauf einige der Männer in schallendes Gelächter ausbrachen. Der Mann, der zuvor noch gefeixt hatte wurde leicht rot im Gesicht und ob es eher an der Sonne und dem Zwergenbier lag oder Megann ins Schwarze getroffen hatte, spielte nicht die Rolle für sie als der Typ auf sie zukam.
"Warts ab, du Würmchen. Dir lehr ich Respekt", grollte der untersetzte, stämmige Mann und polterte auf sie zu.
Megann war aufgestanden und hatte sich ihre Tweedmütze weiter ins Gesicht gezogen.
"Lass doch den Bengel in Frieden, Ragnar", sprach der Mann, den sie beobachtet hatte ruhig zu seinem Kollegen. "Der ist doch nochn Kind."
"Genau, Ragnar", schallte es von hinten. Megann schaute und blickt auf einen jungen, blonden Mann mit Bart, den sie auch einmal gesehen hatte. Er machte der jungen Obstverkäuferin den Hof und schien ganz anständig zu sein. "Heb dir dein Temperament lieber für die rassige Maureen auf!"

Ragnar stutzte und blickte Megann an, die sich so hingestellt hatte, dass sie mit einem Fußtritt und einem beherzten Sprung über ein paar Kisten hätte fliehen können. Der Mann schnaufte, "Zisch ab, Bengel" und drehte sich dann um.
Megann streckte ihm in bester Bengelmanier die Zunge raus, was er ja nicht sah, aber ihr wieder ein paar Lacher einbrachte. Sie wartet gar nicht erst ab was passierte sondern sprang über zwei Säcke und flitzte den Holzsteg runter.

So sah sie nicht, wie der Mann, den sie zuvor beobachtet hatte ihr auf den vermeintlichen Jungenhintern starrte und dann leicht verwundert über sich selbst den Kopf schüttelte. Als sie gut zwanzig Meter entfernt war, hielt sie, drehte sich um und rief, "Ragnar ... und du hast doch LÄUSE!", streckte ihm nochmal die Zunge raus und flitzte dann davon.

Megann schmunzelte auf ihrem Dachposten, als sie an den Nachmittag dachte.

Ein Laut aus der Ferne ließ sie aufblicken. Ein Schuß hatte durch die Nacht gehallt und ihm folgten Schreie. Megann wollte schon ihren Posten verlassen, doch erinnerte sich dann, dass dies nicht Gilneas ist und sie nicht mehr im Dienst war. Kurze Zeit später hörte sie die Schritte von zwei Wachposten die Hauptgasse entlang rennen.

Megann blickte wieder in die Tiefe. Doch hier herrschte Ruhe. Die meisten Freier waren nach Hause gegangen oder waren mittlerweile zu betrunken, um sich zu kümmern. Gerade wurde aus dem Bordell ein Mann gerollt, der definitiv zu betrunken war, um noch irgendwas zu merken.

Die Matrone trat aus der Türe und winkte in die Luft. Für Megann das Zeichen, dass ihre Schicht beendet war und kein Gast mehr im Haus verweilte. Hinter dem Trunkenbold schloss sich die Türe und er saß lallend auf dem Stein.

Hinter der Maske seufzte Megann leise und sprang lautlos, wie eine Katze vom Dach.
In den Schatten bewegte sie sich auf leisen Sohlen und trat dann ins spärliche Licht der Laterne.
"Komm schon. Sonst bist du gleich Schuhe und Börse los, wenn da noch was drinnen ist."
"Bishn hng ...gna" gluggerte es von unten.

Megann schüttelt leicht den Kopf, als sie den Mann auf die Füsse zog und an die Hauswand lehnte.
Schlanke Finger in schwarzen Lederhandschuhen lupften das Kinn des Mannes an, um zu erkennen, wer da vor ihr schwankte.

Mit einem leisen Seufzen, stützte Megann den Weinhändler Gallinas und schleppte ihn mehr als er ging, in Richtung Wachhaus. Eine Ausnüchterung in der Zelle konnte nicht schaden, dachte Megann und fluchte leise mit ihm auf dem Weg zum Wachhaus.

Wie in der Nachtwache üblich stand keine Türbewachung da. So ließ Megann den Besoffenen auf die Stufe sinken und klopfte dann beherzt und laut an die verschlossene Holztüre. Sie wartete kurz, bis sie von drinnen ein Schlurfen hörte.

Als sich die Türe öffnete und der Weinhändler nach hinten auf die Stiefel des Wächters kippte, war Megann bereits wieder im Dunkeln der Nacht verschwunden. Der Morgen graute bereits über den Dächern der Stadt als Megann in ihr Zimmer kletterte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 7. Jun 2012, 18:31 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann beugte sich zu dem kleinen Mädchen runter und reichte ihr eine Zuckerwatte. Das Mädchen lächelte zu ihr hoch und die Augen in dem leicht dreckverschmierten Gesicht strahlten glücklich.
"'anke" murmelte es, nahme die Zuckerwatte und schaute sich um.
"Iss ruhig, Kleine. Ich pass schon auf, dass keiner dir das weg nimmt", sprach Megann sanft, deutlich und ruhig. Das Mädchen setzte sich in ihren Lumpen auf die Wiese und begann erst vorsichtig und dann mit zunehmender Freude die Watte zu verspeisen.

Megann lächelte das Kind an und schaute immer mal wieder um sich. Die Gaukler scherten sich einen Dreck um die kleinen, verwahrlost wirkenden Kinder, die nicht zu ihrem Volk gehörten. Die Kleine neben Megann war dünn und gerade mal vier Jahre alt. Jedoch zeigten ihre Augen eine gewiße Erwachsenheit, die Megann wütend machte. Ein Kind sollte ein Kind sein dürfen und nicht so leben müssen, dachte sie während sie an ihrem Wasser nippte.

Der Dunkelmond-Jahrmarkt zog allerlei Gäste an. Megann jedoch ging eher selten auf den Markt, doch als sie heute Morgen aufgestanden war, da hatte sie überlegt, was sie heute an ihrem freien Tag machen könnte.
Zunächst einmal hatte sie sich ein ausgiebiges Bad im Pfeifenden Schwein gegönnt und überprüft, ob dort Nachrichten für sie eingegangen waren.

Nach dem Bad mit einem neuen Badezusatz, den sie sich vor ein paar Tagen bei der rothaarigen Roselyn O'Finnigan gekauft hatte und einer ausgedehnten, anschließenden Körperpflege hatte sie bei einem herrlichen Frühstück mit einer Freundin beschlossen, dem Jahrmarkt mal wieder einen Besuch abzustatten.

Das kleine Mädchen zupfte an Megann's Bluse und Megann blickte das Mädchen fragend.
"'anke noma. Ich geh jetzt zu meiner Mama", die Kleine deutete auf einen Pulk Kinder und eine Frau, die gut und gerne das dreifache an Megann war, jedoch mit roten Wangen und feuerroten, wirren Locken lachend im Kreis der Kinder stand.

Megann lächelte dem Mädchen zu und nickte.
"Warte mal." Sie kramte aus ihrer Börse ein paar Münzen raus und streckte sie dem Mädchen hin.
"Das gibst du mal deiner Mama und sie soll sich und deinen Geschwistern was schönes kaufen", sagte Megann eindringlich und sanft zu dem Kind, welches erst zögerte und dann flugs das Geld einsteckte.
Dann flitzte das Kind in Richtung der Mutter und rief dabei, "Maaaaaaaaaaaamaaaaaaa. Maaaamaaaaaa."
Die Frau schaut auf und ging in die Hocke und begann mit der Kleinen zu reden.

"Zeit zum Gehen", dachte Megann, stand auf und schob sich an ein paar Tauren vorbei. Als die rothaarige Mutter der gut acht Kinder aufblickte und schaute wohin das Mädchen zeigte, war der Platz an dem sie zuvor noch gesessen hatte, leer.

Megann schlenderte weiter über den Markt, beschaute sich manche Attraktion und ließ die Blicke schweifen. Paare bummelten Händchen haltend über den Markt oder knutschten an Ecken und im Schatten der Zelte herum. Am Schießstand gewann Megann einen kleinen Kuschellöwen, der schon kurze Zeit später einen neuen Besitzer fand. Dieses Mal ein kleiner Junge vom fahrenden Volk, der ganz stolz das Tierchen zu seinen Eltern schleppte, wobei das Tier fast größer war als er selber.

Seine Eltern winkten Megann zu sich und sie plauderten eine Weile bei einer Tasse Tee. Die Frau wollte Megann unbedingt aus der Hand lesen als Geschenk und nach einiem Zögern reichte Megann die Hand über den Holztisch.

"Ah ich sehe viele ... Abenteuer", die Frau blickte Megann mit einem Schmunzeln an und Megann konnte einfach nur zurückschmunzeln. Dann senkte die braunhaarige, rassige Frau den Kopf wieder und fuhr die Linien von Meganns Hand nach.
"Viel Trauer, Einsamkeit ... und Sehnsucht, sehe ich hier. Aber auch Leidenschaft, Hingabe und Verlangen", die Frau nickte und schnalzte mit der Zunge.
"Drei Männer liegen hier auf der Hand und einer davon ist der Richtige für dich."
Megann blickte neugierig und schnaufte leicht.
"Ach?", Megann klang eher weniger überzeugt.
"Wenn ich es dir sage! Alle drei sind gut, jeder auf seine Art", sie blickte Megann mit ihren großen, mandelförmigen Augen an und Megann schaute mit ihren nahezu lila anmutenden Augen zurück.
"Ah ... dein Herz ist nicht hart. Du wirst es schon richtig machen", sagte die Zigeunerin dann und ließ lächelnd ihre Hand los.

Megann blickte nocheinmal kurz auf ihre Hand und legte sie dann unter den Tisch.
"Ja, ehm. Danke" sagte sie freundlich und blickte sich um.

Da fiel ihr ein blonder Haarschopf auf und sie seufzte leicht.
Die Zigeunerin blickte nach, wo sie hinschaute und grinste dann.
"Das ist aber keiner von den Dreien, Nachtauge", lachte sie leise.
"Nachtauge?", fragte Megann und hob eine Braue hoch.
Die Frau tippte sich unter ihr linkes Auge und zwinkerte dann.

Von der Seite kam die männliche Stimme ihres Mannes.
"Weil deine Augen so samtig sind wie der nächtliche Himmel", sagte er und lächelte ihr zu.
"Da hör dir meinen Mann an...", sagte sie und winkte ihn mit der Hand weg.
Megann schmunzelte erst und lachte dann warm auf.
Die beiden Eheleute stimmten im Gelächter mit ein und so kam es, dass Megann die nächsten Stunden mit Rum und Gesprächen verbrachte. Ab und an wurden ihre Gespräche unterbrochen, als Leute kamen, welche die Zukunft vorhergesagt haben wollten.

