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7.3.5. Metaplotevent (serverweit)
Ereignis vom Heute, um 19:30 bis zum Heute, um 22:00
Autor: Alynia Antworten: 0

Huhu ihr lieben.

Wie schon beim erscheinen von Argus damals wollen wir gerne als Server gemeinschaftlich, mit der Option auch zeitnah IG darauf zu reagieren, den Endstand der Arguskampagne wieder serverweit als kleines Event gestalten. Wir wählen desw
Offene Lehrstunde
Ereignis vom 18. Jan 2018, 20:00 bis zum 18. Jan 2018, 22:00
Autor: Aveline Antworten: 0

Das Licht mit Euch!


Für Interessierte findet am 18. Januar am Pavillon hinter der Kathedrale eine Lehrstunde statt.
Beginnen wird die Veranstaltung zum achten abendlichen Glockenschlag.
Das Thema wird rechtzeitig vor Beginn der Lehrstunde bekannt
KalenderKalender
Di 16 Jan 2018
Mi 17 Jan 2018
Thema 7.3.5. Metaplot...
Do 18 Jan 2018
Thema Offene Lehrstunde
Fr 19 Jan 2018
Sa 20 Jan 2018
So 21 Jan 2018
Mo 22 Jan 2018
Heute ist der 17. Jan 2018, 07:56
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Aus dem Tagebuch einer Nekromantin
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Khelperetocs Durand
Forscherliga



"Gelehrte der Scholomance"
Nekromantin


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Titel:   Dunkle Orte und Stätten Verfasst am: 26. Apr 2016, 11:56 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Die Überfahrt auf dem Fluss, welcher den Wald von Elwynn vom Dämmerwald trennte, gestaltete sich als ruhig. Khelperetocs ruderte gemächlich, worauf diese Nussschale von Boot etwas abtrieb. Angekommen auf der anderen Seite des Ufers wählten die beiden dunklen Gestalten einen ausgetretenen Trampelpfad in Richtung Süden. Nach einiger Zeit näherten sie sich einem zerlumpten Lager. Grabräuber, der gesellschaftliche Abschaum am Abstellgleis der Bevölkerung. Sie lagerten dort und nun wurde ihre Ruhe unterbrochen.

Rolben Kent, ein Mitglied dieser Bande, erhob sich mit wütendem Blick. Er schrie Khelperetocs an was sie sich einbilde, eine Fremde an diesen geheimen Ort zu bringen. Ein Wort ergab das Andere, weder die Grabräuber noch die beiden Schwarzmagierin glänzten durch höfliche Diplomatie. Der Streit gipfelte in einen Kampf, den die Damen nur mühsam für sich entscheiden konnten. Rolben Kent gelang die Flucht samt der getrockneten Kräuter. Genau für diese wären die Beiden hier her gekommen.

Trotz dieser Niederlage führte Khelperetocs ihre dunkle Gefährtin an einen besonderen Ort. Die Hütte von Morbent Teufel, einem mächtigen Nekromanten, am Hügel des Friedhofs, war ein Kraftplatz dunkler Energien. Beide verweilten dort einige Stunden zur Meditation. Aufgrund ihrer Ausbildung in der arkanen Schule der Nekromantie ist es Khelperetocs an diesem Ort leichter möglich, den Schleier der Realität zu durchdringen und mit verstorbenen Entitäten in Kontakt zu treten. Was sie auch tat. Für Orelina quälte sie eine ruhelose Seele herbei, welche zu Lebzeiten einen besonderen Bezug zu ihrer Gefährtin hielt. Doch Orelina unterbrach die Verbindung abrupt, aus Sorge um Khelperetocs, aus innerer Furcht, man weiß es nicht. So verließen sie diese Stätte okkulter Geheimnisse wieder in der Gewissheit, dass nicht nur die Nekromantin von den dunklen Kräften berührt wurde. Auch Orelina überzog ein seltsamer, kalter Schatten und manifestierte sich in ihr selbst.

Wen die Dunkelheit umgarnt, jene genießen besondere Vorteile und meist auch schreckliche Nachteile. Alles hat seinen Preis.
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Erhebe dich erneut und setze dein Werk fort, meine Feinde zu vernichten! ---- Khelperetocs, gesprochen zur Leiche eines leblosen Bauern
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Khelperetocs Durand
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Titel:   Offenbarungen Verfasst am: 29. Apr 2016, 13:23 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Mit großem Unbehagen schlief Khelperetocs schließlich neben ihrer Geliebten ein. Ihre steigende Nervosität, welche auf ihren Aufenthalt in Sturmwind zurück zu führen war, wurde langsam zu stupider Paranoia. Hinter jeder Ecke vermutete sie einen Lichtgeweihten oder eine Wache die Fragen stellen könnte. Schlimmer war jedoch die Offenbarung von Orelina. Vor wenigen Stunden zeigte diese ihr wahres Gesicht bei einem Glas Rum in einer Taverne.

Scheinbar hielt sie Kontakte zu einem Zirkel von Hexenmeistern in Sturmwind und gehörte diesem auch an. Ihren Darlegungen zufolge nahm sie dabei auch eine tragende Rolle ein und genoss das Vertrauen dieser Gemeinschaft.

Erst jetzt rückte die rothaarige Schönheit damit raus. Erst jetzt wich ein Schleier, der die Vergangenheit dieser mysteriösen Frau bedeckt hielt. Khelperetocs kochte innerlich, nicht nur weil sie dies nicht in Erfahrung gebracht hatte, sondern mehr, weil sie nach so langer Zeit wieder Jemanden vertraute und infolge die wichtigen Frage nicht stellte. Während sie wach im Bett lag und grübelte kam sie zu der Erkenntnis, dass sie einen schweren Fehler beging. Sie ließ sich von Gefühlen leiten, ablenken. Emotionen waren doch nur hinderliche Steine auf dem Weg zur Macht. Nach diesem Motto lebte sie bisher und nun ließ sie sich unbewusst ein, ihrem eigenen Ziel untreu zu werden.

Nein, die Kälte in ihrem Herzen musste wieder jenen Platz einnehmen, der ihr diesen Werdegang ermöglichte. Die Wärme muss der Kälte weichen, sonst wäre sie schwach. Ihr Blick musste wieder auf das Wesentliche gerichtet werden und damit wollte sie auch sogleich beginnen. Als erstes galt es einen Zauberkundigen zu finden der in der Lage sei ihre Ringe magisch zu analysieren. Wohl oder übel musste sie sich etwas in der Stadt umhören, wer dazu in der Lage sei und keine Fragen stellte. Ob sich Jemanden finden mag?
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Khelperetocs Durand
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Titel:   Rum, Rum, Rum Verfasst am: 2. Mai 2016, 12:55 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Sturzbetrunken torkelte Khelperetocs die Stiege der Taverne hinab und schaffte es gerade noch sich am Handlauf ab zu fangen. Der Fast-Sturz löste wohl die schon notwendige Reaktion des Magens aus und die junge Frau übergab sich keuchend auf der Treppe.

Es war eine durch zechte Nacht am Bartresen gewesen und die Nekromantin genoss die Gesellschaft eines noblen Herrn. Anfangs nervte sie der oberflächliche Monolog des gut aussehenden Kriegers, der seine Herkunft aus Gilneas definitiv hoch hielt. Doch irgendwann zwischen dem Dunst vernebelter Rauchschwaden ihrer Kräuterzigarre und dem siebten Rumglas wurde ihr Nebenan interessant. Mit jedem Glas wurde ihre Zunge lockerer, ihr Ärger geringer und ihr Mut stieg an. Nach dem netten Plausch erhob sie sich wankend und teilte dem Wirt mit, dass der Unbekannte aus Gilneas sie einladen würde. Dieser wusste zwar bis eben nichts davon, schien von dieser Ansage jedoch überrumpelt zu sein.