Megann blieb dann stumm sitzen und beobachtete das Verhalten der Zigeuner, die sich dann viel zigeunerischer gaben, als zuvor mir ihr.
Innerlich schmunzelte Megann und amüsierter sich köstlich. Letzten Endes jedoch stand sie auf und verabschiedete sich höflich und mit dem Versprechen ihnen Sturmwind zu zeigen, sollten sie einmal in der Nähe sein.

Es war mittlerweile späterer Abend geworden und die Fackeln erleuchteten den Markt und tauchten ihn in eine seltsame, fast unwirklich anmutende Atmosphäre. Als Megann sich dem Pier näherte erklangen die ersten Töne von Musik.
Ein Lächeln stahl sich auf Megann's Gesicht und sie beschleunigte die Schritte.
Kurz darauf suchte sie sich einen Platz auf den Bänken vor der Tribüne. Das Konzert der Chieftains hatte noch nicht begonnen, aber ein einsamer Musiker geigte für die sich sammelnden Zuschauer.

In der Menge erkannte sie plötzlich den Earl of Warwick wieder, den sie zuvor schon einmal kurz gesehen hatte. Er befand sich in der Begleitung eines ansprechend aussehenden Herren mit dunklen, etwas längeren Haaren, Bart und einem Hemd, das fast bis zur Gürtelschnalle offen war. Megann schmunzelte und blickte weiter um sich.

Ein paar Gesichter kamen ihr bekannt vor und sie glaubte auch eine blonde Frau zu erkennen, die sie schon ein paar Mal Waren hatte ausliefern sehen, vom Hof der Wollertons. Die Ränge füllten sich und Megann's Sicht wurde von einem fetten Ork blockiert, der sich direkt vor sie gesetzt hatte.

Sie tippte dem Ork auf die Schulter, woraufhin jener sich umdrehte und sie musterte.
"Sie sitzen mir im Sichtfeld", sagte Megann ruhig und deutet auf sich und dann nach vorne.
Bräunliche Zähne grinsten sie an und kleine Augen huschten über ihren Körper. Daraufhin folgte eine Bemerkung, die mit eindeutig, zweideutigen Handgesten untermalt war. Die Begleitung des Orks grinste und offenbarte einen Goldzahn, sowie ein paar weitere braune Stumpen.
Auch seine Bemerkung war sehr offensichtlich für Megann, die freundlich ihr Lächeln weiter behielt und sich dann nach vorne beugte.

"Ihr könnt von Glück sagen, dass ich heute gut gelaunt bin, ansonsten hätte ihr jetzt schon den ewigen Frieden gefunden für Eure obszönen Bemerkungen", sagte sie mit einem herzlichen Lächeln und wackelte leicht mit den Brauen.
Die beiden, die natürlich kein Wort verstanden hatten stubsten sich an und sagten wieder etwas und untermalten es mit Handzeichen die darauf schließen liessen, dass sie Megann nach dem Konzert gerne sehen würden.
Megann strahlte weiterhin freundlich und legte dann einen Arm um den fetten Ork und den anderen um den schlankeren mit dem Goldzahn. Ihre Hände strichen über deren Köpfe und sie öffnete leicht ihre Lippen. Die beiden Orks starrten sie an, Megann's Hände glitten über die Köpfe in deren Nacken und mit einer kleinen, flinken Bewegung drückte Megann den Punkt im Nackenbereich, der zu einer friedlichen Bewußtlosigkeit führt. Die beiden wussten nicht einmal wie ihnen geschah und sackten gegeneinander.

Megann richtete sich wieder auf, liess die beiden prall gefüllten Geldbörsen der beiden unter ihrer Jacke verschwinden und tätschelte dann beiden die Schultern.
"Schlaft gut" murmelte sie, stieg an ihnen vorbei und setzte sich ein paar Plätze weiter.

Sie saß gerade, als die Chieftains auf die Bühne traten und das Konzert begann. Es dauerte nicht lange, da tanzte Megann mit den anderen Konzertbesuchern, außer zwei Orks, die verliebt aneinander lehnten und zu schlummern schienen.

Der Gitarrist auf der Bühne zwinkerte ihr einmal zu, doch Megann stand nun wirklich so gar nicht auf Blutelfen. Kurz darauf sah sie, wie er der blonden Frau, die sie vorher gesehen hatte ebenfalls zu zwinkerte und wie diese zurück zwinkerte.

Megann tanzte kurz mit einem Zwerg, der aber mehr auf ihre Brüste starrte als auf alles andere. Langsam tanzte Megann sich an den Rand des Geschehens und schlüpfte dann wieder aus dem Konzertraum. Auf der Mittelgasse des Marktes atmetet sie einmal tief durch und strich sich durch die Haare, dann straffte sie sich und schritt in Richtung Ausgang.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 12. Jun 2012, 14:03 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Eine Flut von blonden, langen Haaren wurde gelöst und fiel schwer auf einen bezaubernden, weiblichen Rücken. Das Rückendekolleté offenbarte mehr als es verdeckte und zeigte dem geneigten Herren zwei schön geschwungene Schulterblätter und einen makellosen, gebräunten Rücken. Kurz bevor es prikant wurde hörte das Dekolleté auf und ging über in einen weichfallenden Rock, welcher jedoch das schmale und dennoch weibliche Hinterteil der Dame betonte, welche in dem Kleid steckte.

Jene lachte gerade perlend und drehte sich mit einem Glas edelstem Perlwein in der Hand um.

Der Herr, welcher noch bis zu jenem Moment einen Blick auf den Rücken genossen hatte, indem er sich unbewußt über die Lippen geleckt hatte, lächelte der Schönheit zu, die ihn nun wieder anblickte.

Lange Wimpern, welche die dunkelblausten Augen umrandeten, die er je gesehen hatte. Eine gerade Nase unter welcher sich ihm der köstlichste Mund offenbarte, den bald zu küssen gedenkte.

Oh ja ... er würde bald noch mehr schmecken von dieser süßesten aller Versuchungen. Wieso war sie ihm bisher nicht am Hofe aufgefallen? dachte er sich für einen Moment, doch dann wurde ihm klar, dass sie ja gesagt hatte, sie wäre hier nur für einen Besuch bei einer Tante, da ihr Mann im Kampf gegen das Übel gefallen sei und die Tante ihr Obdach angeboten hatte.

Eine Frucht, die sicherlich danach hungerte wieder benäßt zu werden, schoß es ihm durch den Kopf als die Dame auf ihn zutrat.

"Was für eine trottelige Kammerzofe", sagte sie und schüttelte ihr Haar leicht, so dass das Licht der Kerzen auf den blonden Haaren schimmerte.
"Wie meinen, Mylady?" fragte er höflich und nahm ihr dankend das Glas ab, welches sie ihm reichte.

"Die Kammerzofe, hat das Haar nicht ordentlich gesteckt. Seht doch wie es nun aussieht", seufzte sie und wirkte leicht betroffen. Ihre Lippen stülpten sich leicht und er verspürte ein Ziehen in der Leistengegend.

Er stellte das Glas ab und trat auf die Frau zu, die kurz auf das Glas geblickt hatte an dem er noch nicht genippt hatte.
"Aber es sieht hinreissend aus, meine Schönheit", sprach er sanft und hob seine Hand, um ihre Haare zu berühren.

Schüchtern lächelte die Frau und wandte leicht den Blick ab.
Der Zeigefinger seiner rechten Hand legte sich unter ihr Kinn und hob es hoch, damit sie ihn ansehen konnte.
"Wie lange ist Euer Gemahl schon bei den Ahnen?" fragte er mitfühlend.
"Seit vier Jahren" sagte die Frau und blickte ihn an, als wäre er die Schlange und sie das Kaninchen.

Der Blick in seinen Augen zeigte der Frau, dass sie genau das Richtige gesagt hatte. Wie leicht sie doch zu durchschauen sind, dachte sich die kleine Person und seufzte schwer.

"Ihr müsst ihn sehr vermissen", sagte der Mann und trat ihr näher. Sie roch ihn nun, ein Gemisch aus Kiefernadeln und etwas süßlichem, welches sie als eine Art Droge identifizierte, welche die gelangweilten Reichen gerne mal tranken.
"Sehr, oh ja", sie schlug die Augen dezent nieder, befeuchtete sich jedoch ihre Lippen dabei.

Er trat noch näher.
Ihr Busen wogte im Dekoletté und sie registrierte wie er kurz darauf blickte, bevor er sie wieder ansah.
"Und kein Mann an Eurer Seite, der Euch hält" sprach er leise und sie schüttelte sachte den Kopf, nun war es an ihr, ihm ein klein wenig zu zu neigen.

Und der Plan ging auf.

Der Mann neigte sich zu ihr hinunter, seine braunen Augen schauten sie mit schweren Lidern an, als er sich weiter zu ihr neigte. Ihre Lider flatterten leicht und sie schloß dann die Augen züchtig, als seine Lippen die ihren trafen.

Seine Zunge bahnte sich den Weg in ihren Mund und sie ließ es zu, scheinbar versunken im Kuß schmiegte sie sich noch enger an ihn und hob eine Hand, um ihm durch die Haare zu streichen. Erst sanft, dann intimer, williger, lüsterner. Er lächelte leicht in den Kuss, das spürte sie und die Bewegung seiner Hand zeigte ihr an, dass er sich den Hosenverschluß öffnete, um dann wohl überraschend weiter das Geschehen zu vertiefen.

Ihre Hand glitt durch sein leicht graues Haar und über den Hinterkopf den Nacken entlang.
Dort verhielt sie und brach den Kuss ab.
Sie blickte den Mann an, der sie fragend anschaute.
"Ihr seid ein Mörder an Eurem Volke" sagte sie trocken und die blauen Augen funkelten.
Der Mann wurde blass und wollte sich bewegen. In dem Moment drückte Megann zu, ein Knacken und der Mann, welcher mitschuldig am Fall der Mauer und des Verrats von Gilneas war und bisher im Verborgenen agiert hatte, fiel zu Boden, die Augen noch weit geöffnet vor Überraschung.

Megann goß den Perlwein über den Leichnahm und arrangierte alles so, dass es aussah, er wäre unglücklich im betrunkenen Zustand gestürzt. Dann entfernte sie alle Zeugnisse, dass er nicht alleine war und huschte durch einen der Geheimgänge unbemerkt aus dem Zimmer.

Der König würde am nächsten Tag von dem erledigten Auftrag erfahren. Megann jedoch zog sich im Steingang um und verstaute die Kleidung. Die magisch veränderten Haare versteckte sie unter einem Hut, bevor sie aus dem Gang schlüpfte und nun eher wie ein Bäckersjunge aussah, der voll mit Mehl war und einen Sack mit Brot schleppte.