Khelperetocs verließ die Taverne und wankte nach draußen an die frische Luft. Am Steinbalkon angekommen ließ sie ihren Blick vom Hafen hinaus zum Meer schweifen. Die verschiedensten Gedanken fochten in ihrem Kopf einen Kampf um die Vorherrschaft aus. Der Gedanke „Wer war Orelina“ gewann schnell Oberwasser und verdrängte „Aufträge des Zirkels“ und „Die Ringe analysieren“.

Daran konnte sie sie noch einigermaßen erinnern, als sie auf der Treppe kauerte und sich mühsam am Handlauf nach oben zog. Vorbei am Erbrochenen wankte sie in die Kammer. Ihre rothaarige Gefährtin war nicht anwesend. Auf dem Weg zum Bett entkleidete sich die Nekromantin irgendwie und fiel sodann in die Federn. Diese ließen sie den folgenden Tag über nicht aus und so versumpfte Khelperetocs in der kleinen Kammer der Taverne. Ihre wohl durchdachten Vorhaben mussten warten.
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Khelperetocs Durand
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Titel:   Tagebucheintrag Verfasst am: 21. Mai 2016, 11:19 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Kharanos. Immerwährende Kälte und Schnee soweit das Auge reichen mag. Khelperetocs durchquerte die frostigen Ebenen von Dun Morogh auf ihrem Ross und ließ ihre schwarze Kapuze tief über ihr Gesicht hängen. Sie zog an den Zügeln als sie an der Taverne des Dorfes ankam. Ein Stallmeister nahm sich sogleich ihres geschundenen Pferdes an und die Nekromantin suchte sogleich den Eingang der Gaststube. Ein warmer Luftschwall sowie der Duft eines Schweinebraten begrüßten die dunkle Schönheit. In zivilisierten Gegenden trug sie meist eine unauffällige Robe und verhielt sich zurückhaltend. So suchte sie einen Tisch für sich alleine, bestellte sich etwas Gebranntes und fasste ihr Tagebuch heraus.

Tag 21, Monat 05

Veränderung. Habe Sturmwind hinter mir gelassen. Die dortigen Ereignisse erweckten ein Gewitter von Gefühlen in mir. Hass, Liebe, Zorn, Kummer, ein Gemisch der Farben und Formen die mich kaum Schlaf und Ruhe finden lassen.

Die Stimmen die stets zu mir sprechen, sie werden nur lauter und unverständlicher dadurch. Selbst im Schlaf mögen sie nicht zu verstummen. Ich bin allein und bin es doch nicht. Wenn sie real sind, dann mögen sie mir Leid zu fügen. Wenn ich sie mir einbilde, unterstreicht dies meine eigene Verdammnis.

Doch richtet sich mein Blick vorwärts! So lasse ich Sturmwind hinter mir, jeder Augenblick dort mag mir überdrüssig sein. Soviel Licht, soviel Leben. Für mich ist kein Platz dort, für mich war nie Platz dort. So hoffe ich das die schwarze Rose erfolgreich sein mag. Es wäre töricht die graue Gans zu unterschätzen, doch weiß ich auch ob der Möglichkeiten meiner finsteren Blume. Klarheit braucht es, was die Siegelringe betrifft. Denn wir werden nicht zu den willenlosen Marionetten des Zirkels. Noch mimen wir die untertänigen Anwärter, noch geloben wir Treue und Zuneigung. Noch! Doch die Zeit wird kommen, wo wir oben auf sein mögen!


Nach dem dritten Becher schob Khelperetocs einige Münzen über den Tresen und bat um eine einfache Schlafstätte. Nur unruhig schlief sie nach langem hin- und her wälzen ein.
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Titel:   Gedanken Verfasst am: 3. Jan 2017, 16:43 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Hoch oben am verfallenen Dachboden der Darrowehr stand eine junge Frau, deren zu einem Pferdeschwanz gebundenes, schwarzes Haar, wild umher flatterte. Auf einem Steinsims lag ein schweres Buch. Der Foliant trug den Titel "Die Neue Ordnung" und sollte als Manifest des künftigen Erfolgs von Direktor Zimmerers Weg der Reformation zeugen. Darin wurden von ihm als auch seiner Hand Khelperetocs, zahlreiche Eintragungen vorgenommen. Notizen, Protokolle, Erklärungen, Deklarationen, Richtsprüche und Weiteres. Nun stand Khelperetocs an diesem Lichtverlassenen Ort und würde fortan nicht mehr mit ihrem Geburtsnamen Durand unterzeichnen.

Sie blickte von dem literarischen Werk auf und starrte in die Ferne. Sie wartete auf die Rückkehr Caleins, ihres untoten Boten- und Spionagevogels. Diesem wurden aktuellzwei Aufgaben zuteil. Einerseits sollte er Khelperetocs ein zusätzliches Paar Augen sein, damit sie eine sichere Passage in den Norden ausfindig machen konnte. Andererseits fungierte er als Botenpendler zwischen ihr und Instrukteurin Malicia. Zwischen der jungen Nekromantin und der zwielichtigen Sindorei herrschte seit heute Morgen reger Briefverkehr. Denn Malicia wusste besser als viele Andere ob der aktuellen Gegebenheiten in den Pestländern, wo Truppenbewegungen der Argentumgarde stattfanden und wo mit welchen Gefahren zu rechnen waren. Der Direktor traute der spitzohrigen Zauberkundigen und so tat es Khelperetocs auch. Schließlich galt es eine Expedition im Namen der schwarzen Sonne auszurichten und diese sollte an keinen geringeren Ort als Stratholme selbst führen. Die Schattenpriesterin Dimiona wurde von Visionen dieses Ortes heimgesucht und so beschloss man, diesen Botschaften nachzugehen.

Die Ereignisse der letzten Tage geisterten noch immer im Kopf der jungen Nekromantin herum. Der Direktor, ein Magier der schwarzen Sonne, mehrere Skelettwachen und sie waren in die Verwüsteten Lande aufgebrochen. Unter dem Aufgebot seiner gesamten arkanen Macht wirkte dort Direktor Zimmerer den Zaubercantus "Tod und Verfall". In einem unaussprechlichen Werk der Vernichtung fand dort eine kleine Gruppe von Überresten der Eisernen Horde einen kläglichen Tod. Es ist ihrem Meister gelungen, als Lebender diesen Zauber zu wirken und dies sollte in die Geschichte ihrer Zunft eingehen. Die damit verbundenen Strapazen und Verluste nahm man in Anbetracht dieser Glorie gerne in Kauf. Doch dies war nicht der einzige Gedanke in Khelperetocs hübschen Köpfchen. Heute Morgen führte sie Vialena durch die Lehranstalt, zeigte ihr die Räumlichkeiten und stellte sie sowohl dem Lehrcollegium als auch den Studenten vor. Unweigerlich ging für alle Anwesenden die Erkenntnis daraus hervor, dass es sich bei der blonden Blutelfe um die Lebensgefährtin der Nekromantin handeln musste. Khelperetocs beabsichtigte durch diese Handlung, dass man Vialena künftig mit mehr Achtung und Respekt begegnen würde.