So ging sie murrend grüßend an den Wachen vorbei und nach draußen auf die Straßen der Stadt.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 13. Jun 2012, 13:10 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann hatte den Tag sehr ruhig verbracht und war in den Wäldern von Elwynn gewesen. Sie brauchte ihre Ruhe mit der Natur und ohne die Intrigen und Machenschaften in der Stadt. Gerade nach ihrem gestrigen Einsatz hatte sie die Stille gesucht, war Fliegenfischen gewesen und hatte sich am Lagerfeuer einen prächtigen Fisch zu bereitet. Dort hatte sie lange gesessen und sogar überlegt die Nacht im Wald zu verbringen, bis zu jenem Moment als es zu Tröpfeln begann.

Ein Tröpfeln blieb es im Wald meist nie und so löschte sie das Feuer mit Erde, schnappte sich ihre Sachen und machte sich auf den Weg in die Stadt. Kurz vor der Stadt kam der Wolkenbruch und schon nach kürzester Zeit war sie bis auf die Knochen durchnässt.

Statt zu fluchen, grinste sie nur, zog sich den Hut noch tiefer ins Gesicht und stapfte unbeeindruckt weiter. Regen war nichts Neues für sie, in Gilneas hat es oft geregnet und zwar richtiger Regen. Regen der selbst die dickste Kleidung mit kleinen, winzigen Tropfen durchdrang. Sie vermisste das Wetter und die Brise vom Meer. Ihr fehlten die Klippen und die Häuser, die Gassen und vorallem die Menschen, die sie ins Herz geschlossen hatte, die ihre Familie waren.

Sie wich einem Fuhrwerk aus, welches über die Brücke holperte und hielt an, um auf die Türme der Stadt zu blicken. Sturmwind war nicht Gilneas und das würde es auch nie für sie werden, doch es war ihr ebenso eine Heimat geworden und wie hatte sich alles verändert. Ein leises Seufzen kam von ihren Lippen und wurde vom Prasseln des Regens verschluckt.

Ein Druck am linken Bein ließ Megann den Kopf senken und zum Pflaster schauen. Dort saß eine kleine Katze, die sie mit großen Augen anblickte und leicht zitterte.
"Na Spätzchen? Was machst du denn hier? Wo sind deine Leutchen?" fragtge sie und ging gleichzeitig in die Knie.
Das rote Kätzchen maunzte Herz erweichend und schob sich noch enger an sie.
Megann blickte sich um und sah niemanden. Das Kätzchen zitterte und war triefend naß.
"Du siehst aus wärest du fast ertrunken, mein Kleiner" sagte Megann leise, sanft und mit einem warmen Unterton. Dann nahm sie das Katzenkind auf den Arm und steckte es unter die Jacke.

Sein Fell durchnäßte ihre Bluse noch mehr, doch Megann drückte das zittrige Balg sanft an sich, stand auf und blickte dann über die Brüstung. Unten im Wasser, am Ufer sah sie etwas Dunkles liegen, was ein Sack sein könnte.
"Dreckspack" murrte sie, drehte sich um und machte sich auf den Weg runter gen Ufer.

Unten angekommen bestätigte sich ihr Gedanke. An dem Sack waren Steine befestigt und ein kleines Loch klaffte dort, wo sich der kleine Racker rausgekämpft hatte.
Megann atmetet tief durch und bückte sich dann, um den Sack ganz aus dem Wasser zu ziehen, dann riss sie den Sack auf und blickte hinein.

Tränen rollten über Meganns Gesicht, als sie zwei weitere Katzen aus dem Sack zog, still und stumm lagen sie da und muckten sich nicht.
"Elendes Pack" schimpfte Megann und rubbelte die Bäuchlein der Katzenbabies. Doch sie hatte keinen Erfolg. Nach einiger Zeit gab sie auf, nahm ihren Rucksack vom Rücken und wickelte die kleinen Kätzchen in ihre leicht klamme Decke ein. Dann nahm sie das rote Kätzchen wieder an sich, trug die Decke ebenfalls nah bei sich und machte sich auf den Weg gen Kathedrale.

"Ihr seid gestorben in Unschuld, ermordet durch die Hände von bösen Menschen, ihr sollt wenigstens auf geweihtem Boden liegen, wie es sich für Eure Seelen gehört", sprach Megann ruhig und leise, während sie am hintersten Ende des Friedhofes ein kleines Grab für die beiden Kätzchen aushob.
Das rote Kätzchen lag schlummernd unter ihrer Jacke und nur das Köpfchen schaute heraus, ab und an zuckten die Schnurrhaare und die Stirn war gerunzelt.

Nachdem Megann die Decke in das Grab gelegt hatte und die Erde nun ihre karierte Decke bedeckte, sprach sie ruhig "Aus dem Licht wurdet ihr geboren und das Licht hat Euch erneut empfangen. Möge das Licht Eure Qualen von Euch nehmen und ihr im Licht heilen, so dass Eure Seelen befreit sind von den Vorkomnissen hier auf Erden", dann schlug sie das Zeichen des Lichts über dem Grab und stand noch eine Weile still da.

Ein tiefer Seufzer wollte sich den Weg aus ihrer Brust bahnen, doch Megann dämpfte ihn und schüttelte den Kopf. Jetzt nicht. Jetzt nicht.
Ganz vorsichtig nahm sie das Bündel auf, welches ihre Jacke mit dem Kätzchen darstellte und drückte es sich an die Brust.

"Mir scheint, du hast ein neues Zuhause bekommen", flüsterte sie zu dem Kätzchen, welches unbeirrt weiter schlummerte. Als sie gerade den Weg über den Steg nehmen wollte, um den Kathedralenplatz zu vermeiden, sah Megann den Legaten, einen gerüsteten Mann, den sie am Humpeln als den Kommandanten der Bruderschaft identifizierte und einen rotbraunen Mann, welcher über die Schulter des Kommandanten geworfen war und vor sich hin stöhnte.

Megann stockte im Schritt und spähte hinter dem Gebüsch vor, welches sie noch verdeckte. War das ein Armbrustbolzen, der aus der Schulter des geschulterten Mannes schaute, den sie im Licht der Straßenlaterne erkennen konnte.

Das Kätzchen maunzte leise im Schlaf, riß Megann jedoch aus der Beobachtung und den Gedanken.
"Was mag da nur geschehen sein?", dachte sie und beschleunigten ihren Gang ein wenig.

Erst einmal hieß es die Katze versorgen. Sie brauchte es warm und dann noch was zum Fressen.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 14. Jun 2012, 13:20 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann ging die Straße entlang in Richtung Stadt. Sie hatte zuvor den kleinen Liam zu der Katzendame gebracht, die im Wald wohnte. Gerne hätte sie Liam behalten, doch wer würde sich um den kleinen Fratz kümmern, wenn sie nicht da wäre? Es war besser so, dachte Megann und dachte über den Tag gestern nach.

Ereignislos im weitesten Sinne. Sie hatte immer noch die blonden Haare gehabt und war, nachdem sie den Kater getrocknet, versorgt und ihn Molly der Hauswirtin zum aufpassen gegeben hatte bis zum Abend, wieder ins Schloß gehuscht, hatte dort ihre Verkleidung abgelegt und sich in ihrem Zimmer dort in ein elegantes Kleid geworfen, wie es bei Hofe so üblich war.

Schließlich spielte sie die Nichte einer älteren Tante, welche jedoch zu krank gewesen war, um wirklich in die Stadt zu reisen. Es hatte Megann einige Wochen Recherche gekostet, welche Dame dafür in Frage kam. Aber letzten Endes hatte sie jemanden gefunden, der zwar vom Namen angesehen war, aber wirklich so selten in die Stadt kam, dass man Näheres nicht hätte sagen können.

Megann hatte die letzten Tag einige Besorgungen für die vermeintliche Tante erledigt und sich die Waren gen Schloß liefern lassen. Gestern dann war der letzte Tag für sie gewesen. Endlich. Es war nicht immer leicht ein Blondchen zu spielen, welches auf Etikette bedacht war und vorallem keinen Akzent aufwies.

Nachdem sie sich ausgehfein gemacht hatte, war Megann zur Mittagsstunde in die Stadt gegangen, hatte hier ein wenig geschaut und da und blieb lange beim Juwelier an der Auslage stehen und bewunderte die feinen Schmuckstücke dort, die meist jedoch Fälschungen waren, wie sie feststellen konnte am Bruch des Lichtes im Inneren. Die echte Ware lag, so nahm sie an, sicherlich gut verwahrt für einen richtigen Interessenten im Safe.

In der Kathedrale hat sie eine Kerze aufgestellt und hatte anschließend einen beträchtlichen Betrag in die Kollekte geworfen. Schließlich zahlte der König, da konnte sie auch mehr spenden, als sie es sonst hätte können. Wie es der Zufall so wollte, lief ihr der Legat über den Weg.

Megann schreckte aus ihren Gedanken hoch, als sie ein Lachen vernahm, welches ihr bekannt vorkam. Ihr kamen de Gabaston und der Priester entgegen, scherzten miteinander und lachten. Megann blickte sich kurz um und ohne zu zögern, ging sie von der Strasse und versteckte sich hinter einem Baum.

Jetzt blieb nur zu hoffen, dass die beiden Männer sie nicht gesehen hatten. Doch das Glück war ihr hold, die beiden gingen weiter und Megann spähte ihnen nach. Sie wirkten gelöst und beide schienen ein paar Kilo abgenommen zu haben. Von der Kleidung her zu urteilen, waren sie beide eine ganze Weile zu Fuß unterwegs gewesen und ihre Haut wirkte sonnengebräunt. Megann schaute den beiden Herren noch ein wenig nach, bis ihr einfiel, dass sie ja auf Pilgerschaft gewesen waren.

Ein Lächeln erhellte Megann's Gesicht als de Gabaston den Priester mit einem Klaps auf den Hintern kurz aus dem Konzept brachte. Sie mochte die beiden sehr, waren es auch sie gewesen, denen sie womöglich ihr Leben verdanken konnte. Ab und an trafen sie sich auf ein Gläschen, das letzte Mal war jedoch auch schon wieder gut drei Monate her gewesen.

Megann schubste sich vom Baum ab, umrundet ihn und ging dann weiter in Richtung Stadt.

Der Legat hatte sich sichtlich unwohl gefühlt mit der Leibwache an seiner Seite. Megann hatte von der Statur und dem Verhalten her geschlussfolgert, dass es Eligor Morgenbringer's Tochter sein musste, die den Pater eskortiert hatte.
Megann mochte den Pater und so hatte sie ihn gestern angesprochen, ob er sie nicht begleiten würde gen Schloß, da sie sich nicht so auskennen würde und Gesellschaft schätzen würde.