Ein weiterer Gedanke füllte jedoch den Hauptteil ihrer Überlegungen. Ein Ereignis hatte stattgefunden, das sie wohl menschlich forderte, ja fast überfordert hatte. In Anbetracht ihrer Bemühungen um die Reformation der Lehranstalt im Namen ihres Meisters hatte sie mit Dankbarkeit gerechnet, aber nicht mit dem jüngsten Resultat ihrer Werke. Direktor Zimmerer hatte ihr am gestrigen Abend ein "Dekret" vorgelegt. Es erklärte, dass Ignaz Waldemar Zimmerer fortan Khelperetocs als seine Adoptivtochter anerkennen würde, ja als seine Erbin. Besiegelt wurde dieses Dekret mit seiner und ihrer Unterschrift. Eine Unterschrift, das ein Privileg war, ein Zeugnis von Anerkennung und ein Geschenk zweier Personen, die sich nun innerhalb einer Familie nahe standen. Trotz ihrer 20 Menschenjahre war dies für Khelperetocs Neuland. Sie kannte weder Familie noch solch anerkennenden Worte. Es würde dazu führen, dass sie ihr Bemühen um Zimmerers Pläne intensivieren würde.

Während sich der Seuchenfalke Calein näherte setzte Khelperetocs die Feder an und unterzeichnete ihren letzten Aktenvermerk mit den Worten: Khelperetocs Zimmerer
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Khelperetocs Durand
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Titel:   Vorbereitungen Verfasst am: 5. Jan 2017, 15:19 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Eine Faust fuhr auf den knarzigen Holztisch herab und endete in einem wuchtigen Aufprall. "10 Soldaten in 4 Tagen" bebte Lord Maldazzar und starrte dabei in das wenig beeindruckte Gesicht der Nekromantin Khelperetocs. "Ganz einfach" entgegnete ihm diese und beugte sich etwas in seine Richtung vor, während sie ihren Satz vollendete "der Direktor will es so und das ist für euch Grund genug, Lord Maldazzar." Ein süffisantes Lächeln ihrerseits rundete diese emotionsreiche Konversation ab und veranlasste den erfahrenen Kriegsveteran sich zu mäßigen. Khelperetocs verschwieg Anfangs die Tatsache, dass es im Endeffekt eine Anweisung des Direktors war, aus einem Grund. Sie wollte prüfen, ob man ihr als seiner Stellvertreterin, auch folgen würde. Dem war nicht so. Erst als das Wort Direktor fiel lenkte der energische Lord Maldazzar ein.

"Gut, 4 Tage sind wenig aber machbar. Mut und Disziplin werden ausgleichend wirken müssen um den Studenten die Ausbildung näher bringen zu können" sprach der Adelige, während er im Besprechungsraum des Reliquiariums auf und ab schritt. "Aber bedenkt eines Hand, ohne das Fragment der Abscheu werden wir den Tunnel im Norden nicht durchschreiten können. Die Neruber verharren zwar in einer Lethargie, aber sobald ein Lebender Fuß in den Stollen setzt, werden sie aggresiv. Und sie sind so zahlreich wie die Lichtbuckler in der Kathedrale von Sturmwind" erklärte Lord Maldazzar energisch.

"Mein untoter Botenvogel Calein hält unermüdlich Ausschau nach diesem scharlachroten Pisser. Auch wenn Calein weder Futter noch Ruhephasen benötigt, er ist allein dabei, die ganzen Pestländer ab zu fliegen. Das braucht Zeit. Sobald wir das Ziel ausgemacht haben, werden wir ihm das Fragmend der Abscheu abnehmen. Dann können wir den Tunnel durchqueren, der die Abkürzung nach Stratholme darstellt" erklärte Khelperetocs gestikulierend und gönnte sich dabei ein Tröpfchen Rotwein. Der Lord beobachtete sie dabei stumm. Er befand sie für attraktiv. Der einzige positive Gedanke, dem hunderte negative zu dieser Person gegenüber standen. Er konnte diesem rotzenden, sadistischen Scheusal nichts abgewinnen. Aber sie war die Hand des Direktors, und ihm vertraute er nach ganzer Linie. Während der Invasion der Geißel fochten er und Direktor Zimmerer schon Seite an Seite in Lordaeron. Da war dieses lästige Gör noch ein Kleinkind. Solche Zeiten verbinden und das was auch der Grund, warum er sich von Dunkelmeister Gandling abwandt hatte und die Revolution Zimmerers freudig unterstützt hatte.

"Warum Stratholme" fragte er Lord Maldazzar noch rasch, als Khelperetocs schon den Raum verlassen wollte.

"Die Schattenpriesterin der schwarzen Sonne sah den Ort in einer Vision und so etwas geschieht nicht grundlos. Mehr müsst ihr dazu nicht wissen, Lord Maldazzar. Führt meine Anweisung aus und dies mit Eifer" worauf sie den Besprechungsraum genervt verließ. Sie wusste, er würde dem Befehl folge leisten, der aus ihrem Munde gesprochen wurde, jedoch dem Gedanken des Direktors entsprungen war.
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Khelperetocs Durand
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Titel: Refugium der Hand Verfasst am: 6. Jan 2017, 11:28 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein Gebäudegeschoss unter dem verfallenen Dachboden der Darrowehr lagen mehrere verwinkelte Räume. Kälte als auch Feuchtigkeit bohrten sich unaufhörlich in diese Zimmer und nagten somit am Zahn der Zeit. Der nördlichste Raum, an welchem auch ein Kamin angeschlossen war, erfreute sich jüngst einer Restaurierung. Ein Schrank war darin platziert worden, ein schwerer hölzener Schreibtisch, drei Kerzenständer und zwei Regale. Dies war erst der Anfang. Fortan trug der Raum im Obergeschoss die Bezeichnung "Refugium der Hand" und stellte Khelperetocs Arbeitsbereich dar. Das Fenster gen Norden ermöglichte ihrem untoten Seuchenfalken Calein ein ständiges kommen und gehen, ein zeitbegünstigender Vorteil in Tagen wie diesen, in denen das unheilige Getier pausenlos Ausschau in den Pestländern hielt.

An jenem Morgen fanden sich Perdin Hergesaum und Borgs Elstar im Refugium der Hand ein. Die Nekromantin hatte eine Besprechung einberufen. Perdin, der Schriftgelehrte des Archivs und Borgs, ein unscheinbarer Kontaktmann in die Zivilisation, unterstanden Khelperetocs direktem Befehl. Um Gebäudeteile der Darrowehr teilweise wieder aufzubauen bedurfte es Personal, und darum nahm sich Khelperetocs an. Die Schmiede, der Pferdestall und ein Bedienstetenhaus sollten wieder funktionstüchtig werden.

Die Nekromantin lehnte sich in ihrem Lehnstuhl zurück und sprach gen Borgs Elstar: "Wir befinden uns in einem Dilemma, zu deren Lösung wir Abstriche leisten müssen. Ob es mir passt oder nicht. Fähige Arbeiter werden sich uns aus mehreren Gründen nicht anschließen. Weder können wir sie bezahlen, noch motivieren hier am Ende ihres so geliebten Azeroths für uns zu arbeiten. Doch diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, ja vor dem sozialen Abgrund, sie sind motivierbar. Borgs, ich will das du nach Tol Barad reist. Das wohl größte Gefängnis der Östlichen Königreiche wird scheinbar teilweise noch immer unterhalten. Dort sollten nicht nur gefährliche Dämonen interniert sein, sondern auch Verbrecher, ehemalige Defias und anderes gesetzloses Pack. Wir brauchen sie. Sieh dich um und hole Informationen ein. Ich will wissen wie die Sicherheitsvorkehrungen dort aussehen."

Der schlacksige Borgs erhob sich, nickte Khelperetocs zu und ließ sich von ihr einen Auszahlungsschein überreichen. Der Hausmeister würde ihm dafür zwei Goldstücke für die Reisekosten übergeben.

Nun widmte sich Khelperetocs gen Perdin und fragte: "Berichte mir von deinem Aufenthalt in Sturmwind".

Perdin lehnte sich vor und begann zu erzählen: "Alles nimmt seinen gewohnten Lauf, Hand. Turniere finden statt, Ritter verschiedener Adelshäuser duellieren sich. Viele Abenteurer, Ritter, Kleriker, Adelige und Helden sind von einem Kreuzzug wider der Legion von den Verheerten Inseln zurückgekehrt."

"Was ist mit der alten Gans" fragte Khelperetocs, während sie sich eine Kräuterzigarre drehte und nebenbei einen schleimigen Auswurf in einen Spucknapf beförderte.

Perdin: "Sie hielt sich meistens in diesem Sekretariat am Kanal auf. Unscheinbar das Ganze. Auf ihren Wegen wurde sie öfters von einer gutaussehenden Dame begleitet. Ihrem Erscheinungsbild folgend wohl Mitglied einer magischen Zunft. Übrigens, die alchemistischen Paraphernalia konnte ich erwerben und befinden sich im Lehrsaal 1."

Die Nekromanten nickte nachdenklich. Wer war die Dame an der Seite ihrer ehemaligen Lehrmeisterin? Die stinkende Wanze Lyranja würde es wohl nicht sein. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als etwas am Fenster des Nordtrakts schabte. Sie öffnete das Fenster und sogleich kletterte ein untotes Eichhörnchen ihren Arm entlang hoch. Khelperetocs löste ein kleines Blatt Pergament vom Hals des von Unleben erfüllten Wesens und begann zu lesen. Einen Augenblick später sprach sie gen Perdin: "Schleich dich raus, ich muss Vorbereitungen treffen. Die Schattenpriesterin wird heute Abend hier eintreffen."
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Titel:   Gedanken Verfasst am: 7. Jan 2017, 14:17 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Hastigen Schrittes verließ Khelperetocs das Konferenzzimmer des Lehrkollegiums in den tiefen Katakomben der Lehranstalt. Zielstrebig lief sie die Treppe hinauf und versuchte so, den Zorn in ihr durch körperliche Betätigung abzubauen. Bis eben noch unterrichtete sie das Gremium des Lehrcollegiums über aktuelle Vorhaben und Entwicklungen an der Lehranstalt. Ihr Fokus lag bei Agenden, welche die Schule betraf. Lehrplangestaltung, Expeditionen und Projekte waren Bereiche, aus denen sie sich strikt heraus hielt. Einerseits war sie trotz ihrer Position als Hand des Direktors noch immer eine einfache Studentin, andererseits fehlten ihr Erfahrung und Wissen dazu. Aber es gab Berührungspunkte innerhalb dieser Aufgaben und deshalb hatte sie den Lehrmeistern Einiges zu referieren gehabt.

Bereits während sie ihre Themen ausführte merkte sie mangelnde Wertschätzung, geschweige denn Respekt an ihrer Person. Manche wandten gar den Blick von ihr ab und widmeten sich diversen Schriften oder ihrem Sitznachbarn zu. Lediglich Meister Phenas, der Geist im Kristall, war mangels eines Körpers zu einer Aufmerksamkeit gezwungen, die Khelperetocs jedoch nicht wertschätzen konnte. Es kotzte sie förmlich an, wie das Lehrcollegium ihr gegenüber auftrat und machte ihr mehr denn je eine Tatsache bewusst. Würde ihr Vater, Direktor Zimmerer, aus welchem Grund auch immer sein Amt verlieren, wäre dies gleichzeitig auch ihr Fall. Sie war nun seine Tochter und seine Erbin. Aber sie konnte sein Erbe nicht antreten. Das Lehrcollegium würde sie nie akzeptieren. Khelperetocs war am Zenit ihres persönlichen Aufstiegs angekommen und genoss dies auch. Ein Grund mehr ihren Vater bei all seinen Vorhaben zu stützen und ihn vorallem zu beschützen. Ihr Leben, das Leben der Hand, lag in seiner Hand.

Sie erreichte endlich den Dachboden der Darrowehr und lehnte sich an einen Dachbalken. Augenblicke später flatterte ihr untoter Seuchenvolgel Calein herbei und setzte sich vor ihr nieder. Während sie in seine leeren Augenhöhlen starrte um sein Gesehenes selbst zu sehen, kraulte sie seine verfaulten Federn. Sie gewährte ihm Streicheleinheiten, während sie zu ihm sprach. Khelperetocs erzählte von dem bevorstehenden Kampf gegen Bordan Morkan, von der Schattenpriesterin Dimiona, der sie trotz ihrer Unterstützung nicht vollends vertraute, aber auch vom Lehrcollegium, welches sich schweigend gegen sie stemmte. Irgendwann bemerkte die Nekromantin, was sie da tat. Sie sprach mit ihrem untoten Vogel. Sie hätte genauso gut mit einem Wandschrank reden können, dieser war genauso wenig lebende Materie wie Calein. Aber wie der Wandschrank wiedersprach Calein nicht und stellte ihre Person auch nicht in Frage. Von den Studenten gemieden, vom Lehrcollegium diffamiert und wohl teilweise noch immer von Vialena gefürchtet. Das war das Fazit ihrer kalten Grausamkeit.

Sie wischte die Gedanken beseite und blickte hinab zur Darrowehr. Es war an der Zeit den Hinterhalt für Brodan Morkan, diese lächerliche Made die es gewagt hat die Hand gegen ihren Vater zu erheben, vorzubereiten. Die Rache in seinem Herzen würde sich Khelperetocs zu ihrem Verbündeten machen. Sein Leid würde ihre Freude werden. Soll er ruhig kommen, sie würde ihn erwarten. Sie würde ihm beibringen was es bedeutet, die Macht der Scholomance zu unterschätzen. Die Zeit einer Machtdemonstration war gekommen!
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Titel:   Hab ihn! Verfasst am: 8. Jan 2017, 12:21 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Langsam öffnete Khelperetocs die Tür zum "Refugium der Hand", ihrem persönlichen Arbeitsplatz direkt unterhalb des verfallenen Dachbodens der Darrowehr. Dieser Raum nahm langsam Gestalt eines schrecklichen Abbildes ihres Geistes an. Dunkel, kalt und schauderhaft.

Sie ließ sich seufzend auf ihrem Lehnstuhl nieder und atmete durch. Bis vor wenigen Augenblicken vollzogen sie und Perdin diverse Foltermaßnahmen an der gefangenen Priesterin. Da profane Anwendungen wie Fingerpressen oder heißes Wachs nicht fruchteten ging die Nekromantin einen Schritt weiter und wandte an ihr den Zaubercantus "Furcht" an. Sie setzte wahre Alptraumwelten in den Gedanken der Priesterin frei. Nach einer Wiederholung war ihr Widerstand endgültig gebrochen und sie zwitscherte wie ein Spatz dem Direktor Alles entgegen, was er hören wollte. Khelperetocs war zufrieden das Verhör zu einem positiven Abschluss gebracht zu haben.

Die schwarzhaarige Schönheit wollte sich gerade einem Schriftenwerk widmen, als sie am Nordfenster plötzlich ein kratzen vernahm. Sie öffnete das Fenster und ließ Calein herein flattern. Sie fasste ihn mit beiden Händen am kahlen Haupt und blickte in seine leeren Augenhöhlen. Nach wenigen Augenblicken schrie sie auf: "DA IST ER!" Endlich, Calein hat den scharlachroten Folterer, der im Besitz des "Fragments des Abschaums" sein soll, gefunden. Er hielt sich unweit eines Bauernhofes im Westen auf.

Hastend verließ sie das Refugium und begab sich sogleich in die Kammer der Beschwörung. Auf dem Weg dorthin orderte sie einem Studenten, dass er umgehend den Direktor aufsuchen soll mit der bittenden Aufforderung, dass dieser sich ebenfalls dorthin begeben möge. Dort angekommen fasste sie das Phylakterium und begann mit der Anrufung von Reginalds Schemen. Krächzend erschien schließlich der Geist des verstorbenen Bauern und manifestierte sich vor Khelpteretocs.