Sie hatte richtig gelegen mit ihrer Einschätzung und so ging sie bald mit ihm und der Leibwache in Richtung Schloß. Der Pater hatte in Gedanken gewirkt, war jedoch sehr höflich gewesen zu ihr, wie eigentlich immer, wenn sie ihm begegnet war. Ihre Studien zu ihm, hatten ihr offenbart, dass er durchaus oft unterschätzt wird hier in der Stadt. Aber so war es wie so vieles, die Menschen sahen, was sie sehen wollten. Amüsiert dachte sie über einen Bericht nach den sie von ihm gelesen hatte und lachte leise vor sich hin bei dem Gedanken.

Ein interessanter Mann, für wahr.

Die Abreise der Ladyschaft hatte sich als sehr unkompliziert herausgestellt. Fast täglich kamen und gingen Leute. So fiel es nicht weiter auf, dass die blonde, junge Frau in die Kutsche mit dem gefälschten Wappen stieg, bepackt mit Gütern, die später wie durch ein Wunder bei den Armen der Stadt landen würden, und von dannen zuckelte.

Megann war glücklich gewesen, als der Magier, den sie für solche Zwecke der Verkleidung konsultierte, ihr wieder ihr normales Aussehen zurück gab. Sie legte dem Mann die Bezahlung auf den Tisch und schlich sich hinter dem Sichtschutz davon. Er hatte sie nie gesehen und würde sie auch nie sehen, wenn alles nach Plan verlief. Auch sie wusste nicht wie er aussah, sie wusste nur, dass auf ihn verlass war.

Der restliche Abend war gemütlich verlaufen. Sie hatte Ihn wieder gesehen. Alleine das hatte ihr schon den Abend gerettet. Sie hatten eine Weile am kleinen Teich neben dem Schwein gesessen und geredet und auch später, als der Earl of Warwick, dessen Namen Megann offiziell ja gar nicht kannte, während einer Schnitzeljagd zu ihnen stieß für ein Weilchen, hatten sie einen schönen Abend verbracht.

Als der blond bezopfte Earl nach einigen Schlucken Port wieder gegangen war, hatte Megann ihren Begleiter gefragt, ob er nicht bei ihr schlafen wolle.

Megann lächelte vor sich hin und ein entgegenkommender Reisender, schaute ihr nach und lief prompt gegen eine Laterne, was sie jedoch nicht mitbekommen hatte, so in Gedanken war sie an die Nacht gewesen, die danach gefolgt war.

Am Morgen war sie in seinen nackten, gebräunten und starken Armen erwacht und sie hatte sich nocheinmal an ihn geschmiegt und ein wenig weiter geschlafen. Geborgen und sicher und eingehüllt von seinem persönlichen Duft, der sie jedes Mal ein wenig schwach werden ließ. Meerluft und Freiheit ...

Megann blieb an einer Hausecke stehen und hielt sich am Stein fest.
"Nein" murmelte sie vor sich hin und schüttelte den Kopf. "Nein, nein... nur das nicht", sagte sie leise zu sich selbst. Sie blickte auf und schüttelt erneut den Kopf, als wolle sie einen Gedanken vertreiben, und ging dann weiter.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 15. Jun 2012, 12:49 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann war schon recht früh in der Stadt gewesen und hatte ihre neue Robe abgeholt, welche sie auch sogleich angezogen hatte und dann gen Schloß geeilt war.

Immer noch leicht ärgerlich über ihr Mißgeschick von gestern hatte sie die unerhörte Summe von 1 Gold der Schneiderin auf den Tisch gelegt.
Die Schneiderin hatte sich lächelnd bedankt und Megann durfte die Robe auch gleich anziehen.
"Immerhin passt sie", brummelte Megann vor sich hin.

Der gestrige Tag war fast ein reines Ärgernis gewesen. Nachdem sie Liam bei der Katzenfrau abgegeben hatte, war alles schief gelaufen.

Sie hatte einen Stapel Bücher wegtragen sollen und der Diener des Königs hatte ihr zuviele Bücher aufgestapelt. So war sie balancierend durch die Gänge gegangen, bedacht darauf, die kostbaren Bücher nicht runterzuwerfen. Alles war gut gegangen, bis sie in den Gang kam, der zum inneren Park des Schloßes führte.

Am Eingang zum Park hatte sie König Varian mit einige Hofdamen gesehen, die turtelnd um ihn herum standen und gackerten wie die Hühner, die vom Hahn zur Kenntnis genommen werden wollen. Megann wollte sie leise an der Wand entlang vorbei schleichen, ohne große Aufmerksamkeit zu erregen.

Sehr deutlich waren ihr noch die Worte ihres Königs im Kopf geblieben. Varian war ein Mann, den abzulehnen es sehr schwer sein würde, ohne gleich ihre Anstellung am Hofe zu verlieren und das konnte sie sich nicht leisten. Ebenso wie mit dem König ins Bett zu steigen. Gewollt oder ungewollt.

Megann mochte den Gedanken nicht und sie verabscheute die "Gepflogenheiten" am Hofe. Wenn sie als Bäckersjunge verkleidet in der Küche saß konnte sie genug von den Kammerfrauen mitbekommen. Ein Rock war oft zum hochheben da und selbst hier am Hofe war es nicht anders.

Megann war bisher von solchen Avancen weitest gehend verschont geblieben. Abgesehen von einem allzu vorwitzigen Speichellecker, der schnell erkennen musste, dass man sich nicht an einer Bediensteten des gilnee'schen Hofes vergreifen sollte, wollte man seine Kronjuwelen behalten. Seitdem Vorfall machte er einen weiten Bogen um Megann und vielleicht hatte es sich herumgesprochen, dass mit der jungen, stilen Frau, nicht gut Kirschen essen ist. Megann hatte auf alle Fälle ihre Ruhe.

Just in dem Moment als sie hatte um die Ecke biegen wollen, rannte der Mops einer Adligen ihr zwischen die Beine und brachte sie zu Fall. Mit einem lauten Rumms, flogen die Bücher auf den Gang und Megann hinten drein.

Sie konnte hören, wie das Gegacker kurz stockte und vernahm dann sehr deutlich die Bemerkungen der Damen. Gespött und Gezischel wurden laut und Megann ließ die Haare vors Gesicht fallen, als sie die Bücher einsammelte.

König Varian musterte die kleine Person kurz, die dort am Boden eilige die Bücher einsammelten, dann an ihre Brust drückte und schnellen Schrittes davon ging. Er schmunzelte leicht als er ihren Weggang beobachtete und wandte sich dann wieder den Hofdamen zu, die ihn unglaublich langweilten.

Megann knallte dem Bibiliothekar die Bücher auf den Tisch, was ihr einen nicht sehr freundlichen Blick, des ansonsten sehr ausgeglichenen Mannes einbrachte.
"Sorgsamkeit ist die Tugend der Gelehrten", ermahnte er sie und musterte ihre Erscheinung. Megann bürstete sich gerade mit der Hand den Staub von der Robe.
"Dann wollen wir mal sehen", flötete er dann und begann die Bücher zu inspizieren.

Kurze Zeit später kreischte der Bibliothekar auf. "Was ist das?" fragte er und hielt eine lose Seite hoch.
"Eine Seite", antwortete Megann trocken, die einige Buchrücken in den Regalen betrachtet hatte.
"Seid nicht frech, Kind! Das sehe ich selbst" fauchte sie der Mann an.
"Wie kommt das?" wollte er mit hektischen Flecken im Gesicht wissen.

Megann zuckte mit den Achseln und dann erzählte sie ihm was ihr passiert war.

"Beim Licht! Ihr werdet dafür arbeiten, Mädchen" schalt er sie aus und knallte ihr Buchleim hin.
"Sorgsame Arbeit!" velangte er, kreuzte die Arme vor der Brust und blickte Megann mit einem Blick an, der nichts Gutes bedeutete.
Sie setzte sich auf einen Stuhl und brummte "Was kann ich denn dafür?"
"Das interessiert mich nicht!", keifte der Mann.
"Das interessiert mich nicht", keifte Megann innerlich und begann sorgsam die Seite an der richtigen Stelle im Buch zu verkleben.

"Den Rest mach ich", sagte der Bibliothekar dann und wedelte mit der Hand. Wobei er ihr mit einem Schwung, ob absichtlich oder nicht, den Leim auf die Robe goss.
"Verfluchte Scheiße!" schalt Megann und sprang auf.

Der Mann lächelte nur leicht und ging mit seinem Buch weg.
Megann schaute auf die Bescherung. Der halbe Topf war auf den Rock gelaufen.
"Ganz ... toll", seufzte sie leise und stapfte ihren Weg zurück durch die Gänge.

Hinter einer Säule trat König Varian hervor, der nun einen guten Blick auf das Gesicht der leicht dunkelhäutigen Frau bekommen hatte. Er schnippte den Rest des Apfels weg und blickte der kleinen Person nach, die anscheinend recht wütend davon eilte. Er schätzte Feuer in einer Frau und Gilneerinnen waren meist besonders feurig. Das sie eine wahr stand für ihn ausser Frage, wenige Frauen konnten die Mode der Gilneer so elegant tragen, wie eine echte Gilneerin und diese kleine Frau trug sie wie eine zweite Haut. Er lächelt und das Lächeln hätte Megann sehr nervös werden lassen, wenn sie es gesehen hätte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 17. Jun 2012, 14:25 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein Rückblick

"Das schaffst du nie, du bist doch ein Mädchen", prahlte Jack, der Sohn des Ziegenfleischhändlers und kreuzte die Arme vor der Brust.
Megann, die Kleinste und Schmächtigste in der Bande von Halbwüchsigen blickte den Jungen an, so dass er bald die Augen abwandte und meinte, "Niemals!"

Megann legte den Kopf in den Nacken und schaute nach oben. Weit nach oben. Das andere Mädchen, Lilly, stand in ihrem Kleidchen da und zwirbelte an ihren Zöpfen, "Du wirst dir deine Sachen ruinieren, Meggy", sagte sie.

"Nenn mich nicht so", brummte Megann und trat an das Mauerwerk, dann dreht sie sich um und schaute herausfordernd, das spitze Kinn leicht erhoben. "Was bekomme ich, wenn ich es schaffe?"

Die Jungs schauten sich an und dann grinste Leoric, der Anführer der kleinen Truppe. "Wenn du das schaffst, dann darfst du mit mir zum Tanz!"
Dunkelblaue Augen fixierten ihn, schüttelte dann den Kopf. "Nee, dann gehst du mit Lilly und ich bekomme dafür dein Messer", Megann nickte zu dem kleinen, scharfen Gürtelmesser, welches Leoric von seinem Vater dem Bierschenk bekommen hatte.
"Das hat mir mein Vater geschenkt, was ... na gut" sagte er dann, denn er wollte ja nicht zugeben, dass er ihr glauben würde, dass sie es schaffen könnte. Niemand war bisher auf die Mauer gekommen und außerdem war es verboten. "Deal" sagte er, streckte die Hand aus und spuckte rein. Megann trat von der Mauer weg, spuckte in ihre kleine Hand und klatschte sie auf Leo's. "Deal!"