Die Nekromantin sprach zu ihm: "Sobald du in Darroheim beschworen wirst, setze die Vorsteherin der schwarzen Sonne in Kenntnis, dass die Zielperson ausfindig gemacht wurde. Sie möge sich auf dem schnellsten Wege zur Darrowehr begeben."

Mit diesen Worten entließ sie den Schemen, der sich wie kalter Rauch im Raum verlor, und wandte sich Direktor Zimmerer entgegen, der gerade in dem Moment die Kammer der Beschwörung betrat. Lediglich die Worte "ich habe ihn gefunden" sprach sie triumphierend aus.
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Titel:   Es ist ein Gast eingetroffen Verfasst am: 9. Jan 2017, 12:44 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Der Korridor, durch welchen die beiden Gestalten schritten, war so lange wie dunkel zugleich. Die Heraldik der Scholomance zierte die Wände und nur wenig Kerzenlicht spendete eine klare Sicht darauf. Hin und wieder vernahm man das Getuschel von Studenten, Schreie aus tieferen Gewölben oder das schlurfen eines untoten Dieners. Alltag an der Lehranstalt eben.

Khelperetocs führte den Gast in Richtung der Gästezimmer und richtete ihren Blick starr voraus. Bei dem Gast handelte es sich um Meister Ambrosius Firlar, ein einflussreiches Mitglied des Kults der Verdammten im Pestwald. Calein überbrachte vor wenigen Tagen eine schriftliche Einladung dorthin, denn Direktor Zimmerer hätte mit den dort ansässigen Kultisten etwas zu klären. Man hatte Meister Ambrosius gesandt und ein erstes Gespräch zwischen ihm und dem Direktor war bereits erfolgt. Unweigerlich war der Nekromant aus dem Pestwald nun darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Zirkel der schwarzen Sonne eine Expedition nach Stratholme plane. Ob der Direktor ihn davon in Kenntnis setzte, dass diesem Vorhaben eine Vision einer Schattenpriesterin des Schattenhammer Kults vorauseile, wusste Khelperetocs nicht. Sie war lediglich für die Kontaktaufnahme zuständig gewesen. Die Beiden bewegten sich weiter in Richtung der Gästezimmer.

Ambrosius: „Und ihr seid also des Direktors Stellvertreterin, Madam Hand? Beachtlich, trotz eurer jungen Jahre. Ihr mögt doch kaum das Studium der Nekromantie abgeschlossen wissen, wie mir scheint.“

Khelperetocs: „Als seine Tochter obliegt es mir mich gewisser Aufgaben hier an der Scholomance anzunehmen. Aufgaben, mit denen man die Meister vom Lehrkollegium nicht belasten möchte.“

Ambrosius: „Mir scheint der Direktor hegt Sympathien zu aristokratischen Strukturen, wenn er seiner so jungen Tochter solche Kompetenzen einräumt. Unsere Zunft sieht doch eher die Magokratie als wahre Regierungsform an, ich bin verwundert, Madam Hand.“

Khelperetocs: „Es gibt Aufgaben, welche man besser Personen anvertraut, denen man vertrauen kann, als jenen, die mitunter mehr Wissen einbringen, denen es jedoch an Loyalität mangelt, hoch gelehrter Herr.“

Der ältere Gelehrte des Kults der Verdammten schwieg darauf eine Weile und erhaschte einen kurzen Einblick in den Gemeinschaftsraum der Schule. Ambrosius war das typische Sinnbild eines Nekromanten des Kults der Verdammten. Er war ein Vertreter seiner Zunft aus erster Generation und hielt die Dogmen des Lichkönigs noch immer hoch.

Ambrosius: „Eine Expedition nach Stratholme. Eure … schwarze Sonne, oder wie man sie nennt, hat sich ja Einiges vorgenommen. Man weiß nicht viel über euren Zirkel. Aber ich hörte, dass Dämonenpack und anderer Abschaum mit Vertretern unserer Zunft dort einen Schulterschluss vollziehen. Man ist gewillt zu helfen, Madam Hand, wenngleich sich die Begeisterung in Grenzen hält.“

Khelperetocs: „Sympathien werden weder euch noch uns voranbringen. Pragmatische Kooperation hingegen schon, hoch gelehrter Herr. Im Endeffekt verfolgen wir selbige Ziele und gemeinsam können wir uns den Widrigkeiten der Region erwehren. Wir sind da, euer Gästezimmer. Angenehme Nachtruhe.“

Die Nekromantin schloss die Tür und kehrte über das Heiligtum des Schlächters, welches nun in Quartiere und einem Gemeinschaftsraum umfunktioniert worden war, in ihre Kammer zurück. Vialena, ihre blutelfische Gefährtin, erwartete sie bereits sehnsüchtig. Die letzten Tage fand die Nekromantin kaum die zeitlichen Kapazitäten um sich ihrer Geliebten anzunehmen. Dies bedurfte einer Nachholung.
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Khelperetocs Durand
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"Gelehrte der Scholomance"
Nekromantin


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Titel:   Gedanken Verfasst am: 10. Jan 2017, 13:26 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Es war eine lange Nacht für Lehrmeister Vlad Zilvalkar. Der Unterricht an diesem Tag hat den Nekromanten mit den blutunterlaufenen Augen gefordert und nun, in der Nacht, mochte er keine Ruhe finden. Die Geräusche aus der Kammer nebenseiner waren wohl dafür verantwortlich, oder mehr die Personen, die damit in Verbindung standen. Erneut bereute er es, dass sein Quartier neben jener der Hand des Direktors lag.

Keuchend als auch nackt lagen Vialena und Khelperetocs auf derer Schlafstätte nebeneinander. Die dunstige Luft war vom Duft des Schweißes geschwängert. Von der Tür zur Schlafstätte zog sich eine Spur aus diversen Kleidungsstücken. Stiefel, ein graues Lederhemd, eine schwarze Robe, ein Stirnband schienen hastig abgelegt und zu Boden geworfen zu sein. Khelperetocs spürte so viel Leben in sich, und dies an einer so dunklen Stätte des Todes. Kurzzeitig waren die Beschwerden ihrer Atemwege vergessen, sowie ihre Pflichten und Aufgaben. Vialena reichte ihrer Gefährtin ein Tuch, mit welchem sich die blasse Nekromantin die Schweißperlen vom Gesicht trocknete. Khelperetocs erhob sich von der mit Stroh gefüllten Schlafstätte und schritt zum Tisch am nahen Kamin. Eine Rotweinflasche wurde entkorkt und der süffige Inhalt füllte ein Glas. Während sie in das Feuer des Kamins starrte sprach sie zu ihrer Gefährtin: „Schon bald beginnt die Expedition nach Stratholme. Der Zirkel wird im Schreckenstal einen Außenposten errichten. Dort wirst du mich jederzeit aufsuchen dürfen, aber in die Ruinen der verfluchten Stadt wirst du mir nicht folgen.“

Die blonde Blutelfe neigte ihr Haupt während sie sich auf der Schlafstätte aufrichtete und den Rücken der Nekromantin betrachtete. Die Frage des „Warums“ geisterte ihr scheinbar durch ihr hübsches Köpfchen.