Dann drehte sich Megann um, wischte sich die Hände ab, bückte sich und rieb sich was Erde auf die Handflächen, zog sich die Schuhe aus und blickte nach oben.
"Du schaffst das, Meg" spornte sie sich innerlich selber an und griff nach der ersten Haltemöglichkeit.

Sie kletterte nach oben, suchte Halt und hielt dann wieder inne. Der lange, dicke, schwarze Zopf, welcher ihr auf den Rücken fiel schwing hin und her, als sie sich nach neuen Haltemöglichkeiten umsah.

"Komm runter, das schaffst du nie!" rief Theo nach oben. Der kleine, dickliche Junge blickte gebannt nach oben und schaute seiner besten Freundin nach. "Die bricht sich alle Knochen, wenn sie fällt", sagte Jack mit einem Tonfall der nach "sieht bestimmt krass aus" klang. Lilly drückte sich ein wenig bange an Leoric, der daraufhin seine doch leicht besorgte Miene änderte und grinste.

Megann blickte nicht nach unten sondern, streckte sich und zog sich weiter hoch. Finger und Zehen, suchten ständig nach neuem Halt und obwohl ihr Herz langsam schneller schlug, weil sie genau wusste, dass es jetzt schon verdammt tief nach unten ging, kletterte sie weiter.

Die Jugendlichen unten schauten die Mauer hoch, welche Gilneas von der anderen Welt abschnitt, "Sie schafft es", raunte Lilly und hibbelte leicht.
"Schade um dein Messer, Leo" blaffte Theo und freut sich, dass der große Junge das Maul zu voll genommen hatte.

Megann kümmerte sich einen Scheiß um ihre Freunde und versuchte angestrengt, den nächsten Halt zu finden. "Meine Arme", dachte sie und der Schweiß lief ihr von der Stirn. Nur noch ein Stück lag vor ihr, der Rand der Mauer war fast zum greifen nahe, sie wollte gerade ihre Hand in einen Mauerschlitz stecken, als eine Echse aus dem Loch schoß und sie erschreckte, das Tier huschte davon und Megann vor Schreck zusammengezuckt, rutschte von ihrem Halt und baumelte an einem Arm, die Füße versuchten erneut den Halt zu finden, ratschte sich das Knie auf dabei. Von unten hörte sie das Kreischen von Lilly, die sich an Leo's Brust gedrückt hatte.

Der Fehler, den sie zuvor nicht gemacht hatte, geschah ihr nun, sie blickte nach unten und die Welt begann sich zu kippen.
Sie keuchte und blickte nach oben, die Zähne zusammengebissen, hangelte sie sich nach der Mauerspalte, sie streckte sich und fand Halt. Schwer atmend drückte sie sich eng an die Mauer und klammerte sich daran fest. Sie hatte die Augen geschlossen und das Herz raste.

"Sie hat Halt", krächzte Jack und starrte gebannt nach oben, wie nun alle. Die Jugendlichen waren alle blass wie Kalkstein, aber sie schauten hoch, wie ihre Freundin an der Mauer klebte, wie eine Echse.

Megann kletterte den letzten Meter nach oben, warf sich auf die Brüstung und rollte sich rum. Kurz lag sie da und atmete schwer. Ihr Blick fiel auf eine Wolkenformation, die aussah wie ein Fuchs. Von unten drang der Jubel ihrer Freunde nach oben. "Ich habs geschafft" dachte sie erst und murmelte es dann laut. "Beim Licht, ich habs geschafft", keuchte sie und wollte sich gerade aufrappeln, als ein Schatten auf sie fiel.

"Was haben wir denn da?", fragte eine männliche Stimme und Megann's Herz setzte für einen Moment aus. In ihr Gesichtsfeld schob sich ein junger Mann in Lederrüstung und mit einem tödlich aussehenden Gewehr in der Hand.

Megann, gerade mal 15 Jahre alt, blickte zu dem jungen Mann mit dem fast verhüllten Gesicht, seine grünen Augen schienen sich bis auf den Grund ihrer Seele zu bohren. "Ich ... " begann sie und wurde überrascht, als er ihr mit einer Geste befahl nicht zu sprechen. Er neigte sich leicht gen Brüstung und von unten hörte er ein Japsen hoch hallen und sah vier Jugendliche, die geschockt nach oben blickten.

"Ich seh schon", sagte er ruhig und langte fast beiläufig nach Megann Schulter, um sie vor dem Davonrennen zu hindern. Megann spürte den beiläufigen, doch festen Griff und hielt mitten in der Bewegung inne.
"Keine Chance, Mauerechse", sagte er ruhig und wandte den Blick von den Jugendlichen, die sich vom Schreck erholten hatten und nun selber kehrt machten, um das Weite zu suchen.
Grüne Augen bohrten sich in dunkelblaue und Megann meinte, der Mann würde lächeln. "Wie heißt du?"

Megann überlegte kurz ob sie dem Mann einen falschen Namen sagen sollte, doch verwarf den Gedanken, dann genauso schnell wieder.
"Megann Derrington, Sir" presste sie hervor und hob ihr Kinn leicht an.
Seine Augen huschten über sie und er nickte dann ruhig.

"Gehen wir, Megann Derrington", erwiderte er und nickte nach vorne.
Megann rutschte nun völlig von der Brüstung und kam mit leicht wackligen Beinen auf dem Stein zum Stehen. Ihr Blick ging kurz über die Bäume auf der anderen Seite.
Der Mann, welcher hinter ihr stand, blickte ebenfalls in die Richtung.

"Na, ein Blick?"
Megann nickte und er neigte sich vor, "Dann schau".

Niemand hatte sie auf den Anblick vorbereitet, den sie jetzt sah. Weit erstreckten sich die Wipfel der Bäume vor ihr. Der Wald schien kein Ende nehmen zu wollen. Doch unter ihr befand sich eine Lichtung, alles wirkte so friedlich und weit.

"Es ist ja so friedlich. Wo sind denn die Monster vor denen man uns immer warnt?" wollte sie wissen und blickte weiter mit leichtem Staunen in die weite Welt außerhalb der Mauern.
"Siehst du immer die Gefahr, die im Meer lauert?" fragte die ruhige Stimme des Mannes, welcher sie immer noch an der Schulter hielt und mit ihr über den Wald schaute.
"Seid doch nicht dumm... ehm ... also ... ich wollte nicht", stammelt sie und schaute zu ihm hoch.

Sie ging ihm gerade mal bis zur Brust, aber er reagierte nicht auf ihre Unverfrorenheit und schaute weiter nach draußen.
"Hm ... natürlich nicht. Die Raubfische sieht man nicht ständig. Das wäre schön dumm von ihnen", sagte sie dann und blickte wieder in den Wald.

"Da hast du deine Antwort, Megann Derrington", erwiderte er wieder mit dem selben ruhigen Tonfall.
Megann verstand und nickte, dann drückte er leicht ihre Schulter.
"Gehen wir weiter", meinte er und drehte sie leicht in Laufrichtung.

Megann gehorchte und schwieg, bis sie zu einem Abstieg kamen.
"Wohin?" fragte sie nun doch und wagte es ihn nochmal anzusehen.
"Zu meinem Kommandanten", sagte er ruhig und Megann schluckte.
"Ins ... Gefängnis?" fragte sie nun bange und ihre von Natur aus braunere Haut wurde leicht blass.
Nun blickte der Mann sie ruhig an und dieses Mal war kein Lächeln in den Augen.
"Noch nicht", antwortete er und sie begannen den Abstieg.

Megann's Herz schlug bis zum Hals und sie verfluchte sich für ihre Unbesonnenheit.

Der junge Mann, dessen Gesicht sie bis auf die Augen nicht sehen konnte, schwieg ebenfalls als er sie durch Gänge führte, von denen sie gar nicht gewusst hatte, dass es so etwas geben müsste. Sie mussten sich unterhalb der Stadt befinden, dachte sie und schaute sich mehrmals verwundert um.

Der Mann führte sie zu einer Holztüre, öffnete diese und schob sie hinein. Sie standen in einem kleinen Raum, der mehrere Truhen beherbergte und weitere Türen, die ins Ungewisse führten.

Ein Mann stand da, er hatte blondes Haar und einen dichten Bart ansonsten war er in eine Robe gekleidet, die nach dem neuesten Schnitt verarbeitet war. Nicht das Megann das interessiert hätte, dafür war sie viel zu nervös.

"Was haben wir denn da?" fragte der Mann mit krächzender Stimme und blickte auf den Mann, der sie geführt hatte.
"Eine Mauerechse. Bleibt bitte bei ihr, während ich den ... Kommandanten hole", sagte der junge Mann ruhig und der Blonde schaute ihn an, nickte und blickte Megann dann nicht mehr an.

"Aber..." wollte Megann sagen und schaute zu dem jungen Mann, der ihr Vertrauen irgendwie hatte.
Der Mann stand in einer der Türen, drehte sich kurz um und zwinkerte dann keck, dann war er verschwunden.

Megann blickte noch eine Weile auf die Türe, die sich hinter ihm leise geschlossen hatte.
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Titel: Verfasst am: 18. Jun 2012, 14:07 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Megann lies die Beine ins Wasser baumeln und wackelte mit den nackten Zehen hin und her. Ihr Kopf war gen Himmel geneigt und die Augen geschlossen, ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie so da saß und ihre Mittagspause genoß.

Sie war schon sehr früh aufgewesen und das bedeutete, dass sie nicht sehr lange geschlafen hatte. Dennoch war sie erholt und munter in den Morgendunst der Stadt getreten, hatte sich einen Becher Kaffee besorgt, war zu ihrem geheimen Briefkasten geschlendert und hatte dort gemütlich ihren Morgenkaffee getrunken und unauffällig nach Botschaften gefühlt.

Unten am Hafen hatten sich die Arbeiter Morgengrüße zu gerufen und die Möwen kreischten und kreisten um die Fischerboote. Megann liebte es, wenn sie es schaffte, am frühen Morgen, wenn der Dunst noch über den Gassen hing und alles in leichten Nebel kleidete am Hafen zu sein oder durch die Strassen zu schlendern. Alles wirkte dann ein wenig heimeliger ... erinnerte mehr an Gilneas.

In der großen Ledertasche, die neben ihr an der Mauer stand, lagen bereits die ersten Briefe, die sie heute zustellen musste. Wie die Erfahrung es ihr gezeigt hatte, kamen neue Aufträge im Laufe des Tages dazu.