„Wir wissen selbst nicht was uns in den Ruinen der Stadt erwartet. Dort, genau dort legte der junge Prinz Arthas zum ersten Mal seine moralischen Werte ab. Es war der Auftakt seines Rachefeldzugs, die Wegbereitung in die unwiderrufliche Dunkelheit. Doch mit dem Niedergang Stratholmes sollten die Schatten dort nicht getilgt werden. Sie wurden nur noch mehr. Im Sog der Macht umkämpften bald darauf die Geißel, Scharlachrote und die Argentumgarde das Gebiet. Wir gehen davon aus, dass deren Überreste dort noch immer verharren, tot, lebend oder verdammt. Deine Ausbildung beginnt erst, Vialena. Die Klinge in deiner Hand sitzt noch nicht fest genug. Dieser Ort ist zu gefährlich“ erklärte Khelperetocs, während sie ihre Gewänder vom Boden aufhob und sich hastig bekleidete. Sie schenkte der Blutelfe noch ein nicken und verließ ihre Kammer Richtung dem Hauptportal der Scholomance. Dort erwartete sie bereits der Gast des Hauses, Meister Ambrosius Firlar. Der Nekromant reiste nun wieder in den Pestwald ab und sollte von Khelperetocs zu dem verfallenen Pferdestall geleitet werden. Sie grüßte den Gelehrten standesgemäß und führte ihn den Hügel der Darrowehr hinab.

„Man wird sich mitunter im Schreckenstal wiedersehen, Madam Hand. Der Kult der Verdammten im Pestwald wird diese Unternehmung der schwarzen Sonne stützen, wo es möglich sein kann. Des Direktors Wort gewinnt an Gewicht, die Scholomance erhebt sich zur Kaderschmiede unserer Zunft. Man wird die Entwicklungen mit Interesse verfolgen“ legte Meister Ambrosius mit säuselnder Stimme dar.

„Erwartet keine Dankbarkeit meinerseits. Wir wissen beide, dass sowohl die schwarze Sonne als auch der Kult in irgendeiner Form voneinander profitieren werden. Und das ist auch gut so. Ferner steht es mir nicht zu Details mit euch zu behandeln, das ist Sache des Direktorrats“ sprach Khelperetocs emotionslos aus, während sie auf den Stall zu schritten. Sie reichte Meister Ambrosius die Hand zum Abschied und dieser deutete einen vornehmen Handkuss an. Mehr als froh war sie, als er mit seinem schwarzen Pferd das Portal der Darrowehr hinter sich ließ. Er war ein Mitglied ihrer Zunft, was aber nicht gleich bedeutete, dass er ihr sympathisch sein musste. Aber mehr denn je bedurfte es einer übergreifenden Zusammenarbeit. Zuviel Licht drängte in die Pestländer zurück, zu viel Heldenmut und Ehrbarkeit.
Verschiedene Gedanken führten sie noch zum Steg der Insel hinab. Nebelschwaden hüllten die Sonne über den Pestländern ein und minderten deren Schein. Khelperetocs stellte sich in ihrer schauderhaften Gedankenwelt vor, wie sich die helle Scheibe am Horizont langsam verfinstern würde. Endlich!
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Titel:   Erinnerungen Verfasst am: 11. Jan 2017, 12:29 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Am frühen Morgen erwachte Khelperetocs im Kellerabteil des Herrenhauses zu Darroheim. Das ständige tropfen des feuchten Deckengewölbes störte sie ebenso wenig wie das piepsen einer Ratte, die immer wieder an ihr vorbei huschte. Es war immerhin ruhig gewesen und sie fand so ausreichend Schlaf. Die Nekromantin bekleidete sich und begab sich die Treppen hinauf in das Erdgeschoss. Sie wollte gerade die Vorhalle wieder verlassen als sie ein „Guten Morgen“ vernahm. Sie blickte sich suchend um, fand jedoch Niemanden vor. „Hier“ ertönte es wieder. Schließlich wurde sie fündig. Lord Ilvren Brester, der Geist im Spiegel und ehemaliger zweiter Vorstand des Zirkels der schwarzen Sonne. Gemeinsam mit dem Nekromanten Thalgren Savros gründete dieser Untote vor Jahren den Zirkel der schwarzen Sonne als Sammelbecken dunkler Gelehrter verschiedener Professionen. Worte allein brachten die Beiden zu Fall und nun steht Orelina dem Zirkel vor. Im Gegensatz zu Thalgren Savros, der langsam in den Kerkern der Scholomance dahinvegetiert, verstand es Ilvren Brester der Endgültigkeit einer Internierung zu entkommen. Er unterwarf sich Orelina und steht ihr seither als Berater zur Seite.

Während sich Khelperetocs dem Spiegel näherte sprach Ilvren Brester daraus zu ihr: „Der eigenständige Schatten im Schatten einer großen Frau. Unweigerlich merke ich, dass ihr noch nicht am eigenen Schleim erstickt seid. Schön euch wohl auf zu sehen.“

Khelperetocs stellte sich darauf in anrüchiger Pose vor den Spiegel und begann freizügig ihr Dekolletee zu richten. Zart lächelnd meinte sie zu Brester: „Hm, muss Scheiße sein, wenn man zum Unleben verdammt ist und die Vorzüge des Lebens nicht mehr genießen kann“.

Der Geist im Spiegel richtete seinen Blick weg von der Nekromantin und meinte: „Da wir nun genug Nettigkeiten ausgetauscht haben, widmen wir uns doch den wichtigen Themen. Die Expedition nach Stratholme soll in Kürze beginnen. Als ich mich noch eines Körpers erfreute lebte ich dort, zusammen mit meiner Frau und meiner Familie. Erin war eine wunderbare Partnerin und ihr Rinderbraten war über Stratholme hinaus bekannt, müsst ihr wissen. Die Küche war ihr Revier und sie ging darin auf, meine Gäste bekochen zu dürfen. Der Rittmeister der königlichen Kavalleriegarde dinierte einen Abend unter meinem Dach. Seinen Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen, als er den Rinderbraten anschnitt und kostete. Er meinte nur vorzüglich.“

„Ich habe Erin damals an die Vernichtungswut des jungen Prinzen verloren und bald darauf fand ich mich selbst in seinen Reihen wieder. Auf einen Schlag mündete mein Leben in den Tod, nur um dort keine Ruhe finden zu können. Ich sah den Fall Lordaerons und den Untergang von Quel Thalas, ich erlebte die Erhebung der untoten Armee in den eisigen Weiten Nordends. Ich habe Lebende sterben sehen und Sterbende leben, nur das sie sich erneut erhoben um für Jene zu kämpfen, die sie einst bekämpften. Und was blieb vom Tage übrig? Ich blicke jeden verdammten Augenblick meines Seins an diese Wand mir gegenüber. Khelperetocs, ich kann euch nicht befehlen, aber ich kann euch noch bitten. Unser Haus in Stratholme, es steht nahe der ersten Kreuzung am Brunnen. Das Emblem des Hauses Brester mag wohl noch irgendwo zu finden sein. Im ersten Stock, nahe der Treppe, dort hängt ein Bild. Ein Ölgemälde von Erin. Wenn ihr einer zur Ewigkeit verdammten Seele einen letzten Gefallen erweisen möchtet, hängt mir dieses Ölgemälde gegenüber meinem Gefängnis. Ich werde mich erkenntlich zeigen in einer Form, die ihr nicht erahnt, Nekromantin.“

Eine Weile starrte Khelperetocs in den Spiegel, sie betrachtete sich selbst als auch die schleierhaften Silhouetten des Geistes von Ilvren Brester darin. „Nette Geschichte, mein Mitleid habt ihr nicht. Besprecht das mit Orlina, ihr hängt ja gerne mit ihr rum“ mit diesen von Ironie bereicherten Worten wandte sie sich ab und verließ das Herrenhaus, um nach ihrem Pferd Lomarion zu sehen. Sie würde den restlichen Tag hier in Darroheim verbringen und erst des Abends an die Lehranstalt der Scholomance zurückkehren.
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Titel:   Gedanken Verfasst am: 12. Jan 2017, 12:36 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Erst spät in der Nacht kehrte Khelperetocs von ihrem Aufenthalt in Darroheim zurück und begab sich sogleich in ihre Kammer. Am Gang traf sie noch auf Meister Vlad Zilvalkar, dem sie gegenüber standesgemäß eine Verneigung andeutete. Er erwiderte diese, gepaart mit einem brummen. Insgeheim befürchtete er, dass sich die Nekromantin mit ihrer blutelfischen Gefährtin wieder vergnügen würde, was meist zu einer akustischen Belastung heranwuchs und seinen Schlaf störte. Denn seine Kammer war neben der ihren.

Seine Sorge war jedoch unbegründet, denn Vialena schlief bereits als die schwarzhaarige Menschenfrau ihr Zimmer betrat. Das Holz im Kamin gloste lediglich noch, der Raum war abgekühlt. Hastig entledigte sich Khelperetocs ihrer Kleidung und warf sich in das kratzende Strohbett. Sie legte ihren Arm um Vialenas Schulter und versank in ihren Gedanken.

Die Exkursion zu der Gruft hatte Khelperetocs die Möglichkeit geboten, ein Gespräch mit der Schattenpriesterin Dimiona zu führen. Die Nekromantin pochte dabei auf Offenheit, denn im Endeffekt verband sie ein Ziel, die Fürsorge um Orelina. Khelperetocs wies darauf hin, dass Dimiona der rothaarigen Schönheit viel näherstand als sie es jemals wieder sein werde, dies aber auch in Ordnung sei. Die Nekromantin machte Dimiona gegenüber klar, dass diese sie nicht als Konkurrentin betrachten sollte. Wenn sie sie für etwas hasste, dann nicht dafür. Khelperetocs würde keine Avancen mehr für die rothaarige Schönheit hegen, derer Wohl war ihr aber dennoch wichtig. Der Zirkel brauchte eine starke Führungsperson, mehr denn je.

Gemeinsam hatten Dimiona und Khelperetocs darauf eine Untersuchung an einem untoten Troll durchgeführt. Die Schattenpriesterin auf spiritueller Ebene, die Nekromantin auf magische Weise. Die Richtigkeit bestätigte sich darin, dass beide zum selben Ergebnis kamen. Ein richtungsweisender Akt, wenn man so sehen möchte. Zwei Vertreter absolut unterschiedlicher Professionen kamen durch die Anwendung von Gaben und Wissen zum selben Ergebnis. Wohl ein Beispiel, was der Zirkel der schwarzen Sonne erreichen konnte, wenn deren Vertreter manche Vorurteile überdachten und sich gemeinsamen Zielen zuwandten.

Im Anwesen zu Darroheim setzten sie die Besprechung fort, umrahmt von Spirituosen und mancher spitzen Meldung seitens Simon, der Axt. Anschließend war Khelperetocs zur Darrowehr aufgebrochen. Der Ritt nahm mehr Zeit als sonst in Anspruch. Der sonst so stolze Rappe, der die Nekromantin schon an so manch weit entfernten Ort gebracht hatte, erlahmte zusehends. Die rote Schwellung zog sich mittlerweile bis zum Schenkel hinauf. Jeder Hufauftritt schmerzte Lomarion spürbar. Der Stallbursche der Scholomance war mit der Krankheit des Tieres komplett überfordert. Er war ein einfacher Bediensteter und seine Tierkunde reichte aus, ein Pferd von einem Hund unterscheiden zu können. Im Affekt des Zorns hat Khelperetocs den Stallburschen dafür geschlagen, was Lomarion jedoch weder Genesung noch Heilung verschaffte. Die Nekromantin erachtete es auch als zu gewagt, einen Stallmeister im Zugwindlager zu konsultieren. Es könnten Fragen gestellt werden, lästige Fragen. Langsam reifte die Erkenntnis in ihr, dass Lomarion unweigerlich einer Entwicklung zusteuern würde, die sie nicht aufhalten kann. An ihr war es, die Geheimnisse des Todes zu entschlüsseln, aber das Leben selbst mochte sie nicht beeinflussen.

In dieser Nacht legte sie den Kopf ihres vertrauten Rosses auf ihre Schulter, streichelte ihn und versprach sich selbst mehr denn Lomarion gegenüber: „Wenn du verreckst werde ich dafür sorgen, dass du mir selbst im Tode als Streitross dienen wirst. Eine Verbindung über dieses Leben hinaus.“ Der Stallbursche, der dahintergestanden war, hatte sich angewidert zurückgezogen. Einmal mehr wurde dem Stallburschen bewusst, wie sehr er diesen Ort ablehnte. Im selben Gedankengang wurde ihm aber auch kläglich bewusst, dass er keine Alternativen hatte. Er war ein Verbrecher, er stand am Abgrund der Gesellschaft, er war ein Niemand. Hier an der Scholomance war er immerhin ein Bediensteter.

Irgendwann schlief die Nekromantin ein, als sich die wirren Gedanken in ihrem Kopf verflüchtigten.
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Titel:   Das Schreckenstal Verfasst am: 16. Jan 2017, 12:25 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein dumpfes krächzen holte Khelperetocs aus dem Halbschlaf des Morgens und ließ sie in der Schlafstätte aufrichten. Prüfend blickte sie sich um. Zweifelsohne war sie in dem verfallenen Anwesen im Schreckenstal. Die anderen Mitglieder des Zirkels schliefen noch und deren Ruhe wollte sie nicht stören. Hastig erhob sich die Nekromantin, schlüpfte in ihre mit Rabentotenköpfen geschmückte Robe und verließ den Ruheraum mit dem Zauberstab in der Hand.

Als sie die Tür nach Draußen öffnete trieb ihr eine kalte Windböe den strengen Duft von Fäulnis aus dem Pestwald in die Nase. Das Schreckenstal war im Süden und Westen von einer Gebirgskette umringt und trug seinen schauderhaften Namen zurecht. Tod und Verderben waren allgegenwärtig an diesem einst so blühenden Ort südlich Stratholmes. Die ruhelosen Geister fühlen sich ihrer einstigen Heimstätte noch immer verbunden, stumm und traurig verharren sie in den staubigen Ruinen ihrer geschändeten Existenz. Einem Hohn mag es gleichkommen, dass der Kult der Verdammten noch immer seine Pläne an diesem Ort vorantreibt und infolge keine Ruhe einkehren mag.

Khelperetocs richtete ihren Blick zu einer kleinen Hüte die Straße hinauf. Der Kult hatte ihrem Vater, Direktor Zimmerer, ein separates Gästehaus zur Verfügung gestellt. Dieses war wie das Haus, in welchem die Gruppe untergebracht war, notdürftig restauriert worden. Stark morsche Holzbalken waren durch weniger morsche ersetzt worden. Laternen beleuchteten die verkommenen Wege wieder und Skelettwachen sorgten für Sicherheit an diesem düsteren Ort. Die Nekromantin fühlte sich sichtlich wohl hier, die Tatsache, dass ihrem Vater eine autarke Unterkunft bereitet wurde, erfüllte sie jedoch mit Unbehagen. Der Zirkel war auf diese Kooperation mit dem Kult der Verdammten hier angewiesen, aber sie traute ihnen nicht. Während sie ihren Blick zu besagter Hütte hinauf richtete und sich eine Kräuterzigarre drehte, fragte sie sich selbst, ob sie es mit ihrem Zweifel übertrieb. Aus dem gestrigen Gespräch zwischen ihrem Vater und Meister Ambroisus Firlar konnte sie herausfiltern, dass sich Beide aus der Vergangenheit kannten und scheinbar auch schätzten. Den für Nekromanten ihrer Zunft üblichen Gruß „Die Toten sollen dienen“ sprachen sie sich gegenüber sehr vertraut aus. Dennoch, sie würde ihre Aufmerksamkeit auf die Entwicklungen hier im Schreckenstal nicht vernachlässigen.