Heute hatte sie den ganzen Tag für ihre Botengänge zur Verfügung. Keine Arbeit die im Schloss anstand und keine anderen Tätigkeiten. Sie mochte die Arbeit am Liebsten. Es brachte sie herum und sie lernte viele Leute kennen, sah und hörte viel. Gewiß mochte sie auch die Arbeit im Schloß, bei der sie meist den Bibliothekar unterstützte und kleinere Botengänge im Schloß erledigte, als Angestellte des gilne'schen Königshauses.

Megann trank den letzten Schluck der braunen Flüssigkeit nicht aus, sondern kippt ihn wie immer weg. Sie mochte den Satz nicht, der sich am Grund bildete. Sie schulterte die große Ledertasche, wusch den Becher im Brunnen kurz durch und steckte ihn dann ein.

"Dann wollen wir mal", sagte sie zu sich selbst, zog einen Brief aus der Tasche und schaute darauf. Mit einem munteren Liedchen auf den Lippen, welches sie vor sich hinpfiff, ging sie im üblichen Boten-Schlender-Gang, der durchaus an einen Wachsoldaten-Gang, erinnerte durch die Straßen der Stadt und zu ihrem ersten Botendienst des Tages.

Nun, einige Stunden und Botschaften später genoß sie die Mittagssonne und lauschte dem Plaudern der Leute, die geschäftig durch die Kanäle unterwegs waren. Es war heute ein schöner Tag.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 22. Jun 2012, 13:33 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein Rückblick

Die Grillen zirpten und es wehte ein milder Wind vom Meer her. Die Heide wehte im sanften Wind und man hörte ein paar Schafe blöcken. Ein idyllischer Tag, der die Nordmark im schönsten Licht zeigte. Sanft zogen Möwen ihre Bahnen am Himmel und krächzten sich zu, es raschelte und ein Hase streckte den Kopf nach oben mit zuckendem Näschen.

Ein Schuß zerriß die Stille und der Hase nahm Haken schlagend reiß aus.
"Konzentration, Megann. Konzentration!" herrschte eine Männerstimme.
"Ich hab Hunger", maulte eine junge Frauenstimme.

"Du kannst essen, wenn ich dir sage, dass du essen kannst. Nun konzentrier dich und liefere gute Arbeit ab", brummte es befehlend.

Ein Mann stand am Rand einer Klippe und blickte nach unten. Er war mittelgroß, drahtig gebaut, hatte pechschwarzes Haar, welches im Wind leicht wehte. Um einen Felsen neben ihm war ein Seil gebunden, welches über den Abhang ragte.

"Konzentration!" rief er und warf einen Apfel in die Luft, hinaus Richtung Meer.
Der Apfel sauste gen rauschende See und kurz bevor er das Wasser erreichte, zerriss ein weiterer Schuss die Luft und der Apfel zerplatzte in der Luft.

"Hah!" rief es von unten hoch und folgte man dem Ruf, sah man eine zierliche Gestalt in Lederkleidung an einem Seil am Abgrund baumeln, eine Pistole in der Hand, welche noch rauchte. Die Haare der jungen Frau, die vielleicht 17 Jahre zählte, waren zu einem dicken Zopf zusammegefasst und baumelten auf ihrem Rücken. Schwarz, wie die des Mannes, der nun leicht lächelnd oben stand, in der Gewißheit, dass sie sein Lächeln nicht sehen würde.

"Ganz passabel" meinte er trocken. "Kletter hoch" befahl er ihr dann und wandte sich vom Abgrund ab.

Megann schaute auf die Apfelstückchen, die auf der Oberfläche des Meeres dümpelten und zog eine leichte Grimasse. "Passabel, pfff. Das war Können!" grummelte sie, steckte die Pistole in die Halterung am Rücken und kletterte dann langsam empor.

Als ihre Hand sich über den Abhang schob und sie Halt fassen wollte, griff eine starke Männerhand nach ihr und ein Kopf schob sich über den Abgrund. Grüne Augen blickten sie an. "Darf ich helfen?" fragte der junge Mann galant.
"Zu gütig" schnaufte Megann und lies sich den Rest hochziehen.

Der schwarzhaarige Mann blickte Megann an, als sie sich die Kleidung abklopfte, wandte sich dann jedoch ab, als sie den Kopf hob, um ihn anzublicken.
"Du hattest Hunger?" fragte er und deutete auf eine Decke, die er ausgebreitet hatte.
"Klasse!" rief sie aus und wollte schon zur Picknickdecke gehen, als er sie am Arm packte, nicht fest, aber dennoch haltend.

Dunkelblauen Augen trafen Grüne für einen Moment.
"Es wäre mir eine Freude, wenn die Dame nach guter Manier, die Bedienung übernehmen würde", sprach er akzentfrei und sein Blick zeigte eine gewiße höfische Etikette.

Megann wollte schon eine Erwiderung bringen, die nicht wirklich höfisch gewesen wäre, presste dann kurz die Lippen aufeinander, atmete dann durch antwortete mit einer anderen Stimme zuvor, "Es wäre mir eine ausserordentliche Freude, Mylord".

Er nickte huldvoll und nahm dann auf der Decke platz. Mit Argusaugen, beobachtete er, wie sie ihn bediente und sich benahm, dann als alles zu seiner Zufriedenheit war, deutete er ihr an sich zu setzen.

Megann nahm sittsam auf der Decke platz und nur ihre Augen funkelten leicht als sie ihn anblickte.
Er quittierte das Funkeln mit einem charmanten Lächeln.
"Gute Arbeit. Lass es dir schmecken" sagte er dann und schob ihr einen Teller hin, zog das Tüchlein runter und sie blickte auf zwei dicke Bacon-Sandwiches.

Statt gierig danach zu greifen, wie sie es vielleicht noch vor fünf Monaten getan hätte, bevor die Etiketteausbildung begonnen hatte, nahm sie nun sittsam den Teller auf den Schoß und begann langsam das Sandwich zu verspeisen.

"Der Kommandant hat einen Auftrag für dich", kam es nach einer Weile von ihm.
Sie kaute zu Ende und schaute ihn dann fragend an.
"Du wirst dieses Mal alleine sein, Megann", antwortete er ruhig und sein Blick bohrte sich forschend in den ihren.

Megann's Herz pochte stark und sie nickte ihm zu. Ihr erster Auftrag, alleine. Das müsste heißen, dass sie bereit war. Zwei Jahre hartes Training und nun durfte sie endlich unter Beweis stellen, dass sie auch alleine agieren konnte.

"Was soll ich tun, Lesther?" fragte sie ihn aufmerksam und voll bei der Sache.

Lesther lächelte und blickte sie mit einem gewissen Stolz an. Seine Mauerechse hatte wahrlich gelernt, dachte er und ihm fiel erneut auf, wie erwachsen sie geworden war.

Langsam nickte er und begann ihr zu erzählen, was sie zu tun hatte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 23. Jun 2012, 16:29 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Eine Flut von schwarzen Haaren lugte unter der Bettdecke hervor, die fast bis über den Kopf gezogen war. Das Zimmerchen wirkte ansonsten friedlich, auf dem Boden lagen verstreut ein Paar Schuhe und ein Kleid, welches achtlos auf den Boden geworfen wurde in der Nacht. Ein nackter Fuß lugte unter der Bettdecke hervor, ein Zeh wackelte leicht und ein Murren folgte, gedämpft von der Decke die über das Gesicht gezogen war.

Das Fenster war einen Spalt geöffnet und der Lärm der Straße drang langsam in Megann's Realität. Die Bettdecke wurde ein Stück herunter gezogen und langsam schob Megann den Kopf nach oben, die Augen immer noch fest geschlossen.

"Hngmah", murmelte sie, ihre linke Hand tastete neben sich und fühlte ...Leere. Sie seufzte, drehte sich auf den Rücken, zuckte leicht schmerzhaft zusammen und öffnete dann ein Auge. Sie hob den Kopf leicht und schaute sich im Zimmer um. Alleine, wie eigentlich fast immer, wenn sie am morgen erwachte.

Megann ließ den Kopf auf ihr Kissen zurücksinken und blickte dann an die Holzdecke. Sie hatte fast gehofft, dass er bleiben würde, doch war es auch keine Überraschung, dass er wieder fort war. "Vielleicht besser so", dachte sie und fuhr sich mit den Händen ein wenig rubbelnd über das Gesicht.

Der Schlaf war aus den Augen gewischt und dem Licht sei Dank hatte sie keine Kopfschmerzen von dem Portwein bekommen. Dennoch stand sie nicht auf und blieb noch eine Weile liegen. Sie blickte an die Decke und lies die Gedanken zum gestrigen Tag schweifen.

Ihr Geburtstag hatte ganz gut angefangen, zählt man die Nacht dazu, wie sie in den Geburtstag gekommen war. Megann seufzte im Bett und erinnerte sich sehr bildlich an die Zärtlichkeiten, die ausgetauscht worden waren. So ganz anders als sonst, so innig und liebevoll. "Gefährlich", dachte Megann und fuhr sich durch die dicken Haare.

Auch Gestern war er schon weggewesen, als sie erwachte und so hatte sie ihm gar nicht danken können für die schöne Art und Weise, wie sie in ihren Geburtstag gekommen war.

Sie hatte sich das neue Hemd angezogen, welches sie vor ein paar Tagen gekauft hatte und die Kombination von Hose und Hemd hatte ihr sehr gut gefallen. Mit einem Lächeln auf den Lippen war sie durch die Gassen gegangen, hatte ein wenig Obst gekauft und es sich dann in die große Ledertasche gesteckt.

Gerade als sie sich umgedreht hatte, blickte sie auf eine Rose, die ihr ins Gesicht gehalten wurde.
"Für die schönste aller Blumen", krächzte heiser ein in Lumpen gehüllter, etwas gebeugter Mann, der unter seiner Gugel kaum hervorsehen konnte.
Megann lächelte und nahm die Blume an, fischte nach einem Kupferzehner und reichte es dem Mann.
"Nein, nein ..." wedelte er mit den in Lumpen gehüllten, vor Dreck starrenden Händen.
"Doch, doch ..." erwiderte Megann lächelnd, nahm seine Rechte und legte ihm das Geldstück rein.

Der Mann drückte ihr die Hand und die Berührung durchzuckte Megann wie einen Blitz, sie blinzelte ein wenig und der Augenblick war auch schon vorbei. Er hatte seine Hand zurück gezogen, das Geld eingesteckt und hatte sich wacklig verneigt.