Als Khelperetocs am Türrahmen des Anwesens lehnte und dichte Rauchschwaden der Kräuterzigarre von sich blies, bemerkte sie plötzlich einen Schatten am Boden. Neugierig richtete sie ihren Blick den Himmel empor und konnte eine vertraute Gestalt da oben ausmachen. Calein, ihr untoter Seuchenfalke. In einem fast rasanten Sturzflug näherte er sich seiner Herrin. Im Schnabel hielt er eine Schriftrolle, welche Khelperetocs hastig entgegennahm und halblaut zu lesen begann:

Khelperetocs, wie angewiesen begab ich mich nach Tol Barad und wenn Du diese Zeilen liest, so weile ich noch immer dort. Als Handwerker, so wie ich mich ausgebe, konnte ich mir ein Bild von der aktuellen Situation der Gefängnisanlage machen. Wenngleich jeder Schritt hier einem Wagnis gleichkommt.

Der Haupttrakt ist in verschiedene Zellenblöcke unterteilt, welche teilweise noch in Verwendung sind, während andere wiederrum verlassen wirken. Dämonengezücht tummelt sich herum wie auch spektrale Wesenheiten. Im nördlichen Zellenblock sind jedoch Humanoide verschiedener Rassen interniert. Großteils ehemalige Soldaten, die in vergangenen Kriegen auf der falschen Seite standen. Mit einem derer Wortführer konnte ich ein diskretes Gespräch führen. Weder nannte ich eine Institution noch Namen, aber er bekundete für sich und seine Leute Interesse. Deren ersehnte Freiheit hält keine Zukunft bereit, im Schutze einer höheren Macht wären sie jedoch bereit, sich mit Muskelfleiß und gegeben falls der Waffe in der Hand einzubringen.

Ein Ausbruch erscheint mir persönlich aufgrund der noch immer umfangreichen Präsenz von Allianz- und Hordentruppen als schwierig. Reinmarschieren, die Gefangenen befreien und abhauen ist sicher nicht drin.
Verweile weiter auf der Insel und erwarte Deine Anweisung.

Borgs


Die schwarzhaarige Schönheit zerknüllte die Schriftrolle und drückte kurz ihre Zigarre darauf. Eine helle Flamme verzehrte darauf das Pergament zu Asche. Nachdenklich blickte sie wieder zu der Hütte hoch. Der Causa Tol Barad würde sich Kormek annehmen müssen, wenn die Zeit dafür reif ist. Die Suche in Stratholme genoss vorerst absolute Priorität. Heute Abend wird die Schattenpriesterin Dimiona ein Gruppenritual abhalten, bei welchem sie ihren Geist mit den Alten Göttern verbinden wird. Sie erhofft sich so mehr Hinweise zu dem „Stern der Finsternis“ zu erhalten und endlich eine Antwort, warum dies den Zirkel der schwarzen Sonne nach Stratholme führt.
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Titel:   Ablenkung Verfasst am: 17. Jan 2017, 13:06 Beitrag  Diese Nachricht und die Folgenden als ungelesen markieren Antworten mit Zitat

Ein starrer Blick an die Decke des Raumes gerichtet. Khelperetocs beobachtete dort eine Spinne, welche gerade damit beschäftigt war, ihre Beute in ein Netz einzuhüllen. Emsig und begierig ging sie dabei vor. „Man kann viel von den Tieren lernen“ dachte sich die Nekromantin in diesen frühen Morgenstunden. Während die anderen Zirkelmitglieder noch schliefen hing sie ihren eigenen Gedanken nach. Das Erlebte aus der Vision der Schattenpriesterin Dimiona zu verarbeiten, forderte sogar die schwarzhaarige Nekromantin. Sie war dafür bekannt gefühlskalt, skrupellos zu sein und mit Kalkül vorzugehen. Aber der mentale Ausflug in das noch blühende Stratholme vor etlichen Jahren, rang selbst ihr Einiges ab.

Während sie und weitere Zirkelmitglieder auf geistiger Ebene dort verharrten wurden sie Zeuge vergangener Ereignisse. Eine rasante Kutschenfahrt Richtung Kreuzfahrerplatz blieb nicht ungesehen und sofort nahm die Gemeinschaft des Zirkels der schwarzen Sonne die Verfolgung auf. Während sie durch die Gassen der Stadt schritten lauschten sie den Worten von Ignaz Waldemar Zimmerer. Er wirkte vor Jahren bei der Verteilung der vergifteten Ernte aus Andorhal mit, was schließlich dazu führte, dass die Seuche in Stratholme ausbrach und sich dessen Bewohner zu Untote erhoben. Es erfüllte Khelperetocs mit Stolz, dass ihr Adoptivvater an einer so historischen Tat ihrer Zunft mitwirkte.

Ihr Weg führte sie durch mehrere Gebäude und schließlich zum Kreuzfahrerplatz. Dort überreichten Paladine der Silbernen Hand ein Kästchen an einen Ordenshüter, der kurz darauf damit in das Gebäude verschwand, welches heute als die scharlachrote Bastion bekannt ist. Darauf endete die Vision der Alten Götter und die Gemeinschaft erwachte wie aus einem Schlaf. So hatte es sich gestern zugetragen.

Plötzlich vernahm Khelperetocs ein Getuschel von draußen. Wer war dies? Einige Möglichkeiten bohrten sich als Vermutungen in ihren Kopf. Untote Wachen? Würde der Kult den Zirkel verraten? Lichtbuckler der Argentumgarde? Sie bekleidete sich und schritt die Treppen nach unten. Vorsichtig öffnete sie die Haustür einen Spalt und lugte nach draußen. Die Nekromantin konnte zwei Kultisten ausmachen, die sich energisch unterhielten. Als sich einer davon zur Tür wandte öffnete diese Khelperetocs abrupt und starrte ihr Gegenüber an.

Kultist: „Es gibt ein Problem, Madam Hand. Eine Patrouille der Argentumgarde zieht entlang der Hauptstraße zum Turm. Die Anzahl der Soldaten lässt darauf schließen, dass sie etwas vorhaben. Wir werden der Sache nachgehen.“

Nachdenklich richtete Khelperetocs den Blick zum Boden. Innerlich zerfraß sie der blanke Zorn, dass genau heute, wo die Gemeinschaft nach Stratholme aufbrach, diese dekadenten Lichtbuckler durchs Land zogen. Sie konnte es nicht zulassen, dass diese Narren die lang geplante Unternehmung der schwarzen Sonne gefährdeten. Sie deutete den Kultisten zu warten, rannte kurz ins Haus und griff nach einer Schreibfeder sowie einem Blatt Pergament. Hastig schrieb sie darauf:

Hoch geehrter Vater!
Geschätzte Zirkelmitglieder!
Es besteht Gefahr, dass unser Vorhaben von der Argentumgarde enttarnt wird. Ich werde mich darum annehmen. Begebt euch wie geplant nach Stratholme.
Die Toten sollen dienen!
Khelperetocs


Sie legte das Blatt Pergament auf den großen Holztisch im Vorraum und verließ das Anwesen. Als sie neben den beiden Kultisten gen Osten schritt deutete sie ungesehen eine beiläufige Handbewegung. Nach einer Weile wurden die Drei von einem Schatten am Boden verfolgt, geworfen von einem fliegenden Etwas hoch oben in den Lüften. Calein, der Seuchenfalke und Diener von Khelperetocs, würde wachsam seiner Herrin folgen.
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