"Schon gut alter Mann", murmelte Megann und widerstand dem Drang ihn erneut anzufassen.
"Das Licht segne dich", krächzte er und verschwand dann in der Menge. Megann blickte auf die wunderschöne Rose und roch daran, der Duft erinnerte sie an die Rosenhecken der Heimat, so schwer, so samtig, so innig.

Ihre Augen suchten noch einmal die Menschenmenge ab, doch der alte Mann war schon verschwunden. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, doch sie sah ihn nicht mehr.

Immer wieder an der Rose schnuppernd war sie dann zu ihrer Freundin gegangen, wo bereits ein Geburtstagsfrühstück auf sie wartete.
"Du bist spät", wurde sie begrüßt und hastig umarmt. "Jetzt hab ich gar nicht mehr so viel Zeit ... alles Gute!" rief Liz dann, riss die Arme hoch und zog ihre kleine Freundin an die füllige Brust.

"Du ...er...stickst mich" keuchte Megann lachend und schob ihre schwangere Freundin ein wenig von sich.
"Ein wenig Zärtlichkeit kann dir nicht schaden" murrte Liz dann, stellte ihr einen Becher mit Kaffee vor die Nase und deutete auf die Rose.

"Hast du endlich einen Verehrer?"
Megann nippte am Kaffee und seufzte wohlig.
"Was?" fragte sie als ob sie die Frage nicht gehört hatte.
"Du hast schon verstanden, Mädchen", kam es von Liz zurück, die sich schwer auf den Stuhl sinken ließ.
"Was will ich denn mit nem Mann, hm?" fragte Megann und blickte Liz an.

"Kinder, ein Haus, Sex?" Liz blickte sie an und nippte an ihrer Kräutermilch.
"Kinder will ich nicht, mir reichen deine zwei und bald drei, ein Haus brauch ich derzeit nicht und Sex ..." Megann schmunzelte und Liz schnaubte.
"Megann, hast Du ihn wieder getroffen?" Liz schüttelt den Kopf, lehnte sich dann aber nach vorne und grinste, "Und?" sie wackelte mit den Brauen.

Megann grinste nur breit und nippte dann wieder an ihrem Kaffee.
"Na immerhin hast du ein wenig Spass, aber lass das bloss nicht meinen Mann hören, der schleift dich gleich zur nächsten Beichte", sie verdrehte leicht die Augen.

Das warme, leicht kehlige Lachen von Megann füllte die Küche und danach hatte sie einen wirklich schönen Vormittag gehabt.

Megann setzte sich im Bett auf, neigte sich nach vorne und drückte das Fenster ganz auf. Dann krabbelte sie aus dem Bett, fühlte mit einer Hand nach ihrem Rücken und runzelte leicht die Stirn, Schürfwunden brannten immer wie Hölle. Sie ging zu dem Schrank, öffnete ihn und langte nach einer ganz hinten stehenden Salbe. Nachdem sie sich ein wenig mit gelenkigen Verrenkungen, den Rücken eingesalbt hatte, wusch sie sich, kämmte die Haare, während sie auf die Rose blickte, die in einer geleerten und nun mit Wasser gefüllten Weinflasche stand und dachte an den weiteren Tagesverlauf.

Sie hatte die Rose hierher gebracht, war dann zum Schwein gegangen und hatte die Nachrichten abgeholt, die für sie bestimmt waren und dann hatte ihr Arbeitstag als Botin begonnen. Als sie durch die Gassen lief und Päckchen, Pakete, Briefe oder sogar mündliche Botschaften transportiere, hatte sie immer mal wieder nach dem alten Mann geschaut, doch ihn nicht mehr gesehen.

Vier ihrer Lieferungen waren persönlicher Natur gewesen, so hatte sie einen Ausflug in den Wald von Elwynn gemacht, unterwegs eine Lieferung im Gasthaus in Goldhain abgegeben und war dann weiter zum Hof der beiden Menschen gegangen, die sie gerettet hatten. de Gabaston und der Pater waren nicht da gewesen und so hatte sie den Geschenkkorb auf die Stufen gestellt und war wieder zurück gegangen.

Ein Teil des Weges hatte sie auf einem Heuwagen mitfahren dürfen und genoss das Ruckeln und Zuckeln über die holprige Straße. Die nächste Auslieferung brachte sie zur Kathedrale, wo sie ein Päckchen für Pater Infastus hinterlegte, in dem er exquisiten Portwein finden würde. Sie kannte ihn zwar noch nicht lange, doch sie mochte ihn aus einem Grund, der sich ihr bisher verschloss. Geschäftlich war es nicht und auch etwas anderes war es nicht, allerdings zog er sie an und sie freute sich wenn sie ihn sah.

Megann legte die Wildschweinbürste weg, fasste sich die Haare zu einem Zopf zusammen. Sie stand immer noch da, wie sie erschaffen wurde und blickte grübelnd auf ein paar Kleidungsstücke, dann griff sie nach einem Apfel und verkrümelte sich nochmals in Bett, wo sie den Apfel genüßlich aß und weiter den gestrigen Tag Revue passieren liess.

Die andere Flasche Portwein hatte sie dem Baron Selfried zukommen lassen. Sie hatte ihn vor Monaten kennen gelernt und ein wenig mit ihm geflirtet, ohne dass etwas geschehen wäre, aber es hatte ihr gefallen und er hatte ihr gefallen. Sicherlich würde er ihr immer noch gefallen, doch sie hatte ihn, seit sie wieder in der Stadt war seitdem nicht mehr gesehen. Er lebte, das hatte sie in Erfahrung gebracht und so würde er auch die Flasche Portwein bekommen.

Sie liebte es Geschenke zu machen, wenn sie Geburtstag hatte und so hatte sie es schon immer irgendwie gehalten. Wohl weil ihre Eltern auch so verfahren waren und vielleicht war es eine Art Brauchtum in Gilneas, denn jeder hatte immer seinen Freunden ein kleines Geschenk gemacht, wenn er selber Geburtstag hatte. Ein Zeichen der Freundschaft und des Dankes, dass man sie kannte und einem etwas bedeuteten. Aus diesem Grunde hatte sie auch das letzte Geschenk abgegeben.

Der Weg hatte sie hierfür zum Zwergenviertel geführt, wo sie im Gasthaus eine Nachricht für Ihn hinterlegt hatte. In dem Umschlag würde er nur eine Fahrkarte nach Eisenschmiede finden, bezahlt für den heutigen Tag. Sie hatte sich gefreut ihm diese Freude zu machen, hatte er ihr doch erzählt, dass er bisher noch nie dort gewesen sei.

Nach den Erledigungen hatte sie ihre Tour beendet und war kurz vor Ende auf eben jenen Pater gestossen, den sie beschenkt hatte. Er hatte am Kai des Sees gesessen und gerade das Brieflein gelesen, welches sie dem Päckchen beigefügt hatte, neben ihm stand die Flasche Portwein, die sie ein paar Silber gekostet hatte.

Megann grinste in ihrem Bett als sie an die Unterhaltung dachte, in der er wissen wollte, wer denn ihm das Päckchen geschickt hätte. Aus ihrem Zeichen M.D. war er wohl nicht schlau geworden. Sie hatte zu ihm gemeint, dass es unter das Briefgeheimnis fallen würde, aber sie würde wissen wer es gewesen war. Daraufhin hatte er sie gebeten, doch der Person auszurichten, dass er sich auf ein Glas Port mit ihr/ihm freuen würde und wo er zu finden sei. Sie hatte ihm versichert das auszurichten und war dann ihren letzten Brief abgeben gegangen.

Danach hatte sie sich beeilt, war zu ihrer Unterkunft zurück, hatte sich kurz frisch gemacht und umgezogen und war dann in einem sommerlichen Kleid und Schuhen zum Treffpunkt gegangen.

Megann blickte auf das Kleid am Boden und schnippte dann den Stiel des Apfels aus dem Fenster.

Er hatte Zivil an und sah in seiner schwarzen Robe sehr gut aus, wieder trug er Handschuhe und Megann registrierte es, doch ging nicht darauf ein. Sie wählten ein Platz an dem sie in Ruhe reden konnten und Megann führte ihn zu einer ruhigen Stelle überhalb des Hafens.

Die Gespräche waren für sie überraschend gewesen und noch viel überraschender war der Tanz der folgte, als er erfuhr, dass es ihr Geburtstag sei. Er hatte sie geführt und im Kreis gedreht und Megann hatte es wirklich genossen, die Zweisamkeit und auch die Nähe.

Megann verschränkte die Arme hinter dem Kopf und dachte an den Priester und wie sie ihm klargemacht hatte, dass eine Freundschaft alles sei, was zu geben sie einem Mann bereit wäre ... derzeit. Er hatte es verstanden, natürlich hatte er es verstanden aber irgendwie hatte Megann das Gefühl gehabt, dass er kurz davor gewesen war dieses Verständnis über den Haufen zu werfen.

Was hätte sie dann getan? Megann schob den Gedanken weg und blickte aus dem Fenster, über die Dächer der Altstadt.

Nach dem Abend mit dem Pater hatte sie eine Weile für sich sein wollen und war ans Meer runter gegangen, hatte auf das Wasser geblickt und an die Vergangenheit gedacht. Auch jetzt seufzte sie wieder und schluckte.

Sie vermisste sie alle so sehr und sie vermisste besonders das Lachen ihrer Mutter, die Falten um ihre Augen. Papa der immer seinen Bauch streichelte und meinte, dass es bald soweit wäre und Jack, der wohl fast jeden Rock der Stadt und der umliegenden Dörfer kannte und ständig damit prahlte ...und ... sie vermisste Lesther.

Megann atmete tief durch, stand nun endlich auf und zog sich nach kurzem Überlegen an.

Wie der Rest des Abends verlaufen war, zeigte die Schürfwunde an ihrem Rücken und der leicht durchgeschabte Stoff am Rücken ihres Kleides. Sie war ihm an den Docks begegnet, hatte noch mehr Portwein getrunken gehabt und der Mangel an Essen hatte sein übriges getan.

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer hatten sie sich geküsst und er hatte ihr wieder die Gedanken vertrieben, durch seine Anwesenheit, seine Küsse und das was er noch mit ihr anstellte.

Megann hängte sich die Tasche um, stapfte aus dem Zimmer und schlug die Türe laut zu. Kurz darauf trat sie in die helle Sonne, blinzelte und begann ihre Arbeit.

OOC:
Sorry .... aber ich war im Schreibfluss
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 25. Jun 2012, 16:53 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Vor ein paar Tagen

Der Bibliothekar im Schloss des Königs schaute die junge Gilneerin abfällig an und rümpfte leicht die Nase. Er hatte die junge Frau noch nie leiden mögen, viel zu hübsch und dann noch dieser Gang, ganz zu schweigen von den neumodischen Ideen die angebracht hatte. Jetzt endlich hatte er die Möglichkeit diesen Störfaktor aus seinem Reich zu verbannen.

"Ich brauch Euch nicht mehr", sagte er mit einer gewißen, herablassenden Genugtun in Stimme und Blick.

Megann blinzelte und schaute ihn an. "Dieser verdammte, alte Dreckssack", schoß es ihr durch den Kopf, als er seine schmalen Lippen zu einem selbstgefälligen Grinsen verzog.
Sie selbst besann sich darauf, die wohlerzogene Bibliothekarsgehilfin und Buchbinderin zu sein und schnappte dann nach Luft.

"Aber, aber ..." antwortete sie und versuchte ein gewisses Zittern in die Stimme zu legen.
Er hob die Nase leicht an, die ihm Megann so gerne in just jenem Moment eingeschlagen hätte und blickte noch ein wenig blasierter drein.
"So eine stümperhafte Arbeit kann ich hier nicht dulden. Ich weiß ja nicht, wie das in Gilneas war, aber h i e r ... in Sturmwind, ist Eure Arbeit nicht von Nöten, junges ...Fräulein".

Seine Stimme triefte vor unterdrückter Freude und Megann musste sich sehr zusammenreissen, ihm nicht entsprechend zu antworten.

"Bitte, Sir ..." drückte sie sich bibbernd heraus und trieb es sogar so weit, die Hände zu wringen. "Ich kann doch nur das ..." sagte sie und schaute ihn an.

Sie wußte nur zu gut, dass er soweit es ging eh kaum einen Schritt vor die Mauern der Burg setzte und so in seiner verstaubten, Buchwurm zerfressenen Welt lebte, dass es gar nicht wissen konnte, dass sie auch als Botin noch ihren Unterhalt verdiente ... außer, ihr Blick fiel auf den Lehrling des Bibliothekars, der nun, das Megann ihn anblickte, flugs so tat, als würde weiter den Rücken des Buches einfetten, welches vor ihm lag.

"Ich habe es anders vernommen" kam es auch schon schmierig von dem alten Drecksack, der ihr immer wieder auf die Brüste gestarrt hatte, während sie für ihn die Bücher neu verleimt und gebunden hatte.
"Mir scheint ihr seid doch guten Fußes als ...." er mustert sie und sein Blick bleibt wieder zu lange auf ihren Brüsten, als es schicklich gewesen wäre, "Botin", endete er abfällig.

"Davon kann ich aber nicht leben", antwortete Megann leicht gepresst, obwohl sie durchaus wusste, dass sie nicht am Hungerstuch nagte. Es war nur so, dass ihr die Beschäftigung am Hofe, eine Möglichkeit geboten hatte, auch hier unbemerkt mitzubekommen, was so getratscht wurde. Jetzt musste sie dem König mitteilen, dass diese Möglichkeit verwirkt war und ob so schnell ein neuer Einsatzort gefunden werden konnte, war fraglich.

"Nun, ich bin mir sicher ..." wieder jenes Mustern, "ihr findet da noch eine Möglichkeit". Seine alten, gichtigen Finger rieben sich dabei aneinander und er leckte sich über die schmalen, widerlichen Lippen.

Megann blinzelte, "Der alte Sack ...", dachte sie innerlich und kochte.
"Ich ... verstehe" presste sie hervor, drehte sich um und verließ mit schwingendem Rock den Raum, beim Hinausgehen fegte sie noch einen Stapel Bücher vom Tisch, dass es rummste.
"Impertinentes ..." den Rest hörte sie nicht mehr, da er im Knall der schweren Holztüre unterging, als sie jene mit Schwung ins Schloß warf.

"Schmieriger, dreckiger, Sack!" murmelte sie und wäre fast in einen Mann gerannt, der aber so geistes gegenwärtig war, sie zu stoppen, bevor sie mit seiner Brust kollidierte.

"Weder schmierig noch dreckig, Mylady" sagte eine ruhige Stimme und sie blickte in die braunen Augen eines gutaussehenden schwarzhaarigen Adligen, wie es ihr die Kleidung und Haltung sofort zeigte. Es ratterte in ihrem Kopf als sie in einen tiefen Knicks versank und um Verzeihung bat.

"Ihr dürft Euch erheben", kam es leicht gelangweilt von dem Mann und Megann tat wie geheißen. Seine Augen musterten sie ein wenig und endlich wusste Megann, wen sie da vor sich hatte. Der Graf von Mercia, ein Adliger aus dem Arathi, schaute sie an und nickte ihr dann nochmal zu bevor er weiterging.

Megann verließ das Schloss und ließ dem König eine geheime Nachricht zu kommen, in dem sie schilderte, dass sie den Posten als Gehilfin in der Bibliothek verloren hatte und wie nun zu verfahren sei.

Am Abend hatte sie eine kurze Nachricht erhalten, mit dem Befehl erst einmal als Botin zu arbeiten und sich bereit zu halten, sollte sie benötigt werden. Alles Weitere würde man zur gegebenen Zeit klären.

Megann hatte sich an dem Abend noch Karten fertigen lassen, die sie am nächsten Tag in der Stadt verteilt hatte.
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Megann Derrington
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Titel: Verfasst am: 27. Jun 2012, 17:12 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Es graute schon leicht über den Dächern von Sturmwind. Bis die Sonne in die Gassen fallen würde, würde es noch eine Weile dauern. Megann war leise aus dem Bett geglitten und hatte auf die schlafende Gestalt geschaut, die halbbedeckt, mit einem Arm das Kissen umschlungen dort lag und noch tief und fest schlummerte.

Ganz leise hatte sie sich gewaschen und angezogen und immer mal wieder zum Bett geschaut.
"Er hat mir tatsächlich angeboten zusammen zu ziehen", dachte sie sich als sie sich die Haare zu einem Zopf zusammenband und ihre Augen über ihn glitten.

Sein Körper, seine Augen, seine Stimme, die Art wie er lachte und die Art, wie er ihr die Gedanken nahm, das prägte sich immer mehr ein und ganz ehrlich wusste sie nicht, ob das gut war.

"Wieso arbeitest du an den Docks?" fragte sie sich im Stillen, als sie den Gürtel mit ihrem Kurzschwert daran befestigte. Das fragte sie sich schon seit einer ganzen Weile. Je näher sie ihn kennenlernte, desto mehr merkte sie, wie klug er eigentlich war. Viel zu klug, um sich dort unten kaputt zu machen, wie seine Kumpane.

Megann neigte sich über ihn und küsste seine Wange. "Wach auf" hauchte sie in sein Ohr. Ein Brummeln kam von seinen Lippen und sie schmunzelte, strich ihm ein langes Haar zurück und knabberte leicht an seinem Ohrläppchen, "Komm schon ... wach auf" hauchte sie ihm erneut ins Ohr.
Er drehte sich auf den Rücken und blinzelte verschlafen.

"Guten Morgen, mein Seebär" sagte sie lächelnd und richtete sich wieder auf.
"Seebär, huh?" seine Augen glitten über ihren Körper und er stützte sich auf seine Ellenbogen.
"Du bist schon angezogen, wie ich sehe. Ich hab nicht verschlafen, oder?" fragte er sie noch leicht morgenheiser und schaute dann aus dem Fenster.

"Heilige Scheiße, es ist ja noch mitten in der Nacht", raunte er dann und blickte sie an.

"Naja, es graut langsam. Ich muss früh raus heute und bin jetzt auch raus. Zieh die Türe zu und schließ ab." Mit den Worten warf sie ihm einen Schlüssel zu, den er, obwohl müde, ziemlich geschickt fang.
Er drehte den Schlüssel in der Hand und blickte sie dann an. "Deiner?" fragte er und dabei zog er leicht den Mundwinkel nach oben.

"Sicher. Ich hab selten Zweitschlüssel", meinte sie und hängte sich die Tasche um.
"Also seh ich dich später?" fragte er dann und legte den Kopf dabei leicht schräg. Seine Augen glitten über ihren Körper und blieben dann an ihren Augen hängen.
"Wäre schön. Ich schlaf ungern auf der Strasse", erwiderte sie mit einem leisen Lachen.

Er grinste und winkte sie mit dem Zeigefinger zu sich.
Megann zögerte kurz und trat näher. "Hm?" fragte sie und jauchzte dann leise auf, als er sie am Gürtel packte und zu sich zog.

"Erst noch das..." raunte er heiser, bevor er sie in einen leidenschaftlichen Kuss zog. Megann's Herz schlug schneller und eine Hitze raste durch ihren Körper, als ihre Zungen sich zu einem leidenschaftlichen Spiel vereinten und seine Hände über ihren Oberkörper streichelten, verlangend, bestätigend und ein Vorgeschmack was sein würde.

Langsam löste er sich aus dem Kuss und schob sie leicht von sich. Seine Augen lächelten und glänzten. Megann lächelte zurück und in dem Moment wurde ihr bewusst, dass er schon längst einen Platz in ihrem Herzen eingenommen hatte.

"Nun geh" raunte er leicht heiser und nicht nur sie hatte ein wenig schneller zu atmen begonnen. Es würde für beide ein Tag voller verlangender Sehnsucht werden.

Megann nickte und drückte sich aus dem Bett.
"Bist du in der Stadt unterwegs?" fragte er noch, als sie schon fast durch die Türe war.
"Auch. Ich muss ausserorts was abliefern", erwiderte sie, blickte über die Schulter, lächelte ihm zu und zog dann die Türe hinter sich zu.

Eilig ging Megann durch die Gassen, holte ihre Post ab, die sie ausliefern musste und machte sich dann auf, um die Tiefenbahn nach Eisenschmiede zu nehmen.

Nachdem sie gestern Nachmittag und den Abend nicht gearbeitet hatte, bedeutete es heute für sie eine doppelte Schicht zu fahren. Eisenschmiede und dann noch Sturmwind. Sie hatte nicht gelogen, als sie ihm erzählt hatte, dass durch den Wegfall der Arbeit am Schloss sie erhebliche Geldeinbussen hatte. Das Geld welches sie verdient hatte, hatte sie angelegt und es war für die Zukunft fest eingeplant. Ihre monatlichen Kosten von Unterkunft und Leben, hatte sie bisher durch ihre Arbeit decken können und sich durch die Botengänge ab und an noch etwas Extra erlauben können, wie auch ein paar Ärmeren unter die Arme zu greifen.

Wollte sie das immer noch tun, so musste sie mehr arbeiten und der gestrige Ausfall, wegen ihrem Freund, dem Pater Infastus, hatte ihr ein wenig weh getan. Doch was tat man nicht alles für eine Freundschaft.

"Einmal Eisenschmiede. Hin- und Rück", sagte sie zu dem Gnom hinter dem Schalter und bezahlte die Kosten für die Fahrt.

Ein langer Arbeitstag hatte begonnen.
